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Der Schauspieler Otto Kullberg (Henry Hübchen) ist ein Mann, den die Frauen lieben und die Männer mögen. Gelegentlich trinkt er zu viel. Als er deshalb einen Drehtag seines neuen Films verpatzt und auszufallen droht, wird ein jüngerer Kollege (Markus Hering) engagiert, mit dem alle Szenen zur Sicherheit ein zweites Mal gedreht werden: Leo, der Produzent, will kein Geld verlieren. Otto Kullberg, ein Sprücheklopfer und Mittelpunktmensch, muss seine Rolle im Film behaupten, im Kostüm der 20er Jahre, als Mann zwischen zwei Frauen. Und er versucht, seine Rolle im Leben neu zu verstehen. Viele Filme zurück gab es eine Liebesgeschichte zwischen Otto und seiner Partnerin Bettina (Corinna Harfouch), die jetzt die Frau des Regisseurs (Sylvester Groth) ist. Geraten Kino und Wirklichkeit durcheinander? Im Duell der Darsteller will keiner verlieren. Alle lieben die Wahrheit und jeder lügt.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Du kannst für zweifuffzig nicht die Bibel verfilmen!",
Von
Rezension bezieht sich auf: Whisky mit Wodka (DVD)
Das ist eines der Probleme des Regiseurs Martin Telleck(Sylvester Groth), aber bei weitem nicht das Größte. Das ist der beliebte und erfolgreiche Schauspieler Otto Kullberg(Henry Hübchen). Kullberg kann ganz großes Kino spielen...kann...wenn er nicht stockbesoffen aus den Latschen kippt. Gerade jetzt, als Telleck einen Stoff aus den 20er Jahren vor den wunderbaren Kulissen Rügens verfilmen will, macht Kullberg diese Sauf-Zicken! Da die Produktion gefährdet ist, ordnet der Produzent an, dass alle Szenen mit einer Zweitbesetzung nachverfilmt werden. Sollte Kullberg ausfallen, steht der Film trotzdem. Dafür engagiert Telleck den Theaterschauspieler Arno Runge(Markus Hering). Logisch, dass das Stress gibt. Kullberg reißt sich zusammen, Runge gibt sein Bestes, Regiseursgattin Bettina Moll(Corinna Harfouch) hat ein Techtelmechtel mit Kullberg und Akteurin Heike Marten(Valerie Tscheplanowa) scheint irgendwie für alle männlichen Teilnehmer verfügbar zu sein. Ob und wie dieser Doppeldreh dann doch noch zu einem Film wird, dass dürfen sie sich in -Whisky mit Wodka- anschauen.
Andreas Dresen hat mal wieder zugeschlagen. Nach -Halbe Treppe, Sommer vorm Balkon und Wolke 9- lässt er jetzt -Whisky mit Wodka- auf die Zuschauer los. Dresen wird dabei vom Drehbuchschreiber Wolfgang Kohlhaase unterstützt. Dieses Drehbuch, mitsamt seinen gnadenlosen Texten, ist es, was -Whisky mit Wodka- so einzigartig macht. Egal, ob Kullberg sagt: "Ich habe mich damals auf dem Klo gebildet. Leider konnte ich nicht so viel scheißen, wie ich hätte lesen sollen." Oder Bettina Moll die Erkenntis hat: "Alle lieben die Wahrheit und jeder lügt." Das ist ein Scriptstoff vom Allerfeinsten. Kullberg weiß: "Man wird nicht älter. Eines Morgens wacht man auf und ist alt!" Und Regiseur Telleck brüllt bei jedem Nervenzusammenbruch: "Ich bin kein Eimer, in den jeder scheißt!" So kommen die Charaktere in Dresens Film aufgebracht und rasend daher, nur um sich kurze Zeit später gefühlsduselig in den Armen zu liegen und ihre Liebe und Verbundenheit zum Schauspiel in einer Art gemeinsamen Treueschwur zu besiegeln. Für die Darstellung, dieser wirklich nicht einfachen Typen, hat Dresen phantastisch gecastet. Henry Hübchen scheint geradezu für die Rolle des Otto Kullberg gemacht zu sein. Sein Gegenspieler Markus Hering steht dem in nichts nach. Corinna Harfouch spielt die ältelnde