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Produktinformation
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Sommer 2004: Die Wiederholung der dreißig Jahre zurückliegenden Erstbesteigungsroute durch die Ortler-Westwand sollte für den 60-jährigen Messner und seine Begleiter fast in einer Katastrophe enden. Man verstieg sich und blieb in einer 1000 Meter senkrecht aufsteigenden Wand unter einer gefährlich überhängenden Eislippe stecken. Dieses dramatische Ereignis bildet sowohl die erzählerische Klammer, die das gesamte Buch zusammenhält, als auch den Versuch über das “Prinzip Abgrund”, Messners ganz persönliche Lebens- und Kletterphilosophie. Den Rest des Buches bestreitet – unterlegt durch eine imposante Fotostrecke -,eine beeindruckende Auswahl der erlesendsten Gipfeltouren, die Messner noch einmal in kräftigsten Farben schildert. Am Ende geht es mit dem Regisseur Joseph Vilsmaier noch einmal auf den “Berg der Brüder”. Hier oben, auf dem Nanga Parbat, werden Bilder gesucht, die die Ereignisse im Jahr 1970 illustrieren, als Messner den jüngeren Bruder Günther sterbend zurücklassen musste, was Jahre später zu heftigen Kollegenvorwürfen Anlass gab.
Das Buch verströmt einige Melancholie. Aber auch einen leisen Unterton von Selbstgerechtigkeit unter Elitekletterern, wie Messner selbst an einer Stelle anmerkt, die sich als Auserwählte dünken. Eine Karriere endet. Wahrscheinlich auch die Alpen, wie wir sie einst kannten. Messners sorgenvoller Blick fällt aufs Matterhorn und seine riesigen weggeschmolzenen Eisfelder. Den Eiger, aus dem Felsstücke, “groß wie Hochhäuser” brechen. Er beißt aber auch an dem quälenden Widerspruch herum, durch Vermarktung der eigenen Abenteuer jener Tourismusindustrie in die Hände zu arbeiten, die die Alpen nur zu gern zum Riesenfreizeitpark zurechtschmirgeln möchte. Es schmerzt, den Everest inzwischen zur kuscheligen Komfortzone verkommen zu sehen, aus der Gipfelstürmer live per Handy die Daheimgebliebenen twitternd beglücken. Messner warnt. Keine Umwandlung in weiteren “Erlebnisraum”. Respekt vor dem “Gefahrenraum”. Berge. Erst erstieg er sie. Nun schreibt er um ihr Leben. Und dies verdammt gut. – Ravi Unger
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