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Westrom: Von Honorius bis Justinian Taschenbuch – 6. Juni 2013

4.5 von 5 Sternen 6 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Dr. Henning Börm lehrt Alte Geschichte an der Universität Konstanz.


Kundenrezensionen

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Top-Kundenrezensionen

Von Jen am 23. Juni 2013
Format: Taschenbuch
Während man Überblicksdarstellungen zum Byzantinischen Reich zuhauf findet, ist es um das Weströmische Reich und seine Entwicklung in der Spätantike bisher vergleichsweise noch recht ruhig geblieben. Mit dem 240 Seiten starken Bändchen von Henning Börm macht man sich nun auf gen Westen. Die Darstellung ist knapp, kompakt und praktisch auf das Wesentliche reduziert. Doch was ist das Wesentliche?

Der Fokus richtet sich auf die politischen Umstände und steht damit weniger konträr als vielmehr ergänzend zu den kulturwissenschaftlichen Ansätzen, die die Forschungslandschaft bisher beherrschen. Börm speist seine Leser nie mit seiner Quellenauswahl ab, sondern reflektiert die Aussagen im Kontext. Die Darstellung ist geteilt in einen chronologisch-systematischen und einen strukturellen Teil. Zunächst wird das notwendige Hintergrundwissen zur Auseinandersetzung mit der Thematik und damit quasi die Vorgeschichte bis zu Honorius vorgelegt. Es folgt eine Schilderung von Stilicho bis Justinian, zwischen Diplomatie und Heer, Ränken, die große Kreise ziehen und Schlachten, die die Mächtekonstellation ändern. Dabei arbeitet er nie reproduktiv Bekanntes auf und auch nicht repetitiv(dafür ist der Raum auch zu knapp), sondern frägt nach den Gründen. Warum ist es so und nicht anders? Ist es denn so wie es zu sein scheint und die Quellen es vermitteln? Derart verfährt er auch, wenn er „Völkerwanderung“ und Bürgerkrieg als destruktive Komponenten für den Untergang Westroms gegenüberstellt.
Im Anschluss folgt die strukturelle Betrachtung von Kaiserhof, Verwaltung und Armee, sowie Wirtschaft und Religion. Spannend sind hier die Aus- und Wechselwirkungen auf die einzelnen Bereiche.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Angesichts der Flut von Darstellungen zur Spätantike überrascht es ein wenig, dass es kaum Darstellungen gibt, die sich ausschließlich mit dem Weströmischen Reich beschäftigen. Aber selbst wenn dies anders wäre, hätte das Buch wegen seiner unbestreitbaren Qualitäten sicherlich eine Berechtigung.
Nach einem knappen Überblick über die Quellenlage und den Beginn der Spätantike wendet sich der Verfasser im Hauptteil auf etwas über 100 Seiten der Politikgeschichte von 395-668 n.Chr. zu. Es folgen strukturgeschichtliche Darlegungen zu Verwaltung, Wirtschaft, Militär und Religion auf etwa 50 Seiten. Auf den ersten Blick scheint es deshalb, als habe das Buch Schlagseite in Richtung althergebrachter Herrschergeschichte. Dies fndet seine Berechtigung aber neben der Notwendigkeit, die oft verworrene und in der Chronologie nicht immer unumstrittene politische Geschichte in verständlicher Form darzulegen, auch im besonderen Ansatz des Verfassers. Keine Darstellung zum weströmischen Reich kommt ohne eine klare Stellungnahme der Ursachen des Untergangs aus: Börm sieht diese -wie nicht anders zu erwarten- nicht monokausal, nimmt aber doch eine deutliche Gewichtung vor: Nach Ansicht des Verfassers waren für den Niedergang hauptsächlich innerrömische Konflikte in Form von zwei miteinander streitenden factiones die Hauptursache. Um diesen Ansatz plausibel zu erläutern, war deshalb die Schwerpunktsetzung zwingend erforderlich. Man wird über desen Erklärungsansatz gewiss streiten können, zumal konkurrierende Ansätze -verwiesen sei hier nur auf Heather- in Hülle und Fülle vorliegen.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Bisher kannte ich keine kompakte deutschsprachige Darstellung zur weströmischen Geschichte, sondern nur Bücher, die die "Völkerwanderung" in den Mittelpunkt stellen. Börm versucht nun, Ordnung in das Chaos zu bringen, und erklärt viele Dinge ganz anders, als ich es bisher kannte. Dabei nennt er aber auch immer alternative Meinungen, so dass man einen Einblick in Forschungskontroversen bekommt. Die wichtigsten Quellen werden genannt, besonders vielsagende Texte werden zitiert, und auch auf die Ergebnisse der Archäologie wird immer wieder Bezug genommen. Dabei wurde ich oft von seinen Interpretationen überrascht. Börm glaubt, dass nicht angreifende Barbaren oder "wandernde Völker" das weströmische Reich zerstört und erobert haben, sondern dass die Römer jahrelange Bürgerkriege nicht unter Kontrolle bekamen; die Germanen haben demnach erst dann ihre Reiche gegründet, als der innere Streit bereits zum Zerfall des Imperiums geführt hatte. Leider ist das Buch recht teuer, und der Verlag hat sich entschieden, die Karten sehr winzig abzudrucken. Aber für jeden, der sich für die Spätantike und das Entstehen des mittelalterlichen Europa interessiert, lohnt sich die Lektüre auf jeden Fall, denn man erhält einen sehr guten Überblick und viele Anregungen, selbst wenn man vielleicht nicht alle Interpretationen von Börm teilen möchte.
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