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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
81 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The White Album - Dokument einer zefallenden Band,
Von
Rezension bezieht sich auf: The White Album (Audio CD)
Als die Beatles mit der Arbeit am "Weißen Album" begannen, hatten sie schon aufgehört, eine richtige Band zu sein. Sie hatten die anstrengenden Tourneen aufgegeben und jeder der Fab Four ging seinen eigenen Interessen nach. Selten fanden sich alle vier Musiker gleichzeitig im Studio ein, es bildeten sich zufällige Arbeitsgemeinschaften, machmal war auch der jeweilige Autor eines Songs mit George Martin allein im Studio.
Langsam zeichnete sich das Ende der Beatles ab, Ringo Starr verließ sogar für kurze Zeit die Band, weil er sich nur noch als das fünfte Rad am Wagen fühlte, konnte jedoch mit Blumen und Bitten zur Rückkehr überredet werden und lieferte mit "Don't Pass Me By" seinen ersten Beitrag als Songwriter. Das Team Lennon/McCartney zerfällt hier sichtlich, es gab des öfteren Unstimmigkeiten über die Richtung, die die Band einschlagen sollte und über die ständige Anwesenheit von Lennons neuer Liebe Yoko Ono im Studio, die auch viel Einfluß auf das Album nahm. Die entstandene Freiheit nutzte vor allem George Harrison, der sich hier mit vier ausgezeichneten Beiträgen ("While My Guitar Gently Weeps" mit einem Gitarrensolo von Eric Clapton, "Piggies", einer wunderschönen Psychedelicnummer, "Long, Long, Long" und "Savoy Truffle") empfiehlt. Im Gegensatz zum Vorgänger "Sgt. Pepper" gibt es auf dem "Weißen Album" kein einendes Konzept, es ist eine Sammlung einzelner Songs, bei denen die Stilvielfalt erstaunlich ist. Es gibt die klassischen Rocknummern ("Back In The USSR", eine sehr gelungene Persiflage auf den Frohsinns - Patriotismus der US - Konkurrenz The Beach Boys, "Why Don't We Do It In The Road", "Everybody's Got Something To Hide Except Me And My Monkey"), Psychedelisches ("Glass Onion", "Piggies"), Blues ("Yer Blues"), Country ("Rocky Raccoon", "Don't Pass Me By"), Folk ("Blackbird", "Mother Nature's Son") usw. Die Vielfalt auf dem Album ist bis heute der Hauptgrund, warum es seine Faszination nicht eingebüßt hat und es wohl auch nie wird. Das "Weiße Album" zeigt die Beatles zwar nicht mehr als einheitliche Band, dafür aber als vier virtuose Einzelkönner, die ihre zahlreichen Einflüsse verarbeitet haben und etwas Eigenes daraus entstehen lassen. Neben einigen der besten Beatles - Songs, wie Lennons Geniestreiche "Dear Prudence", "Happiness Is A Warm Gun", "I'm So Tired", "Julia", "Sexy Sadie", eine Abrechnung mit Maharishi Mahesh Yogi, der sich nicht nur in spiritueller Absicht an die Schauspielerin Sharon Tate herangemacht hatte sowie der langsamen Version des Klassikers "Revolution", McCartneys "Rocky Raccoon", "Blackbird" oder "Mother Natures Son" findet sich hier auch einiges Absonderliche, das es wohl nicht auf das Album geschafft hätte, wäre dem Produzenten George Martin nicht seine bis dahin absolute Autorität entzogen worden (er mußte sich mit einer eher beratenden Funktion begnügen, die Beatles produzierten zum großen Teil selbst), so die von Lennons neuentdeckter Liebe zur Avantgarde inspirierte Tondbandschnipselcollage "Revolution No. 9" oder "Wild Honey Pie", das klingt, als hätte sich eine betrunkene Schülerband ins Studio geschlichen, was allerdings wieder den legendären Sinn der Beatles für den reinen Unsinn zeigt. Nebenbei wird noch die immer wichtiger werdende jamaikanische Musik geehrt (in "Ob - La - Di, Ob - La - Da" (nigerianisch für "Life Goes On"), ein munterer kleiner Song, den John Lennon nicht ausstehen konnte und den jeder aufrichtige Musikkritiker haßt und als Beweis für Paul McCartneys angebliche Oberflächlichkeit anführt, trotzdem eines der bekanntesten Beatles - Stücke) und Heavy Metal erfunden (mit "Helter Skelter", eine Trotzreaktion McCartneys auf "I Can See For Miles" von The Who, den der Melody Maker zum lautesten und härtesten Song aller Zeiten erklärt hatte. Paul meinte, der lauteste Song der Welt müßte von den Beatles stammen und schrieb dieses Stück, das in seiner Urfassung 24 Minuten lang war und Ringo am Ende zu der Bemerkung "I got blisters on my fingers!" (Ich hab Blasen an den Fingern.) hinreißt.). Wenn das Album dann mit dem hübschen Schlaflied "Good Night" endet, ist man heute noch beeindruckt von der Kreativität, die die Beatles noch als schon zerfallende Band an den Tag legten. "The Beatles" ist eines der der wenigen Alben, das man 1000 Mal hören kann und das trotzdem niemals langweilig wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schaffens-Höhepunkt,
Von
Rezension bezieht sich auf: The White Album-Stereo Remaster (Audio CD)
