es gibt wenige jazz-gitarristen, die so wandlungsfähig wie pat metheny sind, der mir 1976 bereits mit "bright size life" aufgefallen ist, dessen weg ich seither verfolgt und dessen produktionen ich fast alle besitze.
ich bewunderte immer seine fähigkeit, einerseits auf seine mitmusiker mit haut und haar eingehen zu können, andererseits, diese ganz locker mitreissen zu können und in seine umlaufbahn zu bugsieren.
paradebeispiele für diese fähigkeiten wären da zb. "beyond the missouri sky" mit charlie haden oder "i can see your house from here" mit dem ansonsten mitunter etwas kantig agierenden john scofield.
ein bisserl einfach hat er es sich gemacht, keine einzige eigenkomposition findet sich hier, bei der songauswahl wurde auf nummer sicher gesetzt und teilen muß er auch mit niemandem.
aber wie er sich über diese standards hermacht hat andererseits ganz große klasse. PM hat nichts von seinem typischen sound und dem jazzgeprägten einfühlungsvermögen verloren, das ihn immer ausgezeichnet hat, er spielt auf z.t. wirklich seltsamen instrumenten, wie einer bariton-gitarre und der eigens von linda manzer gebauten 42-saitigen pikassogitarre, die mit ihren zwei Hälsen und drei Stegen eine mischung aus laute, gitarre und japanischer zither ist.
und man muss es ihm lassen, das ist fremdartig und es berührt auch abgebrühte zuhörer mit den herbeigezauberten gefühlen und seinen typischen klangfarben.
pat metheny scheint mir aber hiermit am ende eines weges angekommen zu sein, hier kann er aufhören oder er muß sich härtere gegner als sich selbst suchen um nicht abzudriften.
eingespielt wurde das der mähr nach spätnachts in PM's new yorker appartment und das hört sich irgendwie auch so an, einsam klingts mitunter, intim und spontanen einfällen folgend. der sound ist plastisch, dynamisch unmittelbar, vielleicht ein wenig zu "groß".
großartige platte, die eine sonderstellung in dem eh umfangreichen werk des künstlers einnimmt, somit ohne wenn und aber die höchstnote!