PJ Harvey in eine Schublade zu stecken, dürfte in etwa so schwer sein, wie Bush und Osama zum gemeinsamen Kaffee einzuladen. Jede ihrer Cds ist ein in sich abgeschlossenes Kapitel, hat ihre eigene Stimmung.
Mit White Chalk legt sie nun ein sehr Pianolastiges, leises Werk vor. Der Opener "The Devil" (fantastisches Lied!) zeigt uns sofort und ohne Umschweife, was mit den restlichen Songs auf uns zu kommt.
Die Lieder sind auf das nötigste reduziert, stark im Vordergrund Piano und Gesang. Bei ihrem Gesang beschreitet sie ganz neue Wege, singt oft viel höher als gewohnt.
Leider sind die Lieder jedoch sehr kurz. Oft, wenn ein Lied gerade anfängt zu wirken, ist es auch schon wieder vorbei. Das ist vor allem bei "The Devil", "The Piano" und bei "The Mountain" (welche sich fast anhören, als gehörten sie zu einer eigenen Trilogie) spürbar.
Derzeit werden oft vergleiche zu Kate Bush gezogen, welche jedoch völlig daneben sind. Diese Cd Hört sich nach einer PJ Harvey CD an, von vorne bis hinten. Anders als ihre anderen Werke, aber PJ pur. Intimer und leiser, PJ's eigene Vespertine.
Es fühlt sich ein wenig an wie "Is This Desire" Teil 2.