Die gewaltigen Riesen Matterhorn, Grandes Jorasses und Eiger, wie werden als die berühmte Trilogie der Nordwände bezeichnet, haben es meinem Mann schon immer angetan. Er hat sich jetzt mit einem tollen Buch beschäftigt, welches diese Berge detailliert und komplex beleuchtet.
Die Geschichte der Besteigung dieser drei Berge beginnt in den 30er Jahren und da beginnt auch unser Buch.
Der Autor:
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Rainer Rettner wurde 1967 geboren (toller Jahrgang *g*) Schon viele Jahre interessiert er sich für die Geschichte der Eiger-Nordwand und recherchiert umfassend. Er besitzt eines der größten Privatarchive zu dieser Thematik. Im AS-Verlag sind schon zwei weitere Bücher aus seiner Feder erschienen. Corti-Drama - Tod und Rettung am Eiger) und Eiger - Triumpfe und Tragödien". Der Autor lebt in der Nähe von Würzburg.
Inhalt und Gliederung:
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Das Buch ist in 4 Oberkapitel gegliedert.
Matterhorn
Grandes Jorasses. Crozpfeiler
Eiger
Grandes Jorasses: Walkerpfeiler
Anhang
Zeittafel
Literaturverzeichnis
Personenverzeichnis
Bildnachweis
Dank
Das Buch beginnt mit dem Matterhorn und deren Besteigungsgeschichte, die genauso turbulent ist, wie die der anderen beiden Berge. Das Bergsteigen entwickelte sich im Lauf der Jahre sehr rasant, es wurde manches möglich, was man zu Beginn nie für möglich gehalten hatte. Aber es gab nicht nur positive Ereignisse, auch viele Unglücksfälle sind zu verzeichnen. Diese schrecklichen Ereignisse, die sich nun mal ereignet haben und sicher immer wieder werden, solange man in die Berge geht, führen immer wieder zu Diskussionen zwischen den Befürwortern und den Gegnern dieser Wagnisse.
Es begann im August des Jahres 1931 als die Matterhorn-Nordwand durch Franz und Toni Schmid durchklettert wurde. Dagegen war die Nordwand des Grandes Jorasses noch nicht bestiegen worden. Alle Alpinisten lieferten sich dort ein Wettrennen, aber es war nicht leicht ... Erst Rudolf Peters und Martin Meier schafften den Crozpfeiler erfolgreich. Die Eiger-Nordwand - diese Dramen kennen ja viele auch vom Film - wurde erst nach vielen tragischen Bergunfällen bezwungen - und zwar von Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Fritz Kasparek und Heinrich Harrer. Der Walkpfeiler des Grandes Jorasses wurde von den Italienern R. Cassin und Esposito und Tizzoni erklettert.
Im Buch werden nicht nur die Besteigungen detailliert und komplex und besonders spannend geschildert, sondern auch die Menschen, die diese Wagnisse eingegangen sind und es geschafft haben, sich einen Namen in der Szene und darüber hinaus zu machen, werden detailliert beleuchtet. Sehr facettenreich schildert der Autor des Buches die einzelnen Expeditionen und deren positive und auch negative Ereignisse während des Aufstiegs. Die Texte sind sehr informativ geschrieben, leicht verständlich und besonders realistisch und bildhaft. Die Kurzporträts geben die Menschen perfekt wider. Sehr beeindruckend ist es, dieses Buch zu lesen, auch wenn man noch nie in den Bergen unterwegs war, kann man sich sehr gut die Faszination vorstellen, die diese auf die Menschen ausüben.
Bildmaterial:
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Beeindruckendes und interessantes Bildmaterial welches faszinierend die Faszination dieser Berge darstellt, ist im Buch vielfach vorhanden. Sowohl ganzseitig, als auch in kleinerer Form sind zahlreiche s/w-Aufnahmen eingefügt, die die Texte bildhaft erklären. Sie haben eine super Qualität und Aussagekraft.
Zu den Bildern sind jeweils gleich die textlichen Erklärungen hinzugefügt. Einige von den Abbildungen sind erstmals veröffentlicht.
Meine zusammenfassende Meinung:
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Als letzte Wandprobleme hat man diese drei Berge benannt. Der Alpinismus hat sich lange die Zähne daran ausgebissen. Es war und ist ein sportlicher Wettstreit, der sich entwickelt hat. Es gab viele erfreuliche Ereignisse, wenn eine Expedition gelungen war, aber auch sehr viele tragische Unglücksfälle. Beides wird im Buch sehr schön gegenüber gestellt und man hat als Leser die Freiheit, sich seine eigene Meinung zu diesem Thema zu bilden.
Man erfährt sehr intensiv und detailliert alle Besonderheiten dieser Berge und Routen und bekommt einen perfekten Einblick in die Bergsteigergeschichte rund um diese Trilogie. Sehr bildhaft und unter Zuhilfenahme zahlreicher erklärender Adjektive kann man sich die Landschaft, Unwegsamkeit, Kälte und die Wetterunbilden, aber auch die faszinierenden Erlebnisse, Ausblicke und die Gefühlswallungen vor Augen führen.
Kurze Leseprobe:
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Die perfekte Erreichbarkeit sowie die Nähe der Wand zu den gastlichen Unterkünften auf der Kleinen Scheidegg und auf Alpiglen stellten bei den Nordwandtragödien der Jahre 1935 bis 1938 ideale Arbeitsbedingungen für die Reporter dar. Damit war der Weg bereitet, das extreme Bergsteigen der Öffentlichkeit hautnah zu vermitteln. In allen denkbaren Ausprägungen: sachlich, polemisch, reißerisch. Unterm Eiger entstand fast so etwas wie ein alpines Amphitheater. Dass ihr Tun dermaßen im Fokus der Öffentlich stehen und besonders nach jedem Unglück streng be- oder verurteilt werden sollte, war für die Alpinisten eine neue und zumeist eher verstörende Erfahrung ...
Mein Mann - und auch ich - haben es sehr genossen, sich mit diesem Buch zu beschäftigen. Es ist äußerst spannend und interessant geschrieben und die Schilderungen sind ehrlich und offen - geben Positives genauso wie Negatives wider und alles bildet eine Einheit, die dafür sorgt, dass man rundum informiert ist. Diese Berge werden vom Autor wunderschön und faszinierend präsentiert. Klar, er bringt auch seine subjektive Meinung unter, lässt aber dem Leser genügend Freiraum, sich seine eigene zu bilden. Er beleuchtet kritisch alle Details und sieht die gesamte Entwicklung aus einer genügenden Distanz. Die packenden Hintergrundinfos zu den Alpinisten runden das positive Bild des Buches noch ab.
HERVORRAGEND !!!