Femme fatale mit Klasse und Valerie Tscheplanowa ist exakt diese Ausgabe in jung. Sylvester Groth, als Martin Telleck, bekommt all unsere Sympathien, in einigen Szenen aber auch unser uneingeschränktes Mitleid. -Whisky mit Wodka- ist ein gutes deutsches Stück Film. Andreas Dresen beweist wieder einmal, dass er zu den ganz großen, aktuellen deutschen Filmemachern gehört. Wenn er die richtige Story hat, die in diesem Fall sogar noch einen Bezug zur Realität aufweist(bei einem DEFA-Dreh 1957 hat es diese Doppelbesetzung tatsächlich gegeben), eine Handvoll guter Schauspieler zur Verfügung steht und ein Schreiber wie Kohlhaase das Drehbuch beisteuert, dann kann nichts mehr schiefgehen. Platzieren sie sich also vor ihrem Bildschirm, legen sie die DVD in den Player und verfolgen sie die chaotisch-liebenswerten Dreharbeiten des Martin Telleck. Dazu dürfen sie sich auch gern ein Glas Wein oder Wasser genehmigen. Die angenehme Wirkung des Films ist auch ohne Whisky mit Wodka garantiert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine etwas hintersinnige Komödie,
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Whisky mit Wodka (DVD)
Wenn die von Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase entwickelte Geschichte auf den ersten Blick reichlich konstruiert daherkommt, so beruht sie auf einem vergleichbar ähnlich wahren Ereignis aus dem Jahre 1957, als Kurt Maetzig für die DEFA den Zweiteiler "Schlösser und Katen" drehte. Der damalige Hauptdarsteller war sehr dem Alkohol zugetan, riss sich nachdem seine Rolle doppelt besetzt wurde jedoch zusammen, so dass die Ersatzbesetzung nur wenige Tage zum Einsatz kam. Kohlhaase entwickelte mit "Whisky und Wodka" eine neue Geschichte in deren Mittelpunkt die Geschichte des Älterwerden, der Einsamkeit, des Egoismus, der Lebenslügen, des Opportunismus und der Liebe zum Filme machen stehen. Durch die Fokussierung des Films im Film werden diese zentralen menschlichen Motive auf eine sehr oberflächlich behandelt, in einigen Passagen erscheinen sie eher grotesk.
Zum Plot: Es geht um den alternden Filmstar Otto Kullberg (Henry Hübchen), der für ein Dreiecksliebesdrama in Zwanziger-Jahre- Kostümen in Binz auf der Insel Rügen vor der Kamera steht. Dieser Otto Kullberg hat ein erhebliches Alkoholproblem. Sein letzter Film platze deswegen, weil er dem Suff zum Opfer fiel und als er bei dem aktuellen Dreh wieder eine Szene verpatzte, weil er zu viel Wodka aus der vermeintlichen Kaffee Thermoskanne getrunken hatte, bekommt es der Produzent mit der Angst zu tun und verlangt von seinem Regisseur Telldeck (Sylvester Groth) parallel zu Kullberg den jüngeren Kollegen Arno Runge (Markus Hering) zu engagieren, damit auch bei einem möglichen Zusammenbruch des Stars der Film im Kasten ist. Nun werden alle Szenen doppelt gedreht und das Double arbeitet sich eifriger in die Rolle ein, als es dem Egozentriker Kullberg lieb sein kann, der es gewohnt ist als smarter Sprücheklopfer immer im Mittelpunkt zu stehen. Amüsant wird die Geschichte als sich die berufliche Rivalität im Dreh nun auch noch auf die Realebene überträgt. Otto hatte einige Filme zuvor eine Liebesgeschichte mit der Hauptdarstellerin Bettina Moll (Corinna Harfouch), die jetzt die Frau des Regisseurs ist. Eigentlich müsste sich Telleck, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, einen Machtkampf mit Kullberg liefern, das lässt der Ost-Regisseur Andreas Dresen nicht zu, um die Melancholie des Films nicht durch