Wir haben das Gerät nun seit 2 Monaten in Gebrauch.
Diese Mikrowelle hat uns überrascht.
Als Ersatz für unsere alte Mikrowelle sollte die "neue" eigentlich nur Mikrowelle und "ein wenig" Umluft können.
Was geliefert wurde ist allerdings eine "Eier legende Wollmilchsau", die wir nicht wieder missen möchten.
Der Preis des Gerätes klingt hoch.
Allerdings bekommt man das "Vollprogramm":
Mikrowelle, Grill (in der Decke), Heißluft (in der Wand hinten), Bratplatte, Dünster... dazu mehrere Grillroste, Deckel etc. und dazu thermisch gesteuerte Automatikprogramme "6th Sense" welche ich woanders noch nie gesehen habe.
Alle nicht erwähnten Funktionen sind Standardumfang (Drehteller etc.) ich werde darauf nicht extra eingehen und möchte gerne erwähnen was das Gerät macht, was andere in diesem Umfang nicht können.
Gehäuse: 4/5
Gut verarbeitet, sehr groß und mit 31 Litern riesiger Innenraum.
Tasten wirken solide. Bedienung muß allerdings erlernt werden (=> Anleitung lesen), da das Gerät über zahlreiche Funktionen verfügt, die man früher in Mikrowellen gar nicht kannte.
Abwertung auf 4.5: Das Gerät hat einen Geräuschpegel der oberhalb des Durchschnitts liegt, was auch daran liegen kann, daß nunmal mit 31 Litern ein großer Resonanzraum vorhanden ist.
Funktionen:
1) Mikrowellenfunktion 5/5
Kernpunkt: Sehr gleichmäßige Erhitzung (2 Strahleneingänge). Das Problem "links heiß, rechts gefroren" ist uns bei diesem Gerät noch nie passiert.
Bedienung einfach.
Für normales Essen empfehlen sich max 650 Watt, bei 1000 Watt (nennt sich hier Jet) gibt es Probleme mit überhitztem Fett, was aber auch bei anderen Mikrowellen besteht. Für Flüssigkeiten und Soßen sind die 1000Watt allerdings super (abdecken nicht vergessen)
Beispiel:
Spaghettisoße Napoli im Weckglas: halbe Tube Tomatenmark 3x, 1 Knobizehe, Basilikum, Oregano, Salz, Olivenöl....Wasser bis die Konsistenz stimmt.
Anrühren, Mikrowelle 1000 Watt, fertig in 2 Minuten. Das Glas mit Glasdeckel ohne den Gummmiring benutzen.
Woher mal eben schnell die Spaghetti kommen...siehe unten beim Thema "Dünstfunktion".
2) Grill 5/5 : Funktioniert bestens:
"Bordelaiseartige" Fischgerichte 10 Minuten Grill+Mikro, danach 10 Minuten Grill.....fertig.
Statt früher Backofen vorheizen, danach 40 Minuten backen.
3) Heißluft 4/5. Tolles Ding. Man hat einen kleinen Heißluftbackofen. Besonders gut ist die "Schnellheizfunktion"
225 Grad in gefühlten 5 Minuten. Damit sind Aufbackbrötchen in 15 Minuten fertig.
Der Ofen heizt turboartig mit Deckengrill vor. Danach stellt man die Zeit ein und er schaltet Umluft zu und heizt über die Rückwand, ohne das von oben "geröstet" wird, was oft das Problem in manchen Backöfen ist.
Nachteil ist die geringe Speicherleistung des Heizraums. Man sollte also nach der Vorheizphase das Gargut schnell reinlegen und den Ofen schließen, sonst ist fix die Hitze raus.
Daher nur 4/5
4) "Crisp Funktion" 4/5
Im Lieferumfang befindet sich eine "Crisp Platte", deutsch Knusprig Platte. Diese Platte besteht aus einer Metallkeramik, welche sich in der Mikrowelle erhitzt. Nach 3 Minuten vorheizen kann man darauf z.B. Fertigpizza zubereiten oder Gemüse/Fleisch braten.
Das klappt sehr gut. Besonders sämtliche (auch billigste) Steinofen Fertigpizzen funktionieren im "6th Sense"-Automatikmodus gut. Wem es nicht knusprig genug ist...einfach 2 Minuten nachgeben.
Also: Fertigpizza in 15-20 Minuten (ohne Herd vorheizen).
Ebenfalls: Flammkuchen oder ähnliche Elsässer-Zwiebelpizzen. Schmeckt super und ist kross.
Was auf Crisp nicht funktioniert sondern Heißluft braucht: Ofenfrische Pizzen.
Diese basieren auf Backpulver und brauchen andere Hitze. Das geht nur über Umluft.
Thema Pommes Frites: die Crispplatte kann auch Pommes Frites, mit dem Pommes-Programm. Die schmecken aber nicht.
Man sollte das Gerät also nicht wegen der Pommesfunktion kaufen.
Pommes Frites schmecken mir nur frittiert. Mir schmecken allerdings die Pommes z.B. von McCain aus dem Backofen auch nicht. Pommes aus der Mikro oder dem Backofen..ach neee.
Abwertung auf 4/5:
Pommes schmecken schlecht wie aus dem Backofen, die Crispplatte kühlt bei Gemüse schnell aus, wenn dieses roh aufgelegt wird: Zucchini also vorgaren, danach auf der Cripsplatte rösten. Doppelaufwand (-1).
5) Dünstfunktion 5/5
Am Anfang waren wir skeptisch. Ein Künststoffdünster mit Siebbodeneinsatz.
Das Ding wurde der heimliche Hauptdarsteller.
