Richard (Rick) Wright war der Herr der Tasten bei Pink Floyd, einer der unumstritten bedeutendsten Rockgruppen aller Zeiten. Am 15. September 2008, auf den Tag genau 30 Jahre nach Veröffentlichung seines ersten Soloalbums WET DREAM, ist Rick Wright nach kurzer Erkrankung gestorben.
WET DREAM entstand in einem französischen Studio und in entspannter Atmosphäre genau zwischen den Pink-Floyd-Alben ANIMALS und THE WALL. Die Tatsache, dass außer Wright kein anderer Floyd-Musiker beteiligt war und das Album trotzdem wie ein ruhiges und melancholisches Werk der Band klingt, zeigt, welch großen Einfluss Rick Wright auf den archetypischen Sound von Pink Floyd hatte.
Wright an den Keyboards und mit seinem äußerst angenehm klingenden Gesang (in vier Songs), der fabelhafte Gitarrist Snowy White (Tourbegleiter von Pink Floyd), der großartige Saxophonist und Flötist Mel Collins (damals Mitglied von Camel), Bassist Larry Steele und Schlagzeuger Reg Isadore produzierten in ländlicher Abgeschiedenheit ein durchgehend reizvolles Werk mit insgesamt zehn Stücken, die alle bis heute ihren ganz eigenen, zeitlosen Charme entfalten.
Der bekannte Plattenkritiker Bernd Matheja schrieb damals in der Zeitschrift 'Sounds', dem Album sei 'elementare Schönheit zu attestieren'. Mein Favorit ist das wunderbar melodische und traurige "Against the Odds", dessen Text von Ricks Frau Juliette Wright geschrieben wurde. Aber, wie schon erwähnt, es gibt noch diverse andere Perlen zu entdecken.
Dass dieser Scheibe kein großer Erfolg beschieden war, hatte wohl damit zu tun, dass nicht all zu viele Leute etwas mit dem Namen Richard Wright anzufangen wussten. Und zum Anderen hörten vor allem die englischen Musikfans lieber Punk und New Wave, als ausgerechnet das Solowerk eines Mitgliedes der damals bei vielen verhassten 'Prog-Rock-Saurier' Pink Floyd zu erwerben.
Im Laufe der Zeit hat WET DREAM jedoch verdientermaßen immer mehr echte Liebhaber gefunden, zu denen ich mich schon seit vielen Jahren zählen darf.
Richard Wright, der sympathische und stets zurückhaltende britische Gentleman, ist tot. Aber seine einzigartigen Beiträge zum Gesamtwerk von Pink Floyd und hoffentlich nicht zuletzt auch sein erstes Soloalbum werden für immer unvergessen bleiben. Ruhe in Frieden, Rick!