Ein Klassiker, den zu rezensieren es eigentlich nicht mehr bedarf: Die, von Drehbuchautor Ernest Lehman ("Der unsichtbare Dritte", "Sound of Music"), adaptierte Fassung von Shakepeare's "Romeo und Julia" ist die wahrscheinlich brillianteste Transformation eines Musicals auf die große Kinoleinwand, war mit über 75 Mio$ Box-office einer der profitabelsten Filme seiner Zeit und galt auch als einer der Referenz-Filme des legendären MGM-Studios:
Da wäre die in New York City angesiedelte Story um die beiden rivalisierenden Straßengangs zum einen, die Jets und die Sharks, die Liebe zwischen Tony und (dem bekannten Song Namengebenden) Maria zum anderen, die von Leonard Bernstein komponierte Musik zum dritten. Ein Rausch der Farben, ein Sog der Musik, der in 9 Kategorien auch verdientermaßen mit dem Oscar prämiert wurde. Unvergeßliche Melodien, eingängige Songs: Kein anderes Musical erreichte in der Bühnenversion eine derart große Popularität. An die Verfilmung wurde mit Sorgfalt herangegangen, vorallem sollte die Energie und Dynamik spürbar werden, das Millieu, die Show.
Authentizität und visuelles Konzept waren somit überhaupt ein Anliegen der Produzenten von "West Side Story": Da Regiesseur Robert Wise ("Bis das Blut gefriert", "Der Tag an dem die Erde stillstand") sich entschloß, neben einigen im Studio entstandenen Szenen, an Originalschauplätzen (u.a. West 61st Street) zu drehen, heuerte er kurzerhand 'echte' New Yorker Gangmitglieder als Securities an. Bemerkenswert auch die Kameraarbeit, deren Konzept es war, Einstellungen wie Bilder moderner amerikanischer Künstler, wie Ben Shahn oder Robert Vickery erscheinen zu lassen.
Im Gegensatz zum (noch erhältlichen) ersten Release, welches lediglich eine 35mm-Kopie des Films nutzte, wurde für diese Neuauflage das völlig restaurierte 70mm Original von "West Side Story" genutzt, woraus sich auch das korrekte Seitenverhältnis von 1:2,20 erklärt. Der Neuauflage liegt auch eine Bonus-DVD bei, für die MGM exklusives Material zusammengestellt hat:
Ein einstündiges, retrospektives "Making of..." mit Darstellern, Regiesseur und Produzent erinnert an die glamouröse Hollywood-Produktion aus dem Jahre 1961, vier kurze Features von damals beschäftigen sich u.a. mit Musik, Ausstattung und Kamaraarbeit, beim Film selbst kann ein optionaler Audiokommentar angewählt werden - sehr spannend! Höhepunkt dieser limitierten Auflage ist aber das 'Fanbook', ein edel aufgemachtes Büchlein mit Zeitungsausschnitten, Produktionsnotizen sowie dem kompletten Drehbuch. Kurz gesagt, eine der besten und aufwendigsten DVD-Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum überhaupt.
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