"Whale Wars" ist eine 7-teilige Dokumentation über die "Sea Shepherd Conservation Society" (SSCS) und deren vierte Antarktis-Kampagne gegen die japanische Walfangflotte im Jahre 2007/2008. Die Reality-Show wurde vor kurzem weltweit auf "Animal Planet" ausgestrahlt und derzeit (Juni/Juli 2009) läuft bereits die zweite Staffel in den USA.
Das seit 1986 bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs erlaubt eine Ausnahme, wenn die Jagd zur wissenschaftlichen Forschung stattfindet, worauf sich die Japaner berufen. Allerdings wird das Fleisch der Wale sofort nach deren Tötung an Bord eines Fabrikschiffes verarbeitet und verpackt, um dann in Japan an die Restaurants verkauft zu werden. Die "wissenschaftlichen" Daten, die die Japaner angeblich sammeln und veröffentlichen sind sehr umstritten und werden vom WWF als irreführend und falsch bezeichnet (siehe Bericht des WWF "Wissenschaftlicher Walfang"). Es liegt auf der Hand, dass hier, entgegen allen Beteuerungen von japanischer Seite, trotzdem kommerzieller Walfang betrieben wird, welcher damit illegal ist.
Dieser Auffassung ist auch Paul Watson, Gründer und Leiter der SSCS. Er beruft sich auf die "World Charter for Nature" (Absätze 21-24), welche es ausdrücklich nicht-staatlichen Einzelpersonen erlaubt, internationale Naturschutzgesetze durchzusetzen, was er und seine Crew zu tun versuchen.
Watsons Strategie ist dabei einfach wie genial: Ziel ist es die Walfangaktivitäten über Jahre hinweg so lange zu behindern, bis sie zum Draufzahlgeschäft für die Walfangindustrie und damit unrentabel werden.
Seine Methoden zum Schutz der Wale mögen militant sein, doch einer der wichtigsten Grundsätze der SSCS ist es, kein Lebwesen zu verletzen oder zu töten, was in der mittlerweile über 30-jährigen Geschichte der Organisation während vieler Kampagnen auf hoher See auch noch nie vorgekommen ist.
"Whale Wars" dokumentiert auf dramatische Art die Herausforderungen und Strapazen der Crew, welche in den eiskalten Gewässern der Antarktis ihr Leben riskiert, um Wale zu schützen. Dies verlangt Watson auch von seinen Mitstreitern und jeder, der auf der "Steve Irwin" anheuert weiß, worauf er sich einlässt.
"Whale Wars" zeigt außerdem eine neue Generation von Menschen, die zu der Erkenntnis gekommen ist, dass es keine moralische Rechfertigung dafür gibt, nur dem Menschen allein das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zuzugestehen. Wie weit uns unser arrogantes und menschen-zentriertes Denken und Handeln gebracht hat, lässt sich am Zustand der Erde leider überdeutlich ablesen. Der Dichter und Tierschützer Manfred Kyber erkannte schon im Jahre 1923: "Niemals kann eine neue Kultur beschritten werden von Menschen, die in Tieren nur Ausnutzungsobjekte sehen, die sie schlachten, fressen oder sonst wie ihrem Eigennutz im niedrigsten Sinne dienstbar machen."
"Whale Wars" ist eine sowohl äußerst spannende als auch lehrreiche Dokumentation über eine neue Generation von Menschen, die Einfühlungsvermögen, Handlungsbereitschaft und feste Entschlossenheit zu einer wahrhaft neuen Ethik des Umgangs mit der Natur und den Tieren verschmelzen! Diese Menschen machen in einer zunehmend apokalyptisch anmutenden Weltstimmung vor allem eines: Hoffnung!