Diese Verfilmung des gleichnamigen Comics von Raymond Briggs erzählt die Geschichte von Hilda und Jimmy Bloggs, einem älteren Ehepaar, das im ländlichen England seinen Lebensabend geniesst und unerschütterliches Vertrauen in die Regierung hat. Beide erinnern sich immer noch an den Zweiten Weltkrieg, in dem ganz Großbritannien zusammenstand und die Menschen einander halfen. Dass im „neuen“ Kalten Krieg Nuklearwaffen den Ausschlag geben, können beide nicht ganz begreifen. Als sich die Krise zwischen Ost und West immer weiter verschärft, macht sich Jimmy daran, mit Hilfe von Anleitungen, die von der Regierung verteilt wurden, einen provisorischen Hausbunker zu errichten. Sie wähnen sich sicher.
Der Krieg ist nur eine Sache von Sekunden, beide überleben den Atomschlag, sind aber überzeugt, dass Unterstützung von der Regierung bereits auf dem Weg zu ihnen ist, und dass schon in ein paar Tagen alles wieder beim Alten sein wird. Sie können nicht wissen, dass keine Hilfe unterwegs zu ihnen ist, dass es vielleicht ausser ihnen überhaupt niemanden mehr gibt. Und was noch viel schlimmer ist, sie können auch nicht wissen, dass sie einer hohen Dosis Strahlung ausgesetzt waren, und nun langsam krank werden...
Zusammen mit dem japanischen „Die letzten Glühwürmchen“ steht „Wenn der Wind weht“ als berühmtester Zeichentrick- Warnfilm vor der nuklearen Bedrohung; ist gegenüber seinem japanischen Pendant jedoch um einiges verstörender. So traurig „Die letzten Glühwürmchen“ auch ist, die Botschaft des geschwisterlichen Zusammenhalts, vermitteln dem Zuschauer immer noch ein bisschen Hoffnung. In „Wenn der Wind weht“ gibt es nichts, woran sich der Zuschauer festhalten kann, die Welt ist am Ende; alles was übrig blieb sind zwei Menschen, die sich immer noch an ihren Erinnerungen und ihrem Glauben festhalten, obwohl sie langsam aber sicher an Strahlenverseuchung sterben.
Als Extras bietet die DVD ein Interview mit Briggs sowie ein Making-of; dass es keine Deutsche DVD-Fassung gibt, man demzufolge nur englischen Ton hat, ist schade.
Dieser Film ist markerschütternd, nach dem Sehen wünscht man sich fast, niemals von „Wenn der Wind weht“ gehört zu haben, denn man wird sich unweigerlich fragen, wie wir überhaupt von Tag zu Tag unserem Alltag nachgehen können, obwohl wir wissen, dass es auf der Welt Menschen gibt, die im Besitz solcher Waffen sind, und dass das Szenario, das der Film zeigt, jederzeit, in jeder Stunde, Wirklichkeit werden kann.