Ein weitgehend unbeachteter, kleiner Film aus Kanada, der dummerweise das Etikett "Lesbendrama" angehängt bekam, was meistens zur Folge hat, dass außer verklemmten Voyeuren kaum ein Mann solch einen Film freiwillig anschaut. Und das vollkommen zu Unrecht, denn in diesem wundervoll gespielten Liebesfilm geht es um die Entwicklung einer Frau, das Ausbrechen aus einer Gefühlsstarre, eine klassische Entwicklungsgeschichte. Die verklemmte Protagonistin, wunderbar spröde und zugleich sinnlich von der renommierten franko-kanadischen Schauspielerin Pascale Bussières gespielt, lebt in einer steifen Beziehung mit einem bigotten Dozenten und steht kurz vor der Hochzeit. Doch dann lernt sie eine unkonventionelle Performance-Künstlerin kennen, die ihr zeigt, dass man gelegentlich die Kontrolle über sein Leben verlieren muss...
Ein leiser, sensibler Film mit sehr schönen Bildern und einer nicht zu aufdringlichen Symbolik, der vom Aufbruch in ein neues Leben berichtet, über die Angst, die Unsicherheit, aber auch die Euphorie und Hoffnung, die einen solchen Schritt immer begleiten. Eine präzise, unsentimentale Inszenierung, die auch echte Kerle ohne das Gefühl des Fremdschämens genießen können - schreibt ein Rezensent, der "Frauenfilme" normalerweise meidet wie der Teufel das Weihwasser.