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Das einstige Physik-Genie Boris Yellnikoff ist mit seinem Leben auf ganzer Linie gescheitert. Bis ihm eines Tages die Ausreißerin Melody in die Arme fällt und dann auch gleich bei ihm einzieht. Das funktioniert alles für eine Weile auch ganz gut, bis plötzlich Melodys Mutter Marietta unangemeldet vor der Tür steht. Wenig begeistert von ihrem neuen Schwiegersohn sucht sie nach einer geeigneten Alternative für ihre Tochter und entdeckt ganz nebenbei ihre sexuelle Erfüllung und Berufung als Künstlerin. Während ihr Gatte, der sie wegen ihrer besten Freundin sitzen ließ, plötzlich seiner Leidenschaft für Männer freien Lauf lässt. Und Melody beginnt sich für den smarten Randy James zu interessieren. Wo die Liebe hinfällt.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liebt euch, wer wen mag,
Von Wirtshausberater (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Whatever Works - Liebe sich wer kann (DVD)
Misanthropen sind immer gute Aufhänger für eine Geschichte, denn meist enthält ihr Zynismus sehr viel wahres. Woody Allen lässt in seinem neuen Film "Whatever works" den Protagonisten sogar direkt zum Publikum sprechen. Boris Yellnikoff (Larry David) ist achtzig, IQ 200, nur knapp am Physik-Nobelpreis vorbeigeschrammt; mit dem Leben hat er abgeschlossen, was sich z.B. daran zeigt, dass er den Kindern, denen er Schachstunden gibt, schon mal nach dummem Spiel die Figuren über den Kopf kippt. Vor allem aber ist er mit der, wie er glaubt, flüchtigen Illusion der Liebe durch. Das muss sich auch die 21jährige Südstaatengöre Melody (Evan Rachel Wood) anhören, die auf einmal vor seiner Tür steht, sich bei ihm einnistet. Die Gegensätze zwischen dem Lehrmeister, dem das Leben nichts mehr beibringen kann, und der unbedarften, aber erkenntnishungrigen Landschönheit sind so groß, dass es trotz Anfangsschwierigkeiten zu einer Symbiose, sogar zu einer Ehe kommt. Denn wenn schon sinnlos leben, dann noch lieber mit einer schönen Illusion. Die Konstellation gerät ins wanken, als Melodys Mutter (Patricia Clarkson) auftaucht, nachdem sie von ihrem Mann verlassen wurde. Obwohl aus der Landpomeranze eine Fotokünstlerin wird, die eine glückliche "Manege a trois" mit zwei Männern führt, tut sie alles dafür, damit ein junger Verehrer Melodys zum Ziel kommt. Schließlich taucht auch noch Melodys Vater auf, um seine Frau zurückzugewinnen; dabei hat er eine äußerst unvermutete Einsicht zu bekommen, um seine wahre Identität zu finden."Whatever works" ist eine äußerst kluge Auseinandersetzung mit dem Leben, das sogar dem desillusionierten Zyniker am Ende noch eine Erkenntnis liefern kann. "Liebe sich, wer kann", lautet der Untertitel. Woody Allen treibt dieses Kredo auf die Spitze in seiner wort- und spottreichen Auseinandersetzung mit der Verklemmtheit der USA. Weisheit und bissiger Witz gehen hier vor allem im zweiten Teil des Films glänzend zusammen. Dass das Drehbuch bereits aus dem Jahr 1977 stammen soll, merkt man nicht, denn Woody Allen scheint in der Umsetzung seine komplette Lebenserfahrung zu verarbeiten. Ansehen und vor allem genau hinhören. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Querulant Reloaded - Whatever works im Allen Kosmos,
Von Akamas (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Whatever Works - Liebe sich wer kann (DVD)
Von Woody Allen gibt es inzwischen über 40 Filme bei denen er für Drehbuch und/oder Regie verantwortlich war. Da ist es freilich auch für einen so hoch begabten Künstler nicht immer leicht sich nicht immer wieder zu wiederholen. In der Tat ist es ihm mit "Match Point" und "Vicky Christina Barcelona" im letzten Jahrzehnt überraschend gut gelungen seinen Ideenkosmos neue Aspekte hinzuzufügen."Whatever Works" hingegen beruht überhaupt auf einem älteren Drehbuch und ist weit weniger originell. Mit der alten, grantigen Hauptfigur ist wieder ein Charakter dabei, den Allen früher sicherlich selber gespielt hätte. Wenn man diesen Stil jedoch mag und nicht genug davon kriegen kann, muss man sich natürlich auch "Whatever Works" anschauen. Allerdings hat der Film nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen und kann nicht mit den ganz großen, klassischen Allen Filmen mithalten. Um zuerst zum Positiven zu kommen: Der Wortwitz ist wieder mal genial! Nur Woody Allen kann ein derart umwerfendes Sprachfeuerwerk entfachen. Larry David darf als Boris Yellnikof dank eines klugen dramaturgischen Tricks immer wieder das Publikum direkt ansprechen und schafft es auf eine sehr glaubhafte Weise, die sehr sehr bissigen Pointen rüberzubringen. Wer schwarzen Humor schätzt, ist hier besonders gut aufgehoben. Auch das Zusammenspiel mit der jungen Melody, die das absolute Gegenteil, des alten Boris ist, sorgt für sehr gelungene Gags und auch ein paar berührende Momente. Leider hat der Film vor allem gegen Ende hin einige Probleme. Allen ging es offenbar darum hier eine Message zu transportieren: Nämlich, dass alles was einen glücklich macht gut ist, solange es niemanden verletzt. Aber die Story wird leider so schnell und unglaubwürdig aufgelöst, dass man das Ganze kaum richtig ernst nehmen kann. Anstatt auf Charakterentwicklung zu setzen, beenden eine Reihe von glücklichen Zufällen einfach das ganze Geschehen. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, stört doch besonders, dass der Film, der sonst für einen eher ungewöhnlichen Lebensstil wirbt, letztlich dann einiges davon wieder zurücknimmt. Das schadet der Stimmigkeit des Kunstwerkes und macht "Whatever Works" zu einer verhältnismäßig seichten Komödie, von der einen wohl hauptsächlich die witzigen Sprüche im Kopf bleiben werden. Eine zweite Schwierigkeit des Films ist, dass Larry David zwar als Sprücheklopfer und Choleriker sehr gut ist, aber die Liebesbeziehung zu Melody etwas zu kurz kommt. Der Film ist bewusst so gehalten, dass man kaum klassische Liebesszenen zwischen den beiden sieht. Das ist auf der einen Seite gut so, denn warum eine ausführliche Romanze einbauen, wenn man soviel Humor hat? Andererseits fällt es einen doch etwas schwer zu verstehen, was die beiden eigentlich zusammenhält. Dazu gibt es im Film zwar schon Andeutungen, aber die genügen nicht so ganz. Unterm Strich hat man hier also einen der unoriginelleren Allen Filmen vor sich, die mit vertrauten Motiven spielen, aber nicht an bereits vollbrachte Großtaten anschließen können. Einsteiger sind mit "Manhattan" oder "Annie Hall" natürlich viel besser dran. Veteranen sollten "Whatever Works" wegen des Wortwitzes unbedingt ansehen, aber nicht zuviel erwarten. Zur DVD: Als Bonus gibt es hier ein sehr gutes Interview mit Woody Allen, wo er sehr ausführlich zu dem Film Stellung nimmt! Dabei zeigt sich, dass er wohl tatsächlich einige Ähnlichkeit mit Boris Yellnikof hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liebe sich wer kann oder die "Schöne und das Biest",
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Whatever Works - Liebe sich wer kann (DVD)
Seit nunmehr fast vierzig Jahren kommt mit schöner Regelmäßigkeit und schwankender Originalität jährlich ein Film von dem dreifachen Oscar- Gewinner Woody Allen ins Kino. Die wechselnden Stars verzichten auf einen Teil ihrer Forderungen, denn bekanntlich ist bei Woody-Allen-Filmen der Filmemacher der Star, ob er selber in kleinen Nebenrollen mitspielt oder nicht. Das galt für seinen letzten Film, der mitreißenden Liebesgeschichte "Vicky Christina Barcelona" nur eingeschränkt. Bei dem "mittleren" Woody Allen Film "Whatever Works" gibt es nun einen Star der dem Filmemacher die Rolle streitig macht. Wenn man mit den Zwängen des Alltags haderte, von Egozentrik und Selbstgefälligkeit sprach, dann dachte man früher unwillkürlich an Woody Allen. Heute spricht man in diesem Zusammenhang von "Larry-David-Momenten" und so steht der Hauptdarsteller von "Whatever Works" Woody Allen nichts nach. Stichwort: Larry David ist das perfekte Alter Ego für Woody Allen.In "Whatever Works" spielt er den exzentrischen Quantenphysiker Boris Yellnikoff, der auf dem Feld der Quantenmechanik einmal kurz vor der Auszeichnung mit dem Nobelpreis stand. Weil seine Ehe nicht glücklich war wäre ihm beinahe ein Selbstmordversuch gelungen. Ein Hinken ist zurück geblieben und seither läuft er als Zyniker durch die Welt der sein Geld mit Schachstunden für Kinder verdient und dabei mit großer Freude das Selbstbewusstsein seiner Schüler zerstört. Von der Welt und von seinen Mitmenschen, die er wegen ihrer Hoffnungen und Träume für armselig hält, will er nichts mehr wissen. Sein Weltbild ist von chronischem Pessimismus geprägt. Eines Abends hat er jedoch einen schwachen Moment und nimmt eine junge Ausreißerin, die blutjunge Südstaatenschönheit Melody (Evan Rachel Wood), bei sich auf. Der erklärt er unverhohlen, dass er sie für ziemlich dämlich hält. Doch Melody quartiert sich mit naiver Selbstverständlichkeit bei dem paranoiden Besserwisser ein, verliebt sich in den älteren Mann und kann ihn schließlich zur Eheschließung überreden. Nach einem Jahr sind die beiden verheiratet. Und zum ersten Mal nach langer Zeit scheint Boris wieder glücklich zu sein. Daran hat Woody Allen seine Freude und zeigt in einer Ode an die sexuelle Befreiung, dass dieser Menschenfeind, der in seiner ätzenden Art vor nichts haltmacht, nun ausgerechnet bei einem naiven Mädchen aus den Südstaaten landet, die wirklich keine Ahnung davon hat worüber sich dieses Physikgenie aufregt. Sie probieren es miteinander. Damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende, denn Woody Allen schlägt noch einige brillante Volten, die dem Menschenfeind sein blaues Wunder bescheren. Eines Tages tauchen die getrennten, sittenstrengen Eltern aus Mississippi auf (Patricia Clarkson + Ed Begley jr.) Die erklären frank und frei, was sie von dieser Verbindung halten, stören die Idylle und in der Folge kommt es zu einer ganzen Reihe von romantischen Verwicklungen. Fazit: In Larry David hat der Filmemacher sicher eine urtypische Allen-Figur gefunden, doch wenn die dann die in ihrer Mischung aus ewigem Menschenhassertum und Sehnsucht nach Romantik in nur scheinbar überraschenden Fügungen doch hinlänglich nur bekannten Paradigmen über die Spielarten der Liebe folgt, dann ist es letztlich Woody Allen wieder einmal gelungen in dieser ansonsten warmherzigen und großzügigen Komödie, der einzige Star geblieben zu sein, wenn auch der bitterböse Hauptcharakter mit seinen bitteren, glasscherbenscharfen Monologen den Kinobesuch wert ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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