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West-oestlicher Divan: Stuttgart 1819 [Taschenbuch]

Joseph Kiermeier-Debre , Johann Wolfgang von Goethe
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. November 2006
Die Sonderausgabe zum Goethe-Jubiläum

Goethes berühmter Lyrikzyklus erscheint zu seinem 175. Todestag am 22. März 2007 parallel zum Band der ›Bibliothek der Erstausgaben‹ als wohlfeile Jubiläumsausgabe. Auch diese Ausgabe folgt der Erstfassung aus dem Jahr 1819, herausgegeben von Joseph Kiermeier-Debre.

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West-oestlicher Divan: Stuttgart 1819 + Gedichte aus dem Diwan + Liebesgedichte (Insel Bücherei)
Preis für alle drei: EUR 23,45

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423135131
  • ISBN-13: 978-3423135139
  • Größe und/oder Gewicht: 17 x 11 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 88.769 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

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Der persische Dichter Hafis war ein erklärter Liebhaber der Sprache, und diesem Gedanken gab er im 14. Jahrhundert allegorische Gestalt: In seinem Diwan tritt die "Wortbraut" als mystische Verkörperung der Lyrik auf, um Gott, Wein und Liebe zu besingen:
"Bräuten in der Locken Ranken,/ denen Schleier, leicht und licht, / Halb nur hüllen den Gedanken, / gleicht, o Hafis, dein Gedicht".

Berauscht von der Lektüre des Diwans im Juni 1814 übernahm Johann Wolfgang von Goethe das Bild von der "Wortbraut" und stellte es als gleichnishaftes Motto dem Buch Hafis seines West-Östlichen Divans (1819/1827) voran: "Sei das Wort die Braut genannt" -- eine Hommage an den persischen "Zwilling", die der Weimarer Geheime Rat auch als Verpflichtung für das eigene Schreiben verstand. Tatsächlich ist Goethe in seiner Auseinandersetzung mit Hafis ein überaus sinnliches Stück Weltliteratur gelungen, dessen Verfasser das gesamte Spektrum literarischer Möglichkeiten wie ein Bräutigam umgreifen will und in souveräner Beherrschung von alltäglicher und gehobener, euphorischer und ironischer Rede die "Lieb-, Lied- und Weinestrunkenheit" im Harem der Worte zu vermählen sucht.

Am deutlichsten wird diese quasi erotische Verbindung von Werk und Schöpfer im Buch Suleika, jenem autobiographisch an die 30jährige Marianne von Willemer gerichteten Meisterstück, das den Austausch mit der Geliebten zum leidenschaftlichen Dialog des 66jährigen Dichters auch mit der Sprache werden läßt: "Sich liebend aneinander zu laben / Wird Paradieses Wonne sein". Daß Marianne, wie man inzwischen weiß, einige der schönsten Gedichte zum Buch Suleika beisteuerte, hebt das Zwiegespräch zwischen der jungen Suleika und dem greisen Hatem innerhalb der Sammlung auf ein neues, pikant-intimes Niveau.

"Den berauschendsten Lebensgenuß hat Goethe hier in Verse gebracht", schrieb Heinrich Heine 1836 in der Romantischen Schule, "und diese sind so leicht, so glücklich, so hingehaucht, so ätherisch, daß man sich wundert, wie dergleichen in der deutschen Sprache möglich war". Möglich war dieser unbeschreibliche Zauber des Divans nur als trunkene, raumzeitlich losgelöste Liebeserklärung des Dichters an die unendliche, Orient und Okzident, Geist und Humor, Jugend und Alter, Liebhaber und Geliebte in jeder Strophe neu vereinende Poesie.

Der Schwiegertochter Ottilie erläuterte Goethe am 21. Juni 1818 die Absicht seiner Dichtung: "Ihre Bestimmung ist es, uns von der Gegenwart abzulösen und uns für den Augenblick dem Gefühl nach in die grenzenlose Freiheit zu versetzen. Dies ist zu einer jeden Zeit wohltätig, besonders zu der unseren". Wenn dies mit einer derart lyrischen Virtuosität wie im West-Östlichen Divan gelingt, gilt dieser Auspruch bis heute. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»In seinem ›West-östlichen Divan‹, der aus liebevoller und eindringlicher Beschäftigung mit der orientalischen Kunst erwuchs, betonte Goethe den kostbaren Wert des Augenblicks anstelle der christlichen Haltung des Wartens auf die nächste Welt…Zum bevorstehenden 175. Todestag von Johann Wolfgang Goethe am 22. März 2007 liegt nun im Deutschen Taschenbuch Verlag der originalgetreue Nachdruck der Erstausgabe von 1819 vor…«
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4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epochale Symbiose 30. Mai 2010
Von Giuseppe Gerhards TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Wie sehr die Lektüre fremder Bücher berauschen kann, wie inspirierend und initiierend geniale Kollegen sein können, zeigt der West-Östliche Divan mit all seinen Facetten. Der große Goethe, kurz nachdem Napoleons Truppen aus seiner Heimat geschlagen wurden, gab sich im Jahr 1814 dem persischen Dichter Hafis hin, der im 14. Jahrhundert den Prototyp des Diwans vorlegte. Der wohl bekannteste persische Dichter hieß ursprünglich ganz anders, Hafis ist der ihm erst später zugesprochene Name für seine ruhmreichen literarischen Verdienste und bedeutet so viel wie jener, der den Koran auswendig kann. Eine Tatsache, die auf den Perser schon in frühester Kindheit zutraf, so zumindest die Legende.
Legendär dann auch, was Kollege Goethe, der ja auch eine gewisse Art von Namenserweiterung dank seines Könnens mit dem Zusatz 'von' erhielt, daraus machte. Immerhin ist es das umfassendste lyrische Werk seines gesamten Oeuvres und die Hommage an einen Dichter, den Goethe selbst als 'Zwilling' bezeichnete. Nicht erst im Alter von 65 Jahren, als der Weimarer Rat den Hafis las und sich anschließend sofort an die Arbeit des Diwans machte, richtete Goethe seinen Blick auf die mystische Ausrichtung des Islam. Muslimische Lehrmeinungen, die sich im Werk an vieler Stelle wiederfinden, sind mit ein Grund für die bis in die Moderne anhaltende Ablehnung, oder vielmehr das Unverständnis, die diesem 'Alterswerk', wie man es in der Literaturwissenschaft bezeichnet, anhaften.
Diese universale, symbiotische Verschmelzung, die hier nicht nur sprachlich, sondern auch methodisch und intentionell seinen Ausdruck findet, ist, wenn man so will, ein forscher Erstversuch, die Bedrohung im Morgenland, als Kehrseite ein und derselben Medaille zu betrachten. Allein dieser klare Standpunkt, verdient gerade in heutiger Zeit, wo Kopftücher immer noch als Angriffs aufs Kreuz betrachtet werden, eine besondere Beachtung.
Doch damit nicht genug: Das poetische Werk macht dem Weib, dem Wein und dem Gesang alle Ehre. Jenen drei zauberhaften Dingen, mit denen sich ebenfalls Goethes Naturell und das muslimische Verständnis auf einer tieferen Ebene verbinden lassen. Die Hommage an die weibliche Seite des Mondes drückt sich hier also nicht nur politisch, sondern auch erotisch aus. 'Diese finden wir alldorten; Und wer Frauenlob gepriesen, Der verdient an ewigen Orten, Lustzuwandeln wohl mit diesen.' Na, wer da keine Lust bekommt, der hat wohl schon.
Lust macht auch die formschöne Neuausgabe im Deutschen Klassiker-Verlag, die uns hier vorliegt. Während der erste Band mit gut 800 Seiten der originalen Melange aus Gedichten, Prosa, Berichten und Nachsätzen sowie einer anschließenden Historie der Entstehung des Buches daherkommt, überragt der zweite Band den ersten gar noch in Länge und Dichte. Jede einzelne Zeile, so scheint es, hat Hendrik Birus, Professor für Literaturwissenschaften an der Uni München, gleichsam wie den Wein, das Weib und den Gesang aufgesogen, ausgekostet und ausführlich verdaut. Ein Kommentar, der vielleicht Schüler oder Studenten aufgrund seiner Penetranz und Akribie zur Verzweiflung bringen mag, literarische Kenner und Experten aber begeistern dürfte.
Doch auch die weniger akademisch Gebildeten haben an diesem Werk ihre Freude, denn man kann es blindlings aufschlagen und erhält als Geschenk die poetische Wunderwelt: 'Wer Perlen will, der muss ins Meer sich stürzen', schrieb der Großmeister deutscher Literatur. So sei es, oder einfacher, er lässt sich auf dieses epochale Faszinosum ein.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Entspricht leider nicht der ursprünglichen Originalausgabe!
Beispiel: Wo ist der Abschnitt "Zu Besserem Verständnis Des Wes-Östlichen Divans" und die darin enthaltenen Unterkapitel "Einleitung", "Hebräer" und "Übergang"?
Leider scheint auch noch viel mehr zu fehlen! So etwas darf nicht fehlen! Ich gehe davon aus, dass das weglassen dieser Kapitel aus möglicherweise politischen bzw. meinungsbildenden Gründen absichtlich weggelassen wurde. Leider bedeutet dies für mich, dass ich für meine Recherchen ein anderes Werk hinzu ziehen muss, nämlich "Goethe Werke Hamburger Ausgabe. 14 Leinenbände in Schmuckkassette: Werke, 14 Bde. (Hamburger Ausg.), Bd.2, Gedichte und Epen" - was man auch hier auf Amazon finden kann!
Sorry... bin einfach unglaublich enttäuscht - eine echte Frechheit!
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrliche Gedichte 3. Januar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Goehte hat in diesem wunderbaren Buch viele schöne Gedichte geschrieben die sogar Nicht-Freunden von Gedichten gefallen würde. Zu diesen zähle ich mich. Es ist auch ein schönes Buch mit vielen Weisheiten über Religion und Toleranz die gerade in unseren Zeiten gebraucht wird. Man sieht gerade an diesem Buch wie sich Orient und Okzident beeinflusst haben. Ein Ehrenplatz im Regal für dieses Buch.
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