Wer wie ich 1950 geboren wurde, hat möglicherweise auch schon seine diversen Beatles-Phasen durchgemacht. Insofern fand ich es auch höchst interessant, die Rezensionen durchzulesen - ja, natürlich auch die sternarmen. In vielem erkennt man sich einfach wieder.Für mich war das weiße Album immer das Interessanteste zum Durchhören - ich habe es vielleicht nicht geliebt oder gehasst, aber es gehörte einfach lange Zeit zum Leben. Aufstehen, auflegen. Erstaunlich, wie wenig auch im Dauerbetrieb nervt - vielleicht noch am ehesten die etwas übergehörten "Hits" "Back in the U.S.S.R." und "Ob-La-Di, Ob-La-Da". "Revolution 9" benötigt wohl ebenso wie "Wild Honey Pie" den besonderen Anlass :). Ohnedies ist vieles hemmungslos skurril, witzig und provokativ. Aber genialerweise verschonen uns die Fab4 mit minutelangen Versionen einfacher Ideen - in der Kürze liegt eben die Würze. Die Bandbreite der Titel ist auch aus heutiger Sicht noch ungeheuer. Welcher Zorn in "Why don't we do it in the road" - und welche Zartheit in "Blackbird". "Good Night" klingt wie eine Hollywood-Schnulze, "Martha, my dear" herrlich ältlich und "Don't pass me by" stampft wie eine Spielorgel. Gibt es härtere und schrillere Songs als "Birthday" oder "Helter Skelter"? Man spürt förmlich, wie sich aus der früheren Band "The Beatles" die Indiviuen der vier genialen Musiker herauskristallisieren. Statt Kompromisse in Harmonie hört man Extreme der jeweiligen Ausrichtungen. Ich kann jedem, dem die Musik der Beatles grundsätzlich etwas sagt, empfehlen, sich in dieses großartige Album mit etwas Geduld reinzuhören - nicht stückpickend, sondern im unzensierten Durchlauf. Ein Ratatouille ist eben mehr als einzelne Gemüse :). jury 5* A0154 19.5.2010e 6A 3A Anmerkung: Kritik an Technik und Abmischung kann ich nicht vorbringen. Eine bessere Staffelung in Breite und Tiefe wird auch in modernen Pop/Rock-Produktionen ganz sicher selten erreicht, und die Einmischung in extreme Außenpositionen war damals eben Mode - Stereo war neu, und man wollte so viel davon wie möglich. Das Abmischen von Multitrackbändern führt natürlich niemals zu "Raum" - und man darf Gestaltung nicht mit Hilflosigkeit verwechseln! Wer sich ein wenig informiert, weiß, dass die Technik der Beatles-Produktionen immer vom Feinsten der Zeit war - das zahlt sich auch in der digitalen Abmischung aus, die immer noch sehr modern und intim klingt - auch über gute Kopfhörer. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
an die 2*kritiker: das white album wächst mit!!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: The White Album (Audio CD)
habe mir gerade die zwei-sterne-kritiken durchgelesen. interessant ist, welche verschiedenen ebenen der wahrnehmung die - im großen und ganzen - identische hardware mensch haben kann.
aber das habe ich ja durchaus an mir selbst beobachtet. ich war im fortgeschritten kindesalter als die beatles erfolge feierten und hatte zb "obladi-oblada", "hey jude", "wanna hold your hand" als singles. anfang der 70er hörte man als pop/rock epigone wohl eher die "harten" sachen, wie led zeppelin, deep purple, später komplexeres wie genesis, yes, vdgg, zappa, zwischenzeitig sind wohl einige bei jazz und klassik angekommen... ich höre mittlerweile jede art von musik - wenn sie nur gut (natürlich subjektiv) ist und mich als zuhörer fordert. die beatles waren ja die softies, bereits die stones wurden als schlimmer und progressiver empfunden, definiert wurden sie primär über den erfolg - den sie ja wohl hatten... WIE genial ihre platten waren, habe ich in der gesamten tragweite erst im lauf der zeit, irgendwie gekoppelt mit meiner persönlichen entwicklung, entdeckt. über die inneren qualitäten von abbey road, sgt.pepper, ect. braucht man sich ja hier nicht mehr verbreiten. das sogenannte weiße album hat mir als jugendlicher gar nicht gefallen (gut so, deshalb habe ich ein hervorragend erhaltenes originalexemplar), trotzdem stand es nie zum verkauf, trotzdem hat man immer wieder mal reingehört und es ist jetzt auch schon wieder bald 20 jahre her, dass ich es mal in einem durchhörte und mir dachte "wow, was waren diese typen ihrer zeit voraus!" da gibts so ohrwürmer wie "blackbird", "martha my dear", "julia", das elegische "i'm so tired", das rebellische "revolution", das schräge "honey pie" - will hier gar nicht aufzählen, man müsste sowieso jeden song erwähnen. die fab four waren mit diesem album am gipfel ihrer kreativität, das album "let it be" ist ja vergleichsweise sogar langweilig. ebenso muss aber gesagt werden, dass es ihr wohl sprödestes werk ist und es ein weilchen dauern kann, bis man den zugang so richtig findet - und manche finden ihn wohl nie. trotzdem: eine jahrhundertscheibe, gehört zur einrichtung, zum leben, ein MUSS in jeder musiksammlung! wenn es möglich wäre würde ich 10 sterne vergeben... im übrigen ist die aufnahmequalität hervorragend, man könnte das WA durchaus auch "audiophil" nennen. ich halte es übrigens auch für wichtig, das werk auf einer möglichst guten anlage zu hören, um alle feinen details in ihrer ganzen tragweite zu erfassen - es ist einfach zu schade für mp3 und ghetto-blaster.... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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