4 Jahre ist es nun her. Ich spielte mit einem Kumpel Flatout 2. Für Musik interessierte ich mich herzlich wenig. Doch das sollte sich ändern, denn plötzlich, inmitten all der infernalen Zerstörungswut, die in mir wohnte, da löste sich die Welt auf und ich hörte für einen Moment auf zu atmen und zu denken. Nach 3:38 Minuten war meine Welt eine andere. "Breathing" wurde gespielt und meine erste große Liebe im Bereich der Musik war gefunden: Yellowcard.
Als ich dann am Anfang des Jahres vernahm, dass die sympathischen Jungs endlich ein neues Album mit dem Namen "When Your're Through Thinking, Say Yes" veröffentlichen werden, war für mich das Jahr gerettet, gehören doch "Paper Walls" und "Lights And Sounds" zu den besten Alben die ich je zu Ohren bekommen habe. Waren die ersten beiden Alben - noch ohne den jetzigen Sänger Ryan Key - noch durchschnittliche, aber aufgrund des Einsatzes einer Violine schon herausragende, Pop Punk-Alben, so wurde die Band mit der Veröffentlichung von "The Underdog EP" und "One For The Kids" immer bekannter. An letzten beiden wirkte dann erstmals Ryan mit. Dessen Stimme verzauberte dann mit dem Release von "Ocean Avenue" ein weltweites Publikum. Und wie. Für mich zählt dieses Werk zu den Referenzwerken des Pop Punk und ist ein wahrer Meilenstein des Genre. Eines meiner fünf liebsten Alben.
Entsprechend hoch waren dann auch die Erwartungen an das neue Album. Und hier ist es (zum Glück habe ich "Ferien")!
Als erstes fällt einem das Cover auf. Es ist wieder ein Stück fröhlicher als das von "Paper Walls", geht also mehr in das von "Ocean Avenue". Auch die ersten Töne des Albums zeigen, dass die Band wieder eher in Richtung der Sunshine-Platte gegangen ist. Aber auch eher härtere Töne, wie sie auf "Lights And Sounds" und teilweise auch auf dessen Nachfolger zu finden waren, sind hier vertreten. Es erwartet einen also grundsoliden, dabei aber immer eigenständigen, Pop Punk.
Nun zu den Songs im Einzelnen und deren Bewertung:
1. The Sound Of You And Me 5/5:
Geht gleich spritzig los. Erinnert ein wenig an "Way Away". Die Violine sticht hier sofort wieder hervor. Der Refrain beweist gleich das Gefühl der Jungs für Ohrwürmer und catchy Melodien. Diese zünden aber erst bei zweiten Mal hören. Der Song endet sehr melodramatisch und melancholisch. Ganz großes Kino! Vielleicht der beste Opener, den Yellowcard je auf einen Silberling brachten.
2. For You, And Your Denial 5/5:
Mächtiges Intro. Dafür liebt man YC. Etwas schleppende Strophen, die übergehen in einen der besten Refrains des Albums. Eine wahre Hymne, die von Ryans Stimme - er ist m. M. n. der beste Sänger im Bereich des Pop Punk - perfekt umgesetzt wird. In der Bridge wird dann wieder das Intro aufgegriffen.
3. With You Around 5/5:
Sunshine pur - mehr muss man eigentlich nicht sagen. Hier tauchen zum ersten Mal Background-Gesänge auf. Ebenfalls ein echter poppiger Ohrwurm und für mich mit den anderen zwei Songs am Anfang mit das beste auf "When You're Through Thinking, Say Yes".
4. Hang You Up 4/5:
Erste Ballade auf dem neuen Werk. Erinnert mich irgendwie an einen anderen Song, auch wenn mir nicht einfällt welcher :-). Recht lustiger Chorus. Hier wird es nochmals eine Spur poppiger und hymnischer. Gefällt mir auch sehr gut, kommt aber aufgrund des sich wahrscheinlich schnell abnutzenden Chorus nicht an die ersten drei Songs heran.
5. Life Of Leaving Home 5/5:
Kommt anfangs wieder etwas härter daher. Sehr schön auch das Aussetzen des Schlagzeugs am Anfang der ersten Strophe. Dadurch kommt das Violinenspiel noch besser zum Ausdruck. Der Refrain wird hier etwas ausgereizt, ist aber wieder sehr gut und absolut gelungen - auch wegen der Background-Vocals. Die Bridge wird am Ende dann noch von einem kurzen Klavierspiel begleitet. Wieder herausragend.
6. Hide 4/5:
Track 6 ist wieder etwas ruhiger gestaltet. Ryan singt hier stellenweise sehr hoch in den Strophen. Hört sich wie ein guter College-Rock-Song an und schreit gerade danach, dass man ihn im Sommer ganz laut hört.
Allerdings fehlt hier etwas eine zwingende Komponente, weswegen der Song ein wenig abfällt.
7. Soundtrack 5/5:
Wieder funktioniert das Wechselspiel zwischen "ruhig" und "hart" gut. Der siebte Song ist wieder durch schön treibende und etwas härtere Gitarren untermalt. Überzeugt vor allem durch den knackigen Refrain und den Stimmwechsel der beiden Sänger in der Bridge nebst des an 30 Seconds To Mars erinnernden Einsatzes von Fangesang sehr. Verzichtet danach zum Glück auf die Wiederholung des Chorus. Gehört zur Oberklasse der Oberklasse von WYTTSY.
8. Sing For Me 6/5:
Die zweite Ballade. Überzeugt textlich im Refrain und spricht mich sehr an. Wieder finden sich Klavierklänge und die Violine erzeugt damit zusammen ein wahres Gänsehautgefühl. Explodiert dann im super Refrain und macht diesen Song zum Übersong der Platte.
9. See Me Smiling 5/5:
Etwas härtere Nummer mit schön akzentuiertem Gitarrenspiel während der Strophen. Explodiert dann langsam aber sicher im grandiosen Refrain. Auch hier gibt es wieder Background-Gesang. Baut in der Bridge nochmal richtig Spannung auf. Einer der besten Songs des neuen Longplayers!
10. Be The Young 5/5:
Wird von einem schönen Violinen-Spiel unterlegt. Schöne und melodische Strophen und ein perfekt von Ryans hymnischer Stimme vorgetragener Chorus. Ein sehr würdiger Abschluss für dieses Album und ein weiteres Highlight!
Fazit 5/5:
Eine der überragenden Platten dieses jungen Jahres - das steht schon jetzt fest. Der Sommer kann also kommen. Sicherlich kommt das Album nicht ganz an "Ocean Avenue" heran, ist aber um jeden Fall einen Ticken besser als "Lights And Sounds" und auf einer Höhe mit seinem Vorgänger, jedoch etwas zu kurz! Ausfälle gibt es auch nicht und die Songs befinden sich alle auf einem durchgehend hohen Niveau, wie man das eben von der Band gewohnt ist.
Anspieltipps braucht es keine, denn alle Songs sind empfehlenswert und durchgehend hörenswert.
-> Klare Kaufempfehlung für alle Leute mit einer ausgeprägten Liebe zum Pop Punk mit Herz und Seele.