Während "Gathering Storm" sich großteils mit Rand und Egwene befasste, konzentriert sich "Towers of Midnight" auf Perrin, Elayne, und natürlich Mat.
Ich empfehle beide Bücher zeitnah zu lesen da v.a. Perrins Plot in ToM großteils zeitgleich mit GS spielt und so den anderen Kapiteln merklich zeitlich hinterher hinkt.
Wie es das US-Cover schon verrät, wird auch endlich der Plot fortgeführt, auf den denke ich JEDER Fan insgeheim seit "Shadow Rising" gewartet hat: Was ist wirklich mit Moiraine geschehen? Und was erwartet Mat im Tower of Ghenjei?
Zwar war ich überrascht, dass auf diesem Plot deutlich weniger Fokus lag als erwartet, dennoch würde ich sagen, dass das Warten sich gelohnt hat =)!
Wie auch schon in GS werden wieder einige Erzählstränge aufgelöst und Stück für Stück fügen sich auch die für viele (leider) abschreckenden Bände 9 und 10 in ein stimmiges Gesamtbild. So verstehen wir mehr und mehr die verschiedenen Prophezeiungen und bekommen so langsam eine Vorstellung davon wie Tarmon Gaidon aussehen könnte und warum vieles bisher so kam wie es kommen musste.
Dank Rand's Wandel in GS gibt es in ToM viele rührende und grandiose Momente (bsp. "Apples First") und die Hoffnung hält endlich wieder Einzug in die Herzen der Protagonisten - wirklich sehr bewegend! Aber es ist auch nicht alles eitel Sonnenschein und so erfahren wir mit Aviendha's Reise nach Rhuidean m.E. eine der schlimmsten/traurigsten Enthüllungen der Reihe bisher.
Sehr gut gefällt mir auf jedenfall Nynaeves Entwicklung. Ich hatte schon immer einen Faible für sie und bin froh dass sie endlich "erwachsen" geworden ist.
Die Seanchan hingegen machen sich bei mir immer unbeliebter...
Ganz klar gibt es immer wieder Szenen bei denen man vermutet, dass Robert Jordan sie sicherlich stimmiger zu Ende geführt hätte, aber ich persönlich halte mir dann vor Augen wie beschwerlich es für einen Autor sein muss die Geschichte eines anderen nahtlos fortzusetzen und bin dann wieder versöhnt. Zum Beispiel ist m.E. Mats Überzeugung von sich und seiner Wirkung auf Frauen etwas zu stark, in den vorigen Bänden wurde das nie SO deutlich. Und besonders bei Elaynes Szenen bilde ich mir ein den Unterschied deutlich zu sehen - zumindest wirkt sie stellenweise doch sehr befremdlich und reagiert irgendwie... unerwartet (*minispoiler* wiedersehen Elayne - Mat im verhältnis zu Elayne - Perrin oder Morgase). Stärker als in GS fiel mir diesmal auf dass Brandon Sanderson manchmal einen für mich sehr gewöhnungsbedürftigen Satzbau verwendet, so dass ich manche Sätze 3-4 mal lesen musste. Manche Szenen erscheinen wirklich etwas kurz, aber nur da man bei WoT an RJs ausschweifende Beschreibungen gewöhnt ist *gg*.
Nichtsdestotrotz komme ich nicht umhin unglaublich froh darüber zu sein, dass es sich nach Robert Jordans Tod, Brandon Sanderson zum Ziel machte meine Lieblingsserie zu beenden. Schließlich war man in Band 11 genau an der Stelle, an der man erwartungsvoll den Atem anhält und auf das große Finale wartet. Und wir Leser mussten uns lange lange Zeit mit Ungewissheit und Spekulationen begnügen. Deshalb kann ich GS und auch ToM besonders auch denen uneingeschränkt empfehlen, die der Reihe aus Enttäuschung über die mangelnde Fortsetzung den Rücken zu kehrten und bin schon total gespannt auf "A Memory of Light".
Tipp: Schaut euch zur Einstimmung den liebevoll erstellten Community-Made Trailer unter dragonmount.com an =)