Dieser angeblich legenäre erste Bildband von Helmut Newton beginnt mit farbigen Bildern wie aus der Vergangenheit (Jean Cocteau läßt grüßen !). Die "Schöne und das Biest" im wunderschönen Irrgarten. Es folgt eine Staffel von schwarz-weiß Bildern, alle sehr schön, Helmut-Newton-gerecht. Dann wieder farbige Fotos (kaltes Blau kühlt ) und dann wieder schwarz-weiß Passagen usw. Herrlich der gestreckte Körper auf dem Autopolster(das gibt schon was her), dann wieder Dynamik in der Bewegung oder das Abwarten der Figur auf Erlösendes ( wunderschön nass- blinkende Zunge, das Warten am Fenster, rieselndes Haar ). Ja, in schwarz-weiß Manie ist er unschlagbar.- Auch der Humor kommt nicht zu kurz( der plötzlich auftauchende Nöck mit glänzender Brille, einen Frauenkörper tragend, schief grinsend ). Wohltuend die kurzen Erläuterungen des Autors. Die Einleitung von Philippe Garner ist meisterlich, wenn auch einwenig extravagant. Was gibt uns der Band also ? Genau das, was wir von guter Fotografie erwarten und noch etwas mehr, nämlich das, was wir auch von einer guten Novelle erwarten, von guten Gedichten: Impulse und Zeit zum Nachdenken, Raum für die Phantasie und die wird allemal gefordert und oft auch einwenig geschockt