Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ortler-Westwand - Grenzgang über dem Abgrund, 16. September 2009
Reinhold Messner erinnert sich zurück an die Jahre seiner Extremkletterei, in denen er die schwierigsten Routen der Alpen gemeistert hat, und erzählt anhand des Versuchs, im Sommer 2004 die Westwand des Ortler auf der Route der Erstbesteiger zu bezwingen, von einer Erstbegehung, die fast zur Katastrophe geführt hätte. Diese Kletter-Tour am Ortler, der fast 4000 Meter höchste Gipfel Tirols, endete für Reinhold Messner im Sommer 2004 beinahe tödlich. In »Westwand« blickt er auf das Ereignis zurück und setzt sich mit den Gefahren und Risiken des Bergsteigens auseinander.
Reinhold Messner erzählt von der Durchsteigung der Westwand des Ortlers, die er mit zwei Kameraden 2004 unternahm. Die Gruppe hatte vorgehabt, die Route der Ortler-Erstbesteigung nachzuempfinden. Der Aufstieg erweist sich als schwieriger als erwartet, das Wetter schlägt um. Während der Durchsteigung wurde die Lage auf einmal sehr kritisch, als sich die Gruppe im dichten Nebel in dieser ohnehin sehr schwierigen Wand verstiegen hatte. Nur mit Glück und Intuition konnte sich die Gruppe damals aus der gefährlichen Situation über dem Abgrund am Ortler retten. Was die drei Kletterer in dem unberechenbaren senkrechten Labyrinth rettet, sind letztlich jene untrüglichen Instinkte, die Messner zeitlebens auszeichneten.
Messner zieht die Summe aus seinen jahrzehntelangen Erfahrungen als Grenzgänger in der Vertikalen. Er nimmt dieses dramatische Ereignis zum Anlass, um sich über das Risiko des Bergsteigens Gedanken zu machen. Von der Frage, wie das Risiko des Bergsteigens gererechtfertigt werden kann, lebt dieses Buch. Das Buch widmet sich dem "Prinzip Abgrund" also den extremen Gefahren und Risiken des alpinen Bergsteigens. Messner denkt an ähnliche Situationen auf Hochtouren in den Alpen und im Himalaya - und nimmt den Bericht über die beinahe gescheiterte Ortler-Besteigung zum Ausgangspunkt einer grundlegenden Reflexion über das Bergsteigen, die, gewissermaßen leitmotivisch, immer wieder zum Weg auf den Ortler zurückkehrt.
In dem Buch erfährt der Leser auch etwas über die Motivation von Reinhold Messner. Für ihn ist Bergsteigen immer ein Grenzgang - sonst ist es nur ein Spiel. Messner geht es beim Klettern um die Extremsituation, dieses Hinausgeworfensein in eine lebensfeindliche Welt, wo es keine Hilfe von außen gibt, wo allein die eigenen Fähigkeiten, Erfahrung, Intelligenz, aber auch Vorsicht zählen. Diese Eigenschaften eines Bergsteigers bewahrte die Gruppe auf ihrem Grenzgang bei der Durchsteigung der Ortler-Westwand vor einer Katastrophe.
Mit Besorgnis sieht Messner die Zerstörung der Umwelt und des Lebensraumes in den Alpen. Da die Diskussionen der vergangenen Jahrzehnten für die Alpen nichts gebracht haben, hat sich Messner aus der Politik zurückgezogen und widmet sich lieber seinen eigenen kleinen Projekten. Er betreibt drei Bergbauernhöfe nach ökologischen Anbauweisen. Seit 2003 arbeitet Messner an dem Projekt eines Bergmuseums.
Das Buch »Westwand« ist der Felskletterei und den Erfahrungen des Felskletterers gewidmet. Reinhold Messner geht wieder einmal der Frage nach, warum Menschen auf Berge klettern. Sein Buch ist ein Rückblick und die Summe eines einzigartigen Bergsteigerlebens. Man kann sein Buch »Westwand« als Summe und Vermächtnis eines einzigartigen Bergsteigerlebens lesen.
|
|
|
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Verstiegen, 8. Oktober 2009
Um in der alpinen Metaphorik zu bleiben: In diesem Buch hat sich Reinhold Messner verstiegen. Als erzählerische Klammer dient seine Tour über die Westwand des Ortlers, in der seine Seilschaft in Gefahr geriet. Immer wieder kommt er auf diese Tour zurück und bietet einen weiteren Happen - liefert dabei aber nur endlose Wiederholungen der gleichen Banalitäten. Die eigentliche Situation am Berg bleibt hingegen blass. Dafür erfährt der Leser immer wieder, dass sich Messner beim Klettern sehr konzentriert, dass nun nur mehr die Flucht nach oben bleibt und dass die Klimaerwärmung zwar schlimm ist, er sich jetzt aber darüber gerade keine Gedanken machen könne, weil er ja gerade am Berg in Gefahr steckt, er sich konzentriert und seine Instinkte ihn leiten.
