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Westwand: Prinzip Abgrund
 
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Westwand: Prinzip Abgrund [Gebundene Ausgabe]

Reinhold Messner
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 252 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 4 (5. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100494164
  • ISBN-13: 978-3100494160
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 340.511 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer den Mann je live erlebt hat, kennt den Effekt. Wenn er über seine Berge redet, über den Raubbau an den Alpen schäumt, über die globale Erwärmung räsoniert, die aus stolzen Gletschern traurige Rinnsale macht -, Reinhold Messner bebt bei seinen Themen förmlich vor Erregung und Hingabe. Ob man dies nun mag oder nicht, man gerät unweigerlich in den Sog dieses Zenmeisters unter den Bergsteigern. Ein Effekt, der sich in den zahllosen Büchern des knarzigen Südtirolers nahtlos fortsetzt. So auch hier. Wenige Zeilen nur genügen und selbst chronische Nichtalpinisten und Couch-Besteiger erliegen der erzählerischen Kraft Messners, der die Gipfelstationen seines Lebens noch einmal aufsucht. Die manchmal auch ganz tief nach unten führten.

Sommer 2004: Die Wiederholung der dreißig Jahre zurückliegenden Erstbesteigungsroute durch die Ortler-Westwand sollte für den 60-jährigen Messner und seine Begleiter fast in einer Katastrophe enden. Man verstieg sich und blieb in einer 1000 Meter senkrecht aufsteigenden Wand unter einer gefährlich überhängenden Eislippe stecken. Dieses dramatische Ereignis bildet sowohl die erzählerische Klammer, die das gesamte Buch zusammenhält, als auch den Versuch über das “Prinzip Abgrund”, Messners ganz persönliche Lebens- und Kletterphilosophie. Den Rest des Buches bestreitet – unterlegt durch eine imposante Fotostrecke -,eine beeindruckende Auswahl der erlesendsten Gipfeltouren, die Messner noch einmal in kräftigsten Farben schildert. Am Ende geht es mit dem Regisseur Joseph Vilsmaier noch einmal auf den “Berg der Brüder”. Hier oben, auf dem Nanga Parbat, werden Bilder gesucht, die die Ereignisse im Jahr 1970 illustrieren, als Messner den jüngeren Bruder Günther sterbend zurücklassen musste, was Jahre später zu heftigen Kollegenvorwürfen Anlass gab.

Das Buch verströmt einige Melancholie. Aber auch einen leisen Unterton von Selbstgerechtigkeit unter Elitekletterern, wie Messner selbst an einer Stelle anmerkt, die sich als Auserwählte dünken. Eine Karriere endet. Wahrscheinlich auch die Alpen, wie wir sie einst kannten. Messners sorgenvoller Blick fällt aufs Matterhorn und seine riesigen weggeschmolzenen Eisfelder. Den Eiger, aus dem Felsstücke, “groß wie Hochhäuser” brechen. Er beißt aber auch an dem quälenden Widerspruch herum, durch Vermarktung der eigenen Abenteuer jener Tourismusindustrie in die Hände zu arbeiten, die die Alpen nur zu gern zum Riesenfreizeitpark zurechtschmirgeln möchte. Es schmerzt, den Everest inzwischen zur kuscheligen Komfortzone verkommen zu sehen, aus der Gipfelstürmer live per Handy die Daheimgebliebenen twitternd beglücken. Messner warnt. Keine Umwandlung in weiteren “Erlebnisraum”. Respekt vor dem “Gefahrenraum”. Berge. Erst erstieg er sie. Nun schreibt er um ihr Leben. Und dies verdammt gut. – Ravi Unger

Pressestimmen


»Wenn man an Reinhold Messner etwas wirklich bewundern muß, dann ist es seine Fähigkeit, am Leben zu bleiben.« (Heiner Geißler)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Langweilig ! 26. November 2009
Enttäuschende Sache insgesamt. Dabei wird der Anspruch auf Spannung und Unterhaltung wird gar nicht erhoben. Das Fazit an Information und persönlicher Position des Autors ließe sich in einem knappen Kapitel zusammenfassen. Langatmige Wiederholungen des ewig Gleichen. Selbstverliebtheit, Egomanie bis fast zur Satire. Erlebnisschilderungen, die nur von Eingeweihten verstehbar sind - die kennen sie allerdings ohnehin schon aus anderen Publikationen. Ein peinlicher Auftritt - schade!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verstiegen 8. Oktober 2009
Von Dubvader
Um in der alpinen Metaphorik zu bleiben: In diesem Buch hat sich Reinhold Messner verstiegen. Als erzählerische Klammer dient seine Tour über die Westwand des Ortlers, in der seine Seilschaft in Gefahr geriet. Immer wieder kommt er auf diese Tour zurück und bietet einen weiteren Happen - liefert dabei aber nur endlose Wiederholungen der gleichen Banalitäten. Die eigentliche Situation am Berg bleibt hingegen blass. Dafür erfährt der Leser immer wieder, dass sich Messner beim Klettern sehr konzentriert, dass nun nur mehr die Flucht nach oben bleibt und dass die Klimaerwärmung zwar schlimm ist, er sich jetzt aber darüber gerade keine Gedanken machen könne, weil er ja gerade am Berg in Gefahr steckt, er sich konzentriert und seine Instinkte ihn leiten.