Grund:
Durch die Möglichkeit mit diesem Dünster Nudeln zu kochen und Gemüse zu dünsten wurde unser großer Kochtopf ersetzt.
Die Mikrowelle hat einen Sensor. Dieser erkennt wann das Wasser kocht =>"6th Sense".
Mann gibt also 250 Gramm Spaghetti MarkeX in den Dünster...mit 1 Liter Wasser. Man stellt den Timer auf die Packungszeit 7 Minuten.
Die Mikrowelle im Programm "Dünsten" bringt das Wasser zum Kochen und stellt dann den Timer.... Nudeln sind "Al dente"
Spaghetti-MarkeY....Garzeit 11 Minuten: 250 Gramm MarkeY (Portion für 2 Personen)....1 Liter Wasser: 11 Minuten nach Packung.
Nudeln sind "al Dente"...
Nimmt man nur die Hälfte..also 125 Gramm und 500ml Wasser...bleibt die Kochzeit 7 bzw. 11 Minuten, denn die Mikrowelle bringt erst das Wasser zum Kochen und erst dann kochen die Nudeln.
Diese Anwendung hatten wir gar nicht erwartet. "Nudeln aus der Mikrowelle"......ohne Eingreifen und vollautomatisch.
Kein Schaum, kein Überkochen,man braucht kein Öl.... wirklich gut. Im Topf kleben keine Nudeln fest.
Spülen in 30 Sekunden.
**Ergänzung April 2012 nachdem es wohl falsch verstanden wurde**
Die Spaghetti nur im Dünster ohne Sieb im Wasser liegend garen, mit Deckel.
**Ende Ergänzung**
Das war die Antwort zum obigen Thema "schnelle Sauce".....
Das klappt auch mit Reis, dort muß man allerdings experimentieren bis der Lieblingsreis optimal wird, denn Langkorn ist nicht Parboiled, der Reis aus dem Chinaladen braucht mehr Wasser etc..
Broccholi/Blumenkohl/Rosenkohl auf dem Sieb garen, unten 100ml Wasser in den Einsatz: Dünstautomatik 4-8 Minuten, ohne das die Wohnung nach Kohl stinkt durch die Dampfmengen welche beim Kochen entstehen.
Jetzt habe ich mal eine Rezension geschrieben, welche weniger technisch ist und auch mal die Anwendung schildert.
Auf Grund dieser Vielseitigkeit ist dieses Gerät 100% empfehlenswert. Die Extrafunktionen wie Crisp und Dünster werden durch sinnvolle Automatikprogramme ergänzt (welche man aber nicht nutzen muß).
Update Ende November 2011:
Ich möchte gerne ein Status-Update verfassen.
Das Gerät ist von mir immer noch 100 % empfehlenswert.
Die von mir oben erwähnten Mängel bestehen z.T immer noch, können
jedoch durch genauere Erfahrung mit dem Gerät "kompensiert" werden.
Nun aber Stück für Stück:
Gesamtwertung immer noch 5 von 5 Punkten.
Funktionen: Mikrowelle 5/5
Macht was eine Mikrowelle soll. Ich habe keine Nachteile gefunden, auch keine neuen Vorteile. Es bleibt bei der Wertung.
Ergänzung: Für Flüssigkeiten oder aufgewärmte Speisen verwenden wir fast nur noch Weck-Gläser+Glasdeckel oder alte Marmeladengläser (mit Teller als Deckel).
Diese sind 100% Mikrowellen geeignet und haben den Vorteil das Fett keine Löcher im Mikrowellengeschirr hinterläßt oder dieses (z.B. mit Paprika oder Tomate) verfärbt.
Grill 5/5:
Immer noch ohne Tadel. Einzige Ergänzung ein Rezept:
Schwäbische Maultaschen oder Tortellini mit ausreichend Wasser nach Herstellerangaben im Dünster (ohne Sieb) mit 6th-Sense kochen.
Danach 10 Minuten z.B. mit Ziegen/Schafskäse unter dem Grill (+Knoblauch/Lauchzwiebel/Sambal Oeleck o.ä ) überbacken. Salat dazu..lecker.
Heißluft 5/5 = +1 :
Urteil +1, da Anwendung die früher nie angedacht war entdeckt wurde.
Das Problem des zu kleinen Wärmespeichers lösen wir im Moment folgendermaßen: Wir stellen (egal wie die Zieltemperatur aussieht) auf 225 Grad.
Wenn vorgeheizt ist (nach ca. 7 Minuten) legen wir das Gargut rein und stellen die Zeit ein.
Danach ändern/regeln wir die Temperatur runter auf die Richtige z.B. 180 Grad. Die erhöhte Wärmemenge reicht aus um den Wärmevelust durch Öffnen des Ofens zu kompensieren.
Trotz dieses Nachteils kenne ich keinen Ofen (in dieser Größe), bei dem man während des Backens derart flexibel mit Temperatur und Garzeit umgehen kann mittels eines Jog-Shuttles/Drehreglers.
Ich möchte den Nachteil der geringen Speicherung jedoch nicht missen, denn so bekommen wir immer leckere Aufbackbrötchen, für die unser Backofen alleine 20 Minuten vorheizen müßte.
Was viel besser als in unserem großen Backofen wird: Laugenbrezeln (vom Discounter) Stückpreis 12 Cent. So gut wie beim Bäcker. Falls die Brezeln Probleme machen...kurzer Kommentar, ich schreibe das "Rezept" in einen Kommentar darunter.
Woher kommt der Vorteil von +1 ?
Wenn man Fisch oder Fleisch brät und dieses nach dem Anbraten gerne 20 Minuten ruhen lassen oder durchgaren möchte.
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