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Procol Harum war anders. Die Titel hören sich fast an, als seien sie "im Stück" im Übungskeller aufgenommen worden. Der Groove und die Motivation, die hier herauszuhören sind, kann man als Musiker am ehesten mit "Authentizität" beschreiben.
Die Songs sind mal gefühlvoll ("A Whiter Shade Of Pale"), mal kraftvoll ("She Wandered Through The Garden Fence") und mal "rollen" sie einfach ("Repent Walpurgis"). Ihr Charakter aber bleibt immer gleich: ehrlich (vielleicht mit Ausnahme von "Mabel", was sich wie ein spätes Experiment der Beatles anhört). Selten in den Sechzigern griffen charismatische Stimme (Gary Brooker) und Instrumente (vor allem Matthew Fisher an der Hammond) so komplex und doch sauber ineinander. Und das ganze vor dem Hintergrund einer einfachen, aber stimmigen Rythmussektion (Schlagzeug und Bass).
Es gibt heute zweifelsohne mehr technisch versierte Musiker als dies vor 30-40 Jahren der Fall war. Auch die Songwriter und Arrangeure verstehen ihr Handwerk. Doch leider finden sich diese Fähigkeiten immer seltener von selbst. Zu häufig werden künstliche Produkte aufgebaut, die zudem mit einem hübschen Gesicht versehen werden, dass den Verkauf ankurbeln soll.
Doch hört man dies als echter Musikliebhaber den Produkten leider auch häufig an. Es fehlt an Leben und Begeisterung - wann hört sich eine dieser Produktionen schon so "live" an, wie es bei Procol Harum der Fall ist? Es kann also nur ein Fazit geben: Diese Scheibe muss bei jedem im Regal stehen, der nicht nur "Mainstream" hören mag. Für Hammond-Freunde ist sie sowieso ein Klassiker.
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