Auch in den übrigen Kapiteln wiederholt sich Messner bis zum völlig Absturz. Immer wieder die gleiche Soße. Wer hat dieses Buch lektoriert?

Seine Argumentationslinie ist derweil voller Widersprüche. In einem einzigen Satz im ganzen Buch findet sich ein zarter Hinweis darauf, dass die weltweite Berühmtheit des Bergsteigers Reinhold Messners AUCH zur Popularisierung des Bergsteigens beigetragen hat, die er selbst doch mit so scharfen Worten geißelt. Da beklagt Messner, dass es kum mehr unbekanntes Land mehr gäbe, um darin Abenteuer zu erleben und Grenzen zu erfahren - um dann im nächsten Satz zu erklären, dass er wieder hier oder dorthin wo noch niemand vor ihm war, aufgebrochen ist. Und dann schimpft er darüber, dass ihm der Rest der auch nur ansatzweise abenteuer affinen Welt hinterher läuft. Das ist so, als hätte sich Boris Becker einst darüber beklagt, dass ganz Deutschalnd nach seinen Erfolgen einen nervigen Tennistick entwickelte.

Endlose Wiederholungen der gleichen Banalitäten, ein unlogischer Aufbau und die offenbar nicht erkannte ambivalente Rolle des Autors macht das Buch zu einem Ärgernis. Natürlich hat er recht in seiner Massentourismus-Schelte recht, aber seine Argumentation ist schwer erträglich.

Ärgerlich ist übrigens auch, dass die Bergfotos, die über den Text verteilt wurden, nicht beschriftet sind. Man kann stets nur ahnen, womit man es zu tun hat.

Fazit: Verstiegen und abgestürzt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Prinzip Abgrund 17. August 2009
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Wenn man an Reinhold Messner etwas wirklich bewundern muss, dann ist es seine Fähigkeit, am Leben zu bleiben.

Heiner Geissler

WESTWAND von Reinhold Messner zeigt das Leben des Autoren wie es war, rückblickend erzählt der Autor von seinen größten Erfolgen und den größten Misserfolgen. Als Extremkletterer hatte er alles zu gewinnen und nichts zu verlieren - das Risiko war hoch und der Einsatz das Leben - andere haben dafür bezahlt doch Reinhold Messner kam immer wieder unbeschadet zurück. In WESTWAND zieht Reinhold Messner die Summe aus seinem Leben, er der Grenzgänger blickt auf Siege und deprimierende Niederlagen.

Was treibt einen Menschen in die Wand, auf den Gipfel und in Steilhänge die den Tod bedeuten können?

Ist es Geltungssucht, der Wille eine unmögliche Situation zu bezwingen oder ruft etwas in uns das uns auf den Gipfel führt?

Reinhold Messner steht wie kein anderer für einen Bergsteiger der Spitzenklasse und er hat bezahlt dafür, einfach war es nicht und neben dem Ziel scheiterte er auch oft.

Das Buch WESTWAND führt uns durch das Leben von Reinhold Messner und zeigt uns seine spektakulärsten Erfolge wie auch seine größten Niederlagen. Es führt uns in das Innere des Autoren, gibt seine Beweggründe preis und zeigt auf warum er es tat wie er es tat.

Das sich der Autor vom Naturschutz mittels Demonstration abgewandt hat und nun versucht anderweitig die gnadenlos von vielen Bergsteigern zerstörte Natur zu schützen, befremdet und doch versteht man es, wenn das Ziel nicht erreichbar erscheint. Reinhold Messner ist jemand der das Ziel auch erreichen möchte - vielleicht geht es aber hier nur wenn wir alle es gemeinsam tun?!

Im Mittelteil befinden sich einige interessante Farbphotos während das Buch am Anfang und am Ende von schwarz - weiß Photos dominiert wird.

Wenn man einen interessanten Querschnitt über die Bergsteigertätigkeit und Reinhold Messners Leben haben möchte, bietet sich das Buch WESTWAND dafür als das genau Richtige an.

Als Nicht-Bergsteiger wird man oftmals nur mit den Kopf schütteln, ob der Gefahr in der der Autor oftmals schwebte und als Bergsteiger wird man mehr oder minder ehrfürchtig verharren vor einem Menschen, welcher als erster alle 14 Achttausender bestiegen hat und dem Prinzip Abgrund seinen Stempel aufdrückte.

Empfehlenswert!
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