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Dieser Roman schildert aufs Eindringlichste die schauerlichen Erlebnisse des Soldaten Paul Bäumer an der Westfront des Ersten Weltkrieges, wo sich Deutsche und Alliierte in einem grausamen Grabenkrieg gegenüberstanden. Aber eigentlich sind Schauplatz und Zeit bedeutungslos, beherrschend ist das sinnlose Töten und die zu reinem Menschenmaterial degradierten Soldaten, die schon lange den Glauben an den "gerechten Krieg" aufgegeben haben. Hier ist kein Platz für klischeehaft mutige Helden, Verlierer sind sie letztlich alle, die da im Schlamm der Schützengräben liegen.
So mancher Leser wird nach diesem Roman seine Meinung zu Krieg und Militärdienst geändert haben. Wer heute noch glaubt, Krieg könne eine heldenhafte Sache sein, der kennt das Buch wahrscheinlich nicht und sollte einmal einen Blick hinein werfen. Danach ist er entweder eines besseren belehrt oder scheinbar schon völlig abgestumpft. --Joachim Hohwieler -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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Also wie gesagt, das Buch lohnt sich auf jeden Fall zu lesen, auch als Lektüre in der Schule ist es empfehlenswert (hab ich selbst gemacht).
Gut wäre es auch, "Der Weg zurück", quasi die Fortsetzung, zu lesen.
Das Buch schildert die Erlebnisse an der Front des ersten Weltkrieges, der in vielerlei Hinsicht einer der schlimmsten Kriege der Geschichte ist. Und sie schildert die Erlebnisse eines Schülers, der sich von den Parolen seines Lehrers Kantorek angestiftet mit seiner gesamten Schulklasse meldet, und die andere, oft verdrängte, Seite des Krieges kennenlernt - entwurzelt und desillusioniert endet hier das Primat der Politik und wird durch das Primat des Überlebens ersetzt.
Das Buch ist auch ein Zeugnis eines wahren Pazifismus. Oft und gerne vergessen wird, daß die treibenden Kräfte des Pazifismus viele Jahre lang keine friedensbewegten Demonstranten waren - sondern Soldaten, die wissen, was ein Krieg ist, außer "schlimm". Wenn Tilmann Westphalen im Nachwort auch noch dieses Buch dafür hernimmt, die unsägliche "Soldaten sind Mörder"-Debatte zu kommentieren, disqualifiziert er sich damit - die Aussage dieses Buches könnte anders nicht sein. "Soldaten sind Menschen" und Instrumente der Politik zu ihrer Fortsetzung mit anderen
Mitteln (Clausewitz), gestern wie heute wie morgen. "Potenzielle Mörder" wie Remarque, Haldeman, Saint-Exupéry und Millionen anderer werden es unterschreiben.
Gerade in Zeiten, in denen eine Glaubensdebatte um den 3. Golfkrieg durch alle Zeitungen geht, sollte dieses Buch mehr Beachtung und das Negativbild des konservativen Dorfschullehrers Kontorek mehr als Mahnung dienen. Und jeder, der sich mit dem Krieg beschäftigt, sollte dieses Buch als letztes lesen. (Und jeder, der über Kriege entscheidet, sei es nur in Abstimmungen und Wahlen, sollte sich natürlich damit beschäftigen - und nicht nur mit der Propaganda einer kriegführenden Nation oder einer politischen Strömung!)
Als Offizier sehe ich die Bedeutung dieses Buches darin, daß man, bevor man sich an einem Krieg beteiligt, genau wissen sollte, worauf man sich da einläßt und daß es das Wert ist (Latrinenparolen wie "Krieg gegen den Terror" oder "Schutz der Menschenrechte" - wo es echte Latrinenparolen und keine fundierten Begründungen sind - zählen dabei nicht); als sozialliberaler Mensch ist es für mich eine Warnung gegen konservativ-verknöcherte Strukturen und was sie anrichten können. Dies ist meine Meinung.
Zum weiterlesen: Dalton Trumbo, Johnny zieht in den Krieg über einen Kriegsversehrten und Remarques Fortsetzung Der Weg zurück.
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