Veto, Euer Ehren, Schandmaul, die andere Band der Weto-Musiker, war nicht zuerst da! Weto kamen davor. Wir schreiben das Jahr 1993, als sich ein paar junge Männer aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck aufmachen, die Rock-Welt zu erobern. Sie nennen sich Weto, machen harten Deutsch-Rock und grasen alle Schulpartys, Jugendheime und Bandwettbewerbe in und um München ab. 1996 erscheint der erste Tonträger des jungen Quintetts, eine Liveaufnahme aus der legendären Stammkneipe „Hexe“ in Gröbenzell. Doch es ist wie verhext: Der große Durchbruch gelingt ihnen mit „Tatort Bühne“ nicht. Der Sound der Band wird nach Besetzungswechseln zunehmend düsterer, wie die „Scherben im Kopf“-EP beweist, die Anfang ’99 erscheint. Doch noch 1998 geht an anderer Stelle die Sonne auf: Die ursprünglich als Nebenprojekt geplanten Folk-Rocker Schandmaul, bei denen Gitarrist Martin Duckstein und Sänger Thomas Lindner mitmischen, überrunden Weto aus dem Stand. Folge: Für Weto bleibt immer weniger Zeit übrig. Anfang 2000 fiel die Entscheidung, die Band vorerst auf Eis zu legen. „Wir mussten Prioritäten setzen und uns entscheiden“, erinnert sich Frontmann Thomas Lindner. Schandmaul gehen derweil durch die Decke.
Jahre später kommt im Schandmaul-Tourbus bei ein paar Bierchen die Idee auf, Weto zu reaktivieren, „als eine Art Austobe- und Spielplatz für uns“, wie Thomas es nennt. Da die beiden „alten“ Mitglieder Benni und Mick keine Zeit haben, wird das Boot einfach mit den Schandmaul-Mitgliedern Stefan Brunner (Drums) und Matthias Richter (Bass) gefüllt. Ans Keyboard rudert Heiner Jaspers von der befreundeten Band Regicide – voilà, es kann losgehen! Und das tut es auch: Ende 2006 erscheint „Das 2weite Ich“ bei F.A.M.E. Recordings, eine Mischung aus alten und neu komponierten Liedern, die alle eines gemeinsam haben: Sie heben sich deutlich von Schandmaul ab, inhaltlich wie musikalisch. Wo Schandmaul gern fröhlich in der Vergangenheit schwelgen, stehen Weto bombenfest im Hier und Jetzt. „Harte Gitarren und zeitkritische deutsche Texte, die die Gegenwart reflektieren“, merkt Sänger Thomas Lindner dazu an. „Wir haben unseren Stil gefunden.“ Das gilt auch für das neue Weto-Album „Schattenspieler“. „Jetzt war wieder Zeit, nachdem wir das letzte Schandmaul-Album herausgebracht hatten“, erklärt Thomas – und fügt an: „Wir wollen röhrende Gitarren, schrecken aber nicht davor zurück, auch mal poppige Keyboards einzubauen. Wenn wir mit Schandmaul die guten Märchenonkel sind, weisen wir mit Weto auf die Kehrseite der Medaille hin. Wir sind der Finger in der Wunde.“
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