Mitte der Siebziger Jahre kristallisierte sich in England eine neue Rock-Musik-Richtung heraus, die sowohl aus Elementen des klassischen Heavy Metals, den zum Beispiel Black Sabbath in ihrer Anfangszeit hoch und heilig zelebrierten, als auch aus Anteilen des klassischen melodischen Hard Rocks bestanden, den seinerzeit Deep Purple oder auch Led Zeppelin zum Besten gaben. Dieser neuen Stilrichtung gab man nicht nur den sehr ungeschickten Namen "New Wave Of British Heavy Metal", sondern mit "NWOBHM" auch eine Abkürzung, die eher Serviceleistungen eines Erotiketablissements bezeichnen könnte als eine Musikrichtung. Wie dem auch sei. Zusammen mit den Urvätern Judas Priest bildeten SAXON und Iron Maiden Anfang der Achtziger die Speerspitze dieses neuen Musikgenres.
Obwohl die Band äußerst produktiv zu Werke ging, und im Laufe ihrer Karriere sehr viele exzellente Alben veröffentlichte, stand sie bis heute großteils immer im Schatten dieser beiden großen Heavy-Metal-Bands, was unter Umständen auch daran lag, dass sich bei SAXON das Personalkarussell ständig drehte, und die regelmäßigen Besetzungswechsel dazu führten, dass die Band bis zum heutigen Tage, anders wie Judas Priest oder Iron Maiden, niemals ein wirklich konstantes Line-Up hatten, und sich die einzelnen Musiker, sowohl im Studio, als auch auf den Konzerten, immer wieder neu finden musste.
Das erste Line-Up - Byford, Dawson, Gill, Quinn, Oliver - machte den Anfang bei den Sachsen, und produzierte neben einem akzeptablen Debüt, drei Alben, die bis heute als Meilensteine dieses Musikgenres gelten. Den Anfang dieser Reihe machte das Album - Wheels Of Steel - das gleich zu Beginn des neuen Jahrzehnts 1980 veröffentlicht wurde, und der Band einen unglaublich großen Erfolg bescherte. Das Album schoss in England sogar bis auf Platz 5 der Album-Charts, und erfreute sich, aufgrund seiner klischeehaften Positionierung, vor allem bei Motorrad-Fans aus aller Welt äußerster Beliebtheit, die sich nicht nur mit dem Album-Cover, sondern auch unweigerlich mit den Titeln - Motorcycle Man, Wheels Of Steel, Freeway Mad - und - Street Fighting Gang - identifizieren konnten.
Dieses Album hatte aber noch mehr zu bieten, als nur die Identifikation einer Subkultur, denn SAXON vermitteln auf Songs, wie - Stand Up And Be Counted - und - See The Light Shining - ein ganz positives Selbstwertgefühl. Des Weiteren distanziert sich die Band auf dem extrem harten Schlusstitel - Machine Gun - ganz deutlich von Krieg und Terror auf dieser Welt, und lässt am Ende des Album alles in die Luft fliegen. Hinzu gesellen sich noch die beiden Klassiker - 747 (Strangers In The Night) - sowie - Suzie Hold On - die das Album - Wheels Of Steel - unsterblich machen.
Auch eine erneute Anschaffung der remasterten Version lohnt sich auf jeden Fall, denn neben einem deutlich verbesserten Sound gibt es zusätzlich noch acht Bonustracks. Herz, was willst du mehr?