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5.0 von 5 Sternen
Morde beim Schlittenhunderennen in Alaska, 20. Januar 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wettlauf durch die weiße Hölle. Mord auf dem Iditarod- Trail. (Taschenbuch)
Mord auf dem Iditarod-Trail
Die Schriftstellerin Sue Henry entführt mit Ihrem spannend geschriebenen Abenteuerroman "Wettlauf durch die weiße Hölle", der in Kürze im Frankfurter Fischer-Verlag als preiswertes Taschenbuch erscheinen wird, ihre Leser zum berühmtesten Schlittenhunderennen der Welt: dem Iditarod. Der deutsche Untertitel "Mord auf dem Iditarod-Trail" verharmlost das Geschehen etwas, denn es werden gleich mehrere Morde auf raffinierte Weise verübt.
So haben die Frauen und Männer beim längsten und härtesten Schlittenhunderennen der Welt quer durch Alaska nicht nur mit den feindlichen Kräften der grandiosen Natur zu kämpfen, ohne zu wissen, wo die Gefahr lauert. Auch der Leser tappt lange Zeit im Dunkeln, was die Lektüre um so reizvoller macht.
Ein Unbekannter lockt einen Musher nach dem anderen in tödliche Fallen. So werden die Schneewälder Alaskas zur Bühne für eine ungewöhnliche Kriminalgeschichte. - (Die Lösung dieses Kriminalfalles werde ich hier natürlich nicht ausplaudern, um niemandem die Spannung zu rauben.)
Der Kriminalroman von Sue Henry wurde bereits 1995 in den Vereinigten Staaten erfolgreich verfilmt. Dieser Spielfilm von 80 Minuten Dauer lief unter dem gleichen Titel wie die Buchvorlage bereits mehrfach auch im deutschen Fernsehen. - Die Lektüre des 256seitigen Buches dürfte für jeden Schlittenhunde- oder Krimi-Freund eine interessante Bereicherung sein.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kriminalfall als Landeskunde, 15. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Wettlauf durch die weiße Hölle. Mord auf dem Iditarod- Trail. (Taschenbuch)
Sue Henry: Wettlauf durch die weiße Hölle (Mord auf dem Iditarod-Trail ). Dafür, daß sich aus Heldentaten Sportarten entwickeln, ist nicht nur der griechische Marathonlauf ein Beispiel - auch das Iditarod-Rennen, das berühmteste Schlittenhundrennen Alaskas, geht auf eine geschichtliche Notsituation zurück. Als im Jahre 1925 in Nome an der Beringsee eine Diphtherie ausbrach, wurde der kostbare Impfstoff per Hundeschlitten auf dem kürzesten Wege in 127 Stunden von Anchorage nach Nome transportiert, eine Leistung, zu deren rühmendem Angedenken in Alaska das berühmteste Schlittenhund-Rennen der Welt entstand: der über 1.600 km lange Iditarod-Trail, der alljährlich kurz vor Frühjahrsanfang ausgetragen wird. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Autorin Sue Henry eine geschickt komponierte Kriminalgeschichte. Gleich nach dem Beginn des Rennens fallen drei „Musher" (Hundeschlittenführer) Unfällen zum Opfer, die sich im Nachherein als Morde erweisen: ein Musher schläft, durch ein Schlafmittel im Kaffee übermüdet auf seinem Schlitten ein und wird an einem Baum zerschmettert, eine zweite, der Gespannseil angesät wurde, stürzt sich in einer Schlucht zu Tode, und der Dritte, dem man die Huskies unter Drogen setzte, wird von seinen eigenen Hunden zerrissen. Immer mehr merkwürdigere Zwischenfälle ereignen sich auf dem Trail, Ungeschicke und Unfälle häufen sich, bis klar wird, daß einer der Musher, der unbedingt gewinnen will, seine Konkurrenten und und Konkurrentinnen systematisch ausschaltet. Das Buch hätte ein echtes Werk werden können, wenn die Autorin die Charaktere der Hauptdarsteller trennschärfer herausgearbeitet hätte, doch sie bleiben als Personen blaß und wecken, abgesehen von den drei, vier Hauptprotagonisten, wenig Interesse. Dafür wird die Lösung des Problems, die Klärung des Kriminalfalles, bis zum Finish in Nome offengehalten, ein Kunstgriff, der bis zum Ende des Buches für Spannung sorgt, wenn auch das Ende dann ein wenig Haubacken daherkommt. Lohnenswerter jedoch als der Verfolg dieser Kriminalgeschichte ist das Buch als eine Art Einleitung für die wilde Seite Alaskas zu lesen, eine Landeskunde jenseits der Touristenrouten, deren Entfaltung akribische Recherche verrät. Zwischen Anchorage und Nome läßt die Autorin keinen Stopp, keinen vorgeschriebenen Kontrollposten, keine Streckenetappe noch eine der berühmten Bars am Wegesrand aus, sie erzählt von den Problemen der professionellen Musher, den Usancen der Hundezucht und -pflege sowie den Großartigkeiten und Perfidien der unbezähmbaren alaskanischen Natur ebenso wie von den Tröstungen der Tradition. Denn wenn die „Musher"mit ihren sorgfältig zurechtgezüchteten Huskie-Gespannen im Verlauf des Rennens Eagle, Nikolai oder Kaitag erreichen, feiern die Einwohner nicht nur ihre Anbindung an den Rest der Welt sondern auch das Herannahen des Frühlings. Überall steht die Natur im Mittelpunkt - sie formt die Wesen, die sie durchqueren: Musher, Huskies, Troopers( Alaska-Rangers ) erscheinen wie eisenharte Zaungäste auf der Bühne des Eises, wo sie siegen, überleben oder untergehen, oder -wie der Plot des vorliegenden Buches beschreibt - töten und getötet werden, wenn sie einander im Wege stehen.
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