Mit „white lies" haben Deine Lakaien einmal mehr unterstrichen, warum sie über die Jahre hinweg zur führenden und erfolgreichsten Waveband Deutschland aufgestiegen sind.
Deutete es der Vorgänger „Kasmodiah" schon an, so zelebriert das Duo auf diesem Album endgültig seinen Abschied von den Krachcollagen des Dark Wave und konzentriert sich mehr als je zuvor auf das was sie am besten können : todtraurige Kompositionen zu verewigen, die durch die wahnsinnig schönen Gesangsmelodien Veljanov's glänzen und durch die klassischen Arrangments Ernst Horn's einen ganz eigenen Zauber entfalten.
Zwar wirken Deine Lakaien auch auf diesem Album betont düster, aber zum ersten Mal schleicht sich auch so etwas wie Hoffnung und bittersüsse Melancholie in Ihre einzigartigen Soundkreationen, fast als hätten sie einen Gegenpol zu ihrer dunkelsten und hoffnungslosesten Veröffentlichung „winter fish testesterone" kreieren wollen.
Und was soll man noch sagen ? Selten klang die Band besser als auf „white lies", auf keinem ihrer vielen herausragenden Alben glänzte dieser dunkle Diamant der deutschen Musiklandschaft schillernder und strahlender.
Mit dem Opener „ wunderbar" ( bei dem der Titel wirklich Programm ist...) dem atemberaubend schönen Track „where you are" sowie den Highlights „silence in your eyes", „fleeting" , „prayer" und dem etwas abfallenden „one minus one" ist die ruhige, romantische Seite der Band gleich sechsmal auf dem Album vertreten und auch „ Kiss" ,ein tanzbarer Ohrwurm sowie „Generators" können auf ganzer Linie überzeugen.
Nur mit „stupid" liegen die Lakaien etwas neben der Spur, aber das läßt sich bei der Qualität der übrigen Songs leicht verschmerzen.
Veljanov und Horn haben wieder einmal fantastische Arbeit geleistet ( wenn man „stupid" einmal ausklammert ) und mit „white lies" Ihre vielleicht beste CD vorgelegt. Neulingen kann ich „White lies" als Einstieg in die traurig-schöne Welt der beiden Künstler nur wärmstens empfehlen. Fans können hier blind zuschlagen.
Laßt euch von dieser Platte verzaubern.