Abbey Lincoln legt hier in ihrem im Jahr 1998 aufgenommenen Album eine ruhige, meist melancholische Musik vor. Obwohl das Rezept ihrer Alben in den letzten Jahren im wesentlichen gleich geblieben ist (man nehme einige Standards, noch mehr selbst geschriebene Stücke, und einige bekannte Gastmusiker als Solisten), hat dieses Album einen ganz eigenen Ton. Dieser wird im wesentlichen durch Bobby Hutcherson geprägt, der bei den meisten Stücken auf dem Vibraphon oder auf der tieferen, holzigen Marimba mitspielt. Dadurch entsteht eine erdige Tiefe der Klanglandschaft, die nicht eintönig wird. Hinzu kommen bei je zwei Stücken ein Trompeter und eine zweite Sängerin (Maggie Brown), deren junge Stimme gut mit Abbey Lincoln kontrastiert (obwohl man ihr ihre 70 Jahre nicht anhört!). Heraus kommt ein eingedunkeltes, relaxtes und nachdenkliches Album mit ein paar Ohrwürmern, das einen volle 67 Minuten gefangen nimmt.