noch härtere Töne zu zerstören. Er wählt einen anderen Weg, denn als Bettina Arno schöne Augen macht, der Wettbewerb von Otto und Arno um die Gunst der Filmgespielinnen nun auch auf der Realebene ausgetragen wird, da kommt es zunehmend zum offenen Streit auf dem Set. Das Geschehen reduziert sich auf eine Wohnwagensiedlung, die eigens für die Zeit der Dreharbeiten als vorübergehendes Zuhause der Schauspieler aufgebaut wurde. Geraten Kino und Wirklichkeit durcheinander oder ist das zwischen den Wohnwagen beginnende "Bäumchen-wechsel-dich Spiel" ein bewusster Seitenhieb auf das Filmgewerbe? Wenn man Henry Hübchen über die Filmszene wanken sieht, immer den Mund voller geistreich witziger Sprüche, dann wird man unwillkürlich immer wieder an den seligen Harald Juhnke erinnert. Großartig auch die wunderbar distanzierte Corinna Harfouch. Nur von diesen beiden Hauptdarstellern erfährt man im Verlauf des Films ansatzweise auch etwas Privates, bei allen andern Figuren fehlt der Unterbau und deshalb wäre sicherlich auch aus einer Zweipersonengeschichte, statt des nun entstandenen Ensemblefilms, ein schöner ironisch-melancholischer Film geworden, vielleicht mit etwas mehr Tiefgang. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Starallüren auf Rügen,
Rezension bezieht sich auf: Whisky mit Wodka (DVD)
Der Schauspieler Otto Kuhlberg (Henry Hübchen) gehört zu den großen Nummern im Filmbuissnes. Ein Name der zieht. Außerdem mögen ihn alle. Er ist `ne coole Sau. Doch Otto trinkt gern mal einen über den Durst und verpatzt damit schon mal einen Drehtag oder, wie in der Vergangenheit, einen ganzen Film. Da das teuer ist, will der Produzent von "Tango für Drei", dass sämtliche Szenen doppelt gedreht werden und zwar mit einem anderen Darsteller. Eine undankbare Rolle für den wesentlich jüngeren Theaterschauspieler Arno Runge (wunderbar gespielt von Burgschauspieler Markus Hering). Er fungiert nur als Druckmittel, um Otto zu zeigen, dass es nicht unersetzlich ist. Doch Niemand, außer Arno, will, dass Otto ausfällt. Durch diese aberwitzige Konstellation sind Reiberein natürlich vorprogrammiert. Zudem ist der Regisseur von "Tango für Drei", Martin Telleck (Sylvester Groth) mit einer der Hauptdarstellerinnen, Bettina Moll (Corinna Harfouch) liiert, die wiederum in früheren Zeiten eine Affäre mit Otto hatte.
In Dresens Film (Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase) werden die alltäglichen Probleme des "normalen" Lebens und die alltäglichen Problemen des Filmbetriebes dargestellt. So wird das Älterwerden, Krankheit und Verlust eines Elternteils, ebenso thematisiert wie die Rollenverteilung in der Filmindustrie, samt Konkurrenzkämpfen und Partnerwechsel. Die dabei entstehenden melancholischen Momente werden oft ironisch gebrochen, dürfen aber auch für sich stehen, wie am Ende, als Otto allein am Strand zurückbleibt. Das Filmteam im Film wohnt in einer Wohnwagensiedlung an der Ostsee (gedreht wurde in Binz/Rügen) was die gesamte Handlung räumlich bündelt. Dresen persifliert den deutschen Filmbetrieb (z.B. das Fördersystem) ohne allzu besserwisserisch daher zu kommen. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei Whisky mit Wodka um eine grundsolide Komödie mit hervoragenden Darstellern. Nach "Halbe Treppe", "Sommer vorm Balkon" und "Wolke 9" hätte man einen so witzigen Film von Dresen eher nicht erwartet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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