Auch in den übrigen Kapiteln wiederholt sich Messner bis zum völlig Absturz. Immer wieder die gleiche Soße. Wer hat dieses Buch lektoriert?
Seine Argumentationslinie ist derweil voller Widersprüche. In einem einzigen Satz im ganzen Buch findet sich ein zarter Hinweis darauf, dass die weltweite Berühmtheit des Bergsteigers Reinhold Messners AUCH zur Popularisierung des Bergsteigens beigetragen hat, die er selbst doch mit so scharfen Worten geißelt. Da beklagt Messner, dass es kum mehr unbekanntes Land mehr gäbe, um darin Abenteuer zu erleben und Grenzen zu erfahren - um dann im nächsten Satz zu erklären, dass er wieder hier oder dorthin wo noch niemand vor ihm war, aufgebrochen ist. Und dann schimpft er darüber, dass ihm der Rest der auch nur ansatzweise abenteuer affinen Welt hinterher läuft. Das ist so, als hätte sich Boris Becker einst darüber beklagt, dass ganz Deutschalnd nach seinen Erfolgen einen nervigen Tennistick entwickelte.
Endlose Wiederholungen der gleichen Banalitäten, ein unlogischer Aufbau und die offenbar nicht erkannte ambivalente Rolle des Autors macht das Buch zu einem Ärgernis. Natürlich hat er recht in seiner Massentourismus-Schelte recht, aber seine Argumentation ist schwer erträglich.
Ärgerlich ist übrigens auch, dass die Bergfotos, die über den Text verteilt wurden, nicht beschriftet sind. Man kann stets nur ahnen, womit man es zu tun hat.
Fazit: Verstiegen und abgestürzt.
|
|
|
12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Prinzip Abgrund, 17. August 2009
Wenn man an Reinhold Messner etwas wirklich bewundern muss, dann ist es seine Fähigkeit, am Leben zu bleiben.
Heiner Geissler
WESTWAND von Reinhold Messner zeigt das Leben des Autoren wie es war, rückblickend erzählt der Autor von seinen größten Erfolgen und den größten Misserfolgen. Als Extremkletterer hatte er alles zu gewinnen und nichts zu verlieren - das Risiko war hoch und der Einsatz das Leben - andere haben dafür bezahlt doch Reinhold Messner kam immer wieder unbeschadet zurück. In WESTWAND zieht Reinhold Messner die Summe aus seinem Leben, er der Grenzgänger blickt auf Siege und deprimierende Niederlagen.
Was treibt einen Menschen in die Wand, auf den Gipfel und in Steilhänge die den Tod bedeuten können?
Ist es Geltungssucht, der Wille eine unmögliche Situation zu bezwingen oder ruft etwas in uns das uns auf den Gipfel führt?
Reinhold Messner steht wie kein anderer für einen Bergsteiger der Spitzenklasse und er hat bezahlt dafür, einfach war es nicht und neben dem Ziel scheiterte er auch oft.
Das Buch WESTWAND führt uns durch das Leben von Reinhold Messner und zeigt uns seine spektakulärsten Erfolge wie auch seine größten Niederlagen. Es führt uns in das Innere des Autoren, gibt seine Beweggründe preis und zeigt auf warum er es tat wie er es tat.
Das sich der Autor vom Naturschutz mittels Demonstration abgewandt hat und nun versucht anderweitig die gnadenlos von vielen Bergsteigern zerstörte Natur zu schützen, befremdet und doch versteht man es, wenn das Ziel nicht erreichbar erscheint. Reinhold Messner ist jemand der das Ziel auch erreichen möchte - vielleicht geht es aber hier nur wenn wir alle es gemeinsam tun?!
Im Mittelteil befinden sich einige interessante Farbphotos während das Buch am Anfang und am Ende von schwarz - weiß Photos dominiert wird.
Wenn man einen interessanten Querschnitt über die Bergsteigertätigkeit und Reinhold Messners Leben haben möchte, bietet sich das Buch WESTWAND dafür als das genau Richtige an.
Als Nicht-Bergsteiger wird man oftmals nur mit den Kopf schütteln, ob der Gefahr in der der Autor oftmals schwebte und als Bergsteiger wird man mehr oder minder ehrfürchtig verharren vor einem Menschen, welcher als erster alle 14 Achttausender bestiegen hat und dem Prinzip Abgrund seinen Stempel aufdrückte.
Empfehlenswert!
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|