müssen auch Tangerine Dream genannt werden, wenn es um "Pioniere der elektronischen Musik" geht. Waren die ersten Alben (Electronic Meditation, Alpha Centauri, Atem,
Zeit) noch improvisatorische Forschungsarbeiten, teils noch mit nicht-elektronischen Instrumenten und Sound-Effekten garniert, so ging es spätestens mit "Phaedra" los mit dem allgemein bekannten typischen TD-Sound der 70er Jahre. Faszinierende Klanglandschaften, die vor allem durch den satten Einsatz des TD-Sequencers erzeugt wurden, machten die Band um Edgar Froese weithin populär.
Mit "Stratosfear" gab es dann zum ersten Mal strukturierte und griffige Tracks, die nicht unbedingt auf 20 Minuten Länge ausgedehnt werden mussten.
"White Eagle" ist die Fortsetzung des Weges, der bereits mit "Force Majeure" und "Exit" eingeschlagen wurde: auf der einen Seite kurze eingängige Songs, die irgendwie im Ohr hängenbleiben (Midnight in Tula, White Eagle), auf der anderen Seite lange epische Werke, die jedoch aus einzelnen musikalischen Kapiteln bestehen und zu einem einzigen Track zusammengepuzzelt worden sind (Mojave Plan).
TD befinden sich meiner Meinung nach hier noch auf ihrem künstlerischen Höhenflug, der dann aber leider spätestens Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre (Lily on the Beach, Melrose, Rockoon) zu belanglosem Elektro-Gedudel mutierte.
"Mojave Plan" sollte man sich ruhig mal über Kopfhörer gönnen; ein wirklich hervorragendes sphärisches Stück, dass durchaus als Soundtrack für eine Autofahrt durch die Wüste dienen könnte. Das Titelstück kennt man aus dem Tatort "Das Mädchen auf der Treppe", allerdings gefällt mir die rhythmisch kernigere Version des Tatort-Krimis besser. "Midnight in Tula": ein hörenswertes 4-Minuten-Juwel, dass auch auf der Vorläufer-CD "Exit" gut draufgepasst hätte. "Convention of the 24" ist mir ein bißchen zu lang geraten ... plätschert ein bißchen uninspiriert dahin.
Alles in allem ist "White Eagle" jedoch noch eines der interessantesten TD-Arbeiten. Weitere Favoriten: Ricochet, Logos und Force Majeure.