Der Whippet ist ein ausgesprochen angenehmer Hund - liebevoll, sportlich, kurzhaarig-praktisch und so gut wie geruchsfrei, und - wenn er ein paar Sprintrunden einlegen durfte - sehr zufrieden damit, neben seinem Menschen auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen. Dazu seine bescheidene Ruhe und das elegante Aussehen - kein Wunder, dass dieser schöne Hund gerade einen wahren Boom erlebt.
Marianne Bunyan, seit Jahrzehnten Züchterin dieser wunderbaren Rasse, hat ein umfassendes kleines Rassebuch geschrieben, das alle wichtigen Fragen um den Whippet derer, die gerade beginnen, sich für ihn zu interessieren, abdeckt. Sie erklärt, was es mit dem besonderen, geradezu "un-hündischen" Charakter des Whippets auf sich hat und wie man damit umgeht, beschreibt,woran man gute Züchter erkennt, wie man mehrere Whippets hält (denn bei einem Einzelnen bleibt es bei dieser Rasse nur selten), was genau Coursing ist, und alle anderen Dinge, die man wissen sollte - damit man eine wirklich gute Wissensgrundlage hat, bevor man sich "an lebenden Objekten" beim Züchter informiert.
Schade ist, das der Verlag - wie immer - an Foto-Material gespart hat: Trotz der von M. Bunyan erwähnten Farbvielfalt der Whippets sind im Buch ausnahmslos sandfarbene oder bluefawn Mantelschecken in schwarz oder blau gestromt zu sehen (und selbst diese Farben nicht korrekt beschrieben), außerdem scheinen die Hunde alle vom gleichen Züchter zu stammen. Kein einziger schwarzer, kein einziger roter Whippet, kein blauer, kein Hund ohne Stromung. Das gehört nun mal auch zu einer richtigen Rassebeschreibung - zumal bei einer Rasse, die in so unglaublich vielen Farben mit komplizierten Bezeichnungen vorkommt. Das ist nicht die Schuld der Autorin, die wahrscheinlich ein großes Archiv zur Verfügung gestellt hätte, sondern der Geiz des Verlags.