Was Menschen wohl antreibt, für viel Geld mit unechten Frauen schlafen zu wollen und auf Niederlage programmierte Gegner im Kampf "besiegen" zu müssen?
Der 2008 verstorbene Michael Crichton war nicht nur einer der erfolgreichsten Autoren aller Zeiten - er hat auch zahlreiche Romane selbst verfilmt wie 1973 den vorliegenden "Westworld", in welchem der 53-jährige Yul Brynner sich als schwarzer Westernheld mit hochtechnischen Innereien ein Denkmal gesetzt hat.
In einem Ferienkamp können zahlungskräftige Besucher so richtig nach Herzenslust die S*u rauslassen - den eigenen Vorlieben entsprechend z.B. als glorreicher Ritter oder Westernheld: Die durch Androiden gespielten Gegenparts lassen sich ganz nach Geschmack besiegen oder verführen. Doch - es muss ja so kommen - eines Tages treten merkwürdige Fehlfunktionen auf: die Roboter entwickeln einen gewissen Eigensinn...
Man braucht nicht unbedingt Hitchcocks kopflos kreischende Blondinen, um Filmzuschauern Gänsehaut auf den Rücken zu treiben - auch der überhebliche Einsatz von Technik kann schnell zu unbeherrschbaren und lebensgefährlichen Situationen führen, wie man nicht nur im wahren Leben, sondern auch in anderen Crichton-Filmen von Andromeda bis Jurassic Park erleben darf. Aber Westworld gibt auch über die "Feriengäste" zu denken, die für teures Geld das merkwürdige Vergnügen genießen, in einer künstlichen Plastikwelt als Möchtegern-Größen herumzupöbeln.
Für fast 40 Jahre Alter sieht der Film immer noch passabel aus, auch wenn die gezeigte Technik an einen Museumsbesuch erinnert. Nun, genauso wird es in 50 Jahren Zuschauern gehen, wenn sie die heute moderne Technik wiedersehen. Ganz sicher adelt die souveräne Ausstrahlung Brynners den Film. Modern waren das 2,35:1 - Format und der 4-kanal Stereo-Ton des im Original 88 Minuten langen Streifens, wohingegen die wirklich schlechte Bildschärfe, die falschen Farben und die oft billigen Tricks amateurhaft wirken.
Inzwischen wird die 1998er DVD nicht mehr hergestellt - glücklicherweise erschien am 8.3.2013 die Blu-ray von Warner Home Video. Die US-Kinoversion - mit der deutschen identisch - wird ungeschnitten in 88 Minuten Länge und im Format 2.40:1 gezeigt. Die Qualität wird als altersgemäß gut eingestuft, das Filmkorn als weitgehend natürlich. Die englische Spur ist in DTS-HD MA 5.1 verfügbar, die anderen westeuropäischen Sprachen sind in Dolby Digital kodiert. Das Ganze wie eben die Original-Synchronisation auch in Mono.
An Extras befinden sich der kurze Film "Am Set von Westworld" (ca. 9 Min.), der US-Kinotrailer und eine TV-Pilot-Episode namens "Beyond Westworld" (ca. 48 Min.) auf der Disc.
Die Hülle kann NICHT gewendet werden - das FSK-Logo bleibt uns also erhalten.
Alles in allem ein damals umwerfendes, heute eben noch akzeptables Stück Film mit einem starken Hauptdarsteller und einer zeitlosen Geschichte, die aber leider seit 20 Jahren vergebens auf ein angemessenes Remake wartet - wenn man nicht "Jurassic Park" selbst so interpretiert.
film-jury 3* A0653 20.6.2011eg Genre: Action | Sci-Fi | Thriller | Western
Juli Borissowitsch Briner (* 11. Juli 1920 in Wladiwostok, RSFS)
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1956 -* -0000
Der König und ich (Einzel-DVD)....... R: Walter Lang D: Deborah Kerr, Yul Brynner (AA)
1956 -* -0000
Die zehn Gebote [2 DVDs]
....... R: Cecil B. DeMille D: Charlton Heston, Yul Brynner, Anne Baxter
1960 -* -0000
Die glorreichen Sieben [Blu-ray]
....... R: John Sturges M: Elmer Bernstein (AA) D: Yul Brynner, Eli Wallach, Brad Dexter
....... D: Steve McQueen, Charles Bronson, Horst Buchholz, Robert Vaughn, James Coburn
1973 3* A0653
Westworld....... R: Michael Crichton D: Yul Brynner
Yul Brynner starb am 10. Oktober 1985 in New York an Lungenkrebs - seine Stiftung zur Bekämpfung des Rauchens besteht noch heute.