Aus der Amazon.de-Redaktion
Wie schon bei Jared Diamonds Kollaps -- Diamond wird natürlich auch als Pate zitiert -- ist die Umschlaggestaltung dramatisch. Ein dunkler Himmel wird gerade noch von einem Furcht einflößenden Blitz erleuchtet. Auch Kollaps war eines dieser sympathisch-apokalyptischen Bücher. Seht her, so sagten alle bis hinein in die Feuilletons, so kann es uns ergehen, wenn wir uns nicht bessern! Dass Diamonds Buch über den Untergang von Gesellschaften eine wissenschaftliche Abhandlung ist -- mit der diesem Genre innewohnenden Begrenzung auf ein bestimmtes Wissensgebiet --, wurde oft genug einfach ignoriert.
Noch mehr dürfte sich für eine solche apokalyptische Inbesitznahme Wir Wettermacher eignen. Denn Tim Flannery beherrscht vielleicht noch besser die Klaviatur eloquenter Wissensvermittlung, auf die angelsächsische Wissenschaftler abonniert zu sein scheinen. Das Inhaltsverzeichnis verschreckt schon ein bisschen: neun Seiten, 35 Unterkapitel, die noch einmal durch erzählende Einschübe à la "Methan: Sümpfe, Fürze und Rülpser" oder "Die Geschichte von HadCM3LC und TRIFFID" illustriert werden. Dabei hat das Buch, das mit einem Vorwort des Chefs des deutschen WWF ausgestattet ist, eine einfache Botschaft: Wir Wettermacher produzieren zu viel Kohlendioxid. Dies sorgt für einen grundlegenden Klimawandel, der am Ende unsere Welt zerstören könnte.
Auch Flannery ist Wissenschaftler. Und so räumt er ein, dass Skepsis auch dieser Theorie gegenüber durchaus angebracht ist, folgt ihr aber und entgegnet den Kritikern: "Wollten wir beispielsweise abwarten, ob eine Erkrankung sich als fatal erweist, dann würden wir nichts tun, bis wir tot sind... Stattdessen nehmen wir Medikamente oder folgen anderen Ratschlägen des Arztes... Ich kann nicht einsehen, warum unsere Reaktion auf den Klimawandel sich irgendwie davon unterscheiden sollte."
Und so ist Wir Wettermacher ein verstörendes, ein aufrüttelndes, ein interessantes Buch. Was man aus ihm lernen kann, zeigen schon die Büchermacher: Sie haben das Buch "klimaneutral" produziert. Diese Wortschöpfung besagt nichts anderes, als dass der durch die Produktion entstandene Schaden an der Umwelt "ausgeglichen" wird durch die Unterstützung eines Klimaschutzprojekts. Eine gute Idee für ein sympathisches Buch! -- Mathias Voigt, Literaturtest
Kurzbeschreibung
Verheerende Hurrikans, Frühlingswetter im November, schmelzende Gletscher, verdorrende Felder: Was wir als Klimawandel oder Treibhauseffekt kennen, nimmt immer schärfere, immer bedrohlichere Züge an auch direkt vor unserer Haustür. Tim Flannery zeigt uns eindrucksvoll, wie dramatisch die Lage wirklich ist: Wir müssen auf der Stelle handeln, um diese Entwicklung noch umzudrehen. Denn die Wettermacher, das sind wir!
»Ein herausragendes Buch: spannend, großartig geschrieben, leidenschaftlich. Es liefert alles notwendige Wissen, um handeln zu können, bevor es zu spät ist.« Redmond O´Hanlon, Autor und Reiseschriftsteller