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Westbesuch: Vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht [Gebundene Ausgabe]

Jutta Voigt
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 8,95  

Kurzbeschreibung

5. März 2009
Kein Ort Drüben Warum fuhr der Westonkel mit einem geliehenen Mercedes in den Osten? Wie konnten Städte wie Reutlingen und Paris zu Sehnsuchtsorten werden? Jutta Viogt erzählt von den Absurditäten des Reisens zwischen Ost und West, als es noch nicht das Normalste von der Welt war, dass man in ihr rumfährt. Zwanzig Jahre nach der Wende sind die Zeiten der Sehnsucht vorbei. Das Glück ist nicht mehr da, wo wir nicht sind. Es hat da zu sein, wo wir sind. "Unterhaltsam und klug." Süddeutsche Zeitung Westbesuch – ein Wort, das Erinnerung in sich trägt, an Willkommen und Abschied, Umarmung und Entfremdung. In ihrem brillant geschriebenen, ironischen und hellsichtigen Text stellt Jutta Voigt fest: Ost- und Westdeutsche kannten sich viel besser, als nach 1989 gemutmaßt wurde – und sie profitierten voneinander. Die einen freuten sich auf schöne Geschenke, die anderen genossen die Bewunderung ihres dicken Audis, ihres Lebensstandards, vor allem aber die Dankbarkeit für die mitmenschlichen Dienste an den Brüdern und Schwestern. Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall ist die Besuchszeit vorbei. Dennoch fühlen sich viele Ostdeutsche immer noch zu Besuch im Westen und viele Westdeutsche als generöse Gastgeber.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 228 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (5. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351026757
  • ISBN-13: 978-3351026752
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 528.344 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jutta Voigt, geboren in Berlin, Studium der Philosophie, Reporterin, Essayistin und Kolumnistin. Arbeitete für Wochenpost, Sonntag, Freitag, Woche und ZEIT. 2000 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis. Ihre Reportagen erschienen unter den Titeln "Der Tiger weint" (1997), "Der Spleen von Berlin" (1999), "Wahlbekanntschaften" (2005).

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4.0 von 5 Sternen Geschichten mit witzig-bissigem Charme 6. August 2009
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Jutta Voigt , 1941 geboren und schon vor der Wende als Feuilletonistin und Autorin von Reportagen bei den Wochenzeitungen "Sonntag" und "Wochenpost" in der DDR tätig und auch in der Bevölkerung bekannt, weiß, von was sie schreibt in ihrem neuen Buch mit dem Titel "Westbesuch", das im Aufbau Verlag erschienen ist.

Es ist ein Buch "Vom Leben in Zeiten der Sehnsucht", wie der Untertitel der Sammlung von 24 deutsch-deutschen Geschichten lautet, die allesamt beschreiben, wie sich über eine lange Zeit seit dem Mauerbau 1961 Ost und West begegnet sind.
"Der Westen, so wie ihn die Ostler sahen", schreibt Jutta Voigt, "war eine Erfindung des Ostens. Der Osten hat sich seinen Westen ausgedacht, Diesen Westen als Paradies. Und da sie nie oder kaum das überprüfen konnten, wie es da war, konnten sie es sich vorstellen."

Es ist ihre eigene Geschichte und auch zu Teilen die von anderen Bekannten, die die Autorin da mit Witz und Ironie aufgeschrieben hat. Die einzelnen Geschichten verströmen einen eigenen Charme und halten den vorzugsweise aus dem Westen kommenden Besuchern ebenso einen deutlichen Spiegel vor wie den östlichen Gastgebern mit ihren übersteigerten Erwartungen.

Neben den vielen eher politischen und geschichtswissenschaftlichen Büchern, die in diesem Jahr 20 Jahre nach der Wende erschienen sind, ist dieser witzig-bissige und charmante Blick in die Alltagswelt ein ganz besonderer Lesegenuss, der in den Geschichten aber nicht weniger klare Analyse liefert als so manches mächtig daherkommende Geschichtsbuch eines Profis
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WESTBESUCH 17. Juni 2009
Format:Gebundene Ausgabe
In Berlin steht eine Mauer
Trudirabaridibum
Gegen Brandt und Adenauer
Trudirabaridibum
Die wirft keiner um
Wolf Biermann, 1961

Das ist lange her, als der Westen den Osten besuchte und der Osten sich darauf freute, in den Zeiten der Sehnsucht, wie Jutta Voigt es in ihrem neuen Buch "Westbesuch" beschreibt. Heute ist in Deutschland überall Westen, beinahe. Und die Sehnsucht, wenn einer denn noch eine hat, gilt anderen Ländern, anderen Leben. Denn so ist es mit den Fern-Reisewünschen (und ferner als die Bundesrepublik war für den DDR-Bürger kaum ein Land): Man will raus aus seiner Existenz, rein in die der anderen. Und sei es auch nur für ein paar Wochen: Spanier sein oder Nordamerikaner. Manchem reicht schon eine Pizza, scusi, um des fernen Geschmackes willen. Wer aber eine Latte bestellt, der bestellt nicht Italien, der bestellt das scheinbar bessere Leben. Auch das lieferte der Westen: Die bunten Verpackungen, die schickeren Autos, die West-Jeans, das Abzeichen von Weltläufigkeit, selbst nach Lauchhammer oder Neubrandenburg.

"Dass mit dem Sozialismus die Menschheit", zitiert Jutta Voigt, "aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit" springe, hatte Friedrich Engels prophezeit. Der Sprung misslang. Und weil das so war, gab es die vielen Fluchten, von denen die Autorin beklemmend genau berichtet. Dem einen fiel die Langeweile der DDR auf den Kopf und er machte rüber, alles riskierend. Die anderen liessen sich von den Verwandten mit "Mon Chérie" im Westpaket, ohne sonderliche Gefahr, ein scheinbares Stück Frankreich in die Stube kommt: "Die Dinge von drüben ermöglichten Millionen kleiner Grenzübertritte", schreibt Jutta Voigt.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin Jutta Voigt, Essayistin und Kolumnistin u. a. für die Zeit, erhielt 2000 den Theodor - Wolff - Preis. Mit ihrem jetzt editierten Buch "Westbesuch" ruft sie nicht nur dieses nostalgische Zauberwort in Erinnerung, fügt zufällige Ereignisse mit einer filigranen Beobachtungsgabe zu einer Kleinkunstform des Erzählens zusammen, sondern verweist bei aller Wiedersehensfreude und herzlicher Anteilnahme auch auf das fortschreitende Auseinanderleben. Wenn in der Reflexion auch vieles widersprüchlicher war, als es heute vom Westen gesehen wird, so konstatiert sie doch mit viel Sachkunde, dass sich Ostdeutsche und Westdeutsche eigentlich viel besser kannten, als das nach 1989, nach dem Fall der Mauer, für wahrscheinlich gehalten wurde. Wenn den DDR Bürgern mangelnde Zivilcourage und Anpassung vorgehalten wurden, dann widerlegt die Autorin diese Mutmaßungen durch zahlreiche pointierte Fallbeispiele, widersprüchliche Absurditäten die gemacht wurden, um die Grenze zu passieren, während Westbesucher häufig Angst vor den fraglos unangenehmen Grenzkontrollen hatten.

In dem Buch geht es auch sehr massiv um Westpakete, nicht nur um die Besucher aus dem Westen. Mit viel Ironie erinnert sich Jutta Voigt an die Tatsache, dass egal was auch immer in den Paketen geschickt wurde, es wie ein Fetisch wie ein Gegenstand dem eine besondere Ausstrahlung, ja Zauberkraft zugeschrieben wurde, behandelt wurde. Diese Fetischisierung der Westwaren war besonders nach 1989 zu beobachten, ganz zum Leidwesen der Bürgerrechtler, den dieser regelrechte Kaufrausch aufregte und die es lieber gesehen hätten, wenn man sich auf die Ideen gestürzt hätte.

Große Bedeutung hat auch das Wort Sehnsucht in dem Buch.
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