Der Film hat seinen besonderen Reiz schon dadurch, dass er in der Zeit gedreht wurde, als Ost und West noch getrennt waren. Schon die verlassenen hochgesicherten U-Bahnhöfe jagen einem Schauer über den Rücken, und wer jemals von einem Ost-Grenzbeamten gefilzt wurde, kann mehr als nachvollziehen, wie Felix zu Mute ist, als er wegen seiner ständigen Besuche ins Visier genommen wird.
Aber auch ohne entsprechende persönliche Erfahrungen, wird die Unmenschlichkeit und Trostlosigkeit der Grenze hautnah spürbar. Zum einen durch die Orginalschauplätze - obwohl die Aufnahmen mit versteckter Kamera schon ein wenig eine Zumutung sind. Zum anderen vermitteln die beiden Hauptdarsteller glaubhaft, wie sie überglücklich immer wieder - wenn auch nur für kurze Zeit - die Kluft zwischen ihnen vergessen können, dann aber wieder von der schier unerträglichen Realität eingeholt werden.
Besonders positiv hebt sich der Film gegen die neueren Szene-Filme ab, die ohne den amüsierten Blick auf die ach so glitzernde Schwulenwelt garnicht mehr auskommen. In diesem Film wird nichts der Lächerlichkeit Preis gegeben, was bei dieser Rahmenhandlung wohl auch eher unpassend wäre. Vielmehr liegt in jeder Szene immer eine Prise Melancholie oder Traurigkeit.
Länglich wirkt der Film eigentlich nur zu Anfang, wenn Felix' vorrausgehender USA-Aufenthalt ohne großen Bezug zum Rest des Films dargestellt wird. Wenn man statt dessen dem familiären Umfeld und der Geschichte der Protagonisten mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte, wäre der Film in seiner Einfachheit unschlagbar.
Und der Schluß: Naja, ich kann zwar inzwischen mit einem offenen Ende gut leben, aber in diesem speziellen Fall ist es schon eine harte Probe!