Das Buch bietet einen hervorragenden Überblick über die Whisky-Destillerien der Welt. Schwerpunkt, ganz klar, ist Schottland, aber auch die Hersteller und Labels aus Irland, Nordamerika, Japan und anderen - teilweise recht exotischen - Ländern werden ausführlich behandelt. Doch liegt der Schwerpunkt glücklicherweise nicht auf der Bewertung des Getränks als solchem, sondern auf den für den Whisky-Liebhaber und -Touristen interessanten Fragen: Gibt es die Brennerei noch, welche Geschichte hat sie, wem gehört sie, gibt es einen Shop, wie komme ich hin, was gibt es Interessantes in der Nähe usw?
Der Autor erspart es sich und dem Leser auf jede Abfüllung und jedes Ettikett einzugehen, denn dann wäre das Buch nach schon einem Jahr veraltet. Seine recht allgemeine Bewertung des qualitativen Ausstosses jeder Brennerei ist verständlich und bietet einen groben Orientierungsfaden. Selbstverständlich gibt es eine Unmenge an Wissen rund um das schöne Getränk, viele Bilder und Hintergrundinformationen und genau da sind wir beim größten Manko des Buches. Bei einem solch reichhaltig bebilderten Buch - welches immerhin schlappe 78,- Euro kostet - müssen sich Autor (der auch für Satz und Bilder zuständig war) und Verlag die Frage gefallen lassen, wieso sie soviele minderwertige Bilddateien verwendet haben. Immer wieder stoße ich auf unscharfe und verwischte Bilder - wahrscheinlich weil die dazugehörigen digitalen Bilder qualitativ nicht ausreichend waren. Auch wenn dies nur einen kleinen Teil der wirklich ungeheuren Menge aller Fotos betrifft, so ziehen sich JPG-Pixel und -Schlieren wie ein roter Faden durchs Buch. Das ist schade, denn das Buch ist nicht nur ein schönes Nachschlagewerk, sondern hätte auch ein perfektes Bilderbuch sein können.