Das Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein / Stephen Sondheim ist in der Verfilmung von 1961 eines der erfolgreichsten Hollywood-Musicals aