Die zweite Staffel von Whale Wars wurde während Sea Shepherds Antarktis-Kampagne "Operation Musashi" im Jahre 2008/2009 gedreht.
Wie effektiv die Walschutz-Kampagnen der kontroversen Meeresschutzorganisation sind, lässt sich leicht an den vorher festgelegten Fangquoten und den tatsächlichen Fangzahlen ablesen, welche vom japanischen Walfanginstitut jedes Jahr veröffentlicht werden. Mit 305 geretteten Walen war "Operation Musashi" zwar nicht ganz so erfolgreich wie "Operation Migaloo" im Jahr zuvor, aber dennoch ist dies eine beachtliche Zahl.
Gerne bringen Kritiker der Vorgehensweise von Sea Shepherd das Argument vor, der Walfang ließe sich nur auf dem Wege politischer und diplomatischer Bemühungen stoppen. Grundsätzlich kann man dieser Aussage zwar beipflichten, aber was ist mit den abertausenden Walen, die bis zur Erreichung dieses Zieles durch die Harpunen der japanischen Walfänger grausam zu Tode kommen? Wie lange es dauern kann, bis ein Wal, nachdem er von der Harpune getroffen wurde, stirbt, dokumentieren die Sea Shepherds in der zweiten Staffel von Whale Wars. Sein Todeskampf dauert über 20 Minuten.
Im Vergleich zu Staffel 1 macht die Crew einen eingespielteren Eindruck und wichtige Arbeitsabläufe, wie das Einsetzen der Schlauchboote, laufen reibungsloser als im Vorjahr. Jedoch haben die Walfänger ihre Strategie geändert. Während sie in den Kampagnen der Vorjahre immer geflohen sind, harpunieren sie jetzt im Beisein von Sea Shepherd ungeniert Wale. Captain Paul Watson erkennt bald, dass er der Überzahl an schnelleren Harpunenschiffen nur mit mehreren Schiffen seiner Organisation beikommen kann. In der darauffolgenden Kampagne brach die Organisation dann auch mit drei Schiffen in die Antarktis auf.
Während der zweiten Staffel von Whale Wars fallen die Auseinandersetzungen wesentlich aggressiver aus: Es kommt zwischen der Steve Irwin, dem Schiff von Sea Shepherd, und den Schiffen der Walfangflotte zu mehreren Zusammenstößen. Darüber hinaus versuchen die Walfänger sich die Aktivisten mittels Schallkanonen vom Leib zu halten und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück, als sie die Sea Shepherd Mitglieder in den Schlauchbooten gezielt mit Metallbolzen und anderen Metallteilen bewerfen. Zur Überraschung der Aktivisten funktioniert während dieser Kampagne der schon oft zum Einsatz gekommene "prop fouler", eine "Schiffsschraubenbremse" (bestehend aus einem einfachen Tau), zum ersten Mal.
Wer bereits Whale Wars 1 besitzt, kann sich auf eine deutlich dramatischere Staffel freuen, muss allerdings mit dem Wermutstropfen leben, dass die japanische Walfangflotte während dieser Saison strategisch im Vorteil ist. Dies ändert jedoch nichts daran, dass Whale Wars 2 spannender ist als Staffel 1, und "Operation Musashi" mit 305 geretteten Walen trotzdem ein großer Erfolg war.
Man kann nur hoffen, dass die Wartezeit bis zum Erscheinen der deutschsprachigen Staffel 3 diesmal wesentlich kürzer ausfallen wird!