Ein schickes Stück Technik hat Western Digital da mit der MyBook Studio abgeliefert. Nicht nur äußerlich macht die Platte in ihrem Aluminium-Gehäuse einiges her. Auch von der technischen Seite ist die Platte wirklich gut ausgestattet. Zwei Firewire 800 Anschlüsse eignen sich hervorragend um mehrere Festplatten in Reihe zu schalten. Zusätzlich gibt es noch einen USB-Anschluss für die armen Seelen, die keinen FW-Anschluss ihr eigenen nennen können (etwa Besitzer des aktuellen MacBooks).
Das beiligende FW800-Kabel lässt sich mit dem ebenfalls beiliegenden Adapter auch auf FW400 drosseln, was die Festplatte auch für Besitzer eines alten MacBooks (o.ä.) interessant macht. Und selbst für Reisefreunde ist gesorgt, denn das Netzteil lässt sich über einen zweiten Steckersatz auch in die Steckdosen in China, Australien und co. reinstecken.
Die Platte selbst ist ordentlich schnell, wobei FW800 natürlich um einiges flotter arbeitet als es bei USB2.0 der Fall ist. Hier spielt die MyBook dann eben doch die überlegene Datenrate aus. Neben der wirklich guten Geschwindigkeit noch ein Wort zum Geräuschpegel: Durch eine passive Kühlung gibt es kein störendes Surren eines Lüfters und auch im Betrieb ist die Platte angenehm leise. Ich habe sie direkt neben meinem iMac auf dem Tisch stehen und höre sie nur, wenn sie aus dem Standby wieder aufwacht. Dann hört man schon deutlich, wie der Motor in ihrem Inneren beschleunigt.
Äußerlich ist die Platte wie gesagt in einem Aluminum-Kasten verpackt, welcher - dem Namen folgend - an ein kleines Buch erinnert. Dieses ist - der Analogie folgend - auf dem Buchrücken mit einem kleinen Display ausgestattet, welches sich mittels der mitgelieferten Software relativ frei beschriften lässt. Ebenfalls ist auf dem Buchrücken noch eine kleine blau-weiße LED untergebracht, welche den Festplatten-Status anzeigt.
Damit komme ich dann auch langsam zu den negativen Seiten der MyBook Studio:
Die LED hat Western Digital mittig auf den Buchrücken gesetzt. Damit liegt sie genau wie das Display eigentlich immer im Auge des Betrachters, was auf Dauer etwas nervig sein kann. Denn durch das höchst unbefriedigende Blinken (wenn die Festplatte auf Eingaben wartet, oder auf Daten zugreift) werde zumindest ich regelmäßig "abgelenkt". Das hätte man sicher auch dezenter lösen können.
Das Display ist meiner Meinung nach ein ziemlich überflüssiges Gimmick, welches der Festplatte zwar einen besonderen Touch gibt, aber eigentlich ziemlich sinnfrei ist. Allerdings kann man über eine Art Balkendiagramm anzeigen lassen, wie viel Platz noch auf der Festplatte frei ist. Interessant wird das dadurch, dass die Display-Anzeige nicht verschwindet, wenn man die MyBook vom Strom und von der Datenstrippe trennt. Der aktuelle Status wird also dauerhaft(?) angezeigt.
Eine meiner Vorredner wies bereits auf das automatisch mountende Virtuelle CD-Laufwerk hin, auf dem Western Digital die eigene WD SmartSoftware (oder so ähnlich) untergebracht hat. Damit lässt sich - wenn man das denn möchte und nicht einfach die OSX beiliegende TimeMachine nutzen will - ein automatisiertes Backup einrichten. Ebenfalls lässt sich über diese Software die Beschriftung des Displays den eigenen Präferenzen entsprechend, einstellen. Wer das braucht, wird davon sicher begeistert sein. Ich persönlich sehe nicht wirklich Sinn darin.
Aber zurück zum Virtuellen CD-Laufwerk (VCD): In der Tat gibt es auf der Western Digital-Webseite einen sehr wütenden Thread einiger Käufer, die diese von WD verordnete Zwangs-CD loswerden wollen. Hier wird ausgiebig über die Unflexibilität der MyBook geschimpft, da sich das VCD automatisch bei jedem Start selbst mountet und erst wieder ausgeworfen werden muss. Andernfalls hat man dauerhaft ein CD-Symbol auf dem Schreibtisch (sofern man es nicht über die Finder-Einstellungen ausblendet). Von den gut 500MB Speicherverlust will ich mal gar nicht reden.
Ich habe mich anfangs auch kräftig über diese Vorgehensweise von WD geärgert und mich dann schließlich doch damit abgefunden und das VCD einfach ausgeworfen.
Das Resultat ist nun merkwürdigerweise, dass dieses nicht beim Starten eingebunden wird und auch im OSX-eigenen Festplattendienstprogramm nicht mehr angezeigt wird. Wie ich das hinbekommen habe, habe ich bisher nicht rausfinden können. Eigentlich wäre das ja ein Anlass zur Freude, fordern doch immerhin einige User seit geraumer Zeit die Abschaffung des VCD. Dummerweise ist mit dem VCD auch die WD SmartSofware (oder so ähnlich) verschwunden, denn diese war ja immerhin auf dem VCD aufgespielt. Das Resultat ist nun, dass ich die Beschriftung des Displays nicht mehr ändern kann und diese nun schlicht MyBook lautet... Shit happens!
Ich werde mal auf das hoffentlich bald erscheinende Firmware-Update warten. Alles in allem gebe ich der MyBook Studio 4 von 5 Sternen.
Noch ein Wort zum Verkäufer o-kluge:
Bei der Bestellung stand deutlich etwas von Auf Lager in dicker grüner Schrift auf der Angebotsseite. Auch wurde eine Lieferzeit von 1-3 Tagen versprochen. Als nach 5 Tagen immer noch kein Paket auf dem Weg war und auch Amazon die Bestellung noch immer als "offen" geführt hat, habe ich per eMail beim Verkäufer nachgefragt. Nach kurzer Zeit habe ich auch eine Antwort bekommen, in der es hieß, dass der Artikel überverkauft sei und man nun auf Nachschub warten würde. Dieser sollte etwa 10 weitere Tage später beim Händler eintreffen. Glücklicherweise waren es dann doch nur 8 Tage+2 weitere für den DHL-Boten (der sich todesmutig durch Schnee und Eis gekämpft hat). Ich muss sagen, dass ich das für eine ziemliche Frechheit halte! Man kann nicht etwas von "Auf Lager" und "Sofortiger Lieferung" versprechen und dann seinen Kunden 2 Wochen warten lassen. Wenn so ein Fall eintreten sollte - was ja mal passieren kann - dann schreibt man doch von sich aus eine eMail und bittet den Kunden um Nachsicht. Aber so? Nein, danke! Bei o-kluge habe ich das letzte mal eingekauft!