Offenbar das einzige Album von Emmylou Harris, das hier bisher noch niemand kommentiert hat. Die damals (1983) letzte gemeinsame Produktion mit ihrem zweiten Ehemann Brian Ahern (die beiden finden 2008 musikalisch für
All I Intended to Be wieder zusammen) folgt von der Philosophie her weitgehend den Vorgängeralben: Wieder wurde verschiedenstes Material zusammengetragen und von der "Hot Band" mit ihren exzellenten Musikern vertont. Auf diesem Album gesellen sich mit T-Bone Burnett, Bonnie Bramlett und Billie Payne noch ein paar andere hochkarätige Gastmusiker(innen) dazu. Die auf dieser Produktion zu beobachtende Vielseitigkeit der berücksichtigten Musikstile ist schon mehr als erstaunlich. Der wunderbare Blues "Pledging My Love" aus den 50ern ertönt neben dem rhythmischen "In My Dreams". Rock'n'Roll gibt es zu hören ("It's Only Rock'n'Roll") und tieftraurige Balladen, die den Zuhörer für Stunden in eine Art Spleen stürzen ("Like An Old Fashioned Waltz"). Der Gipfel der Vielseitigkeit wird zweifellos mit dem fünften Stück des Albums erreicht, Emmylou singt "On The Radio", eine Komposition von ... Donna Summer und Giorgio Moroder. Wunderbare Interpretation eines tollen Liedes, aber sicher auch ein erneutes gewaltiges Wagnis angesichts der bekannten "Empfindlichkeit" des Country-Milieus ...
Insgesamt ist "White Shoes" ein sehr gutes Album, wenn auch vielleicht nicht ganz so herausragend wie die Ausnahmescheiben "Quater Moon In A Ten Cent Town" (1978) oder "Luxury Liner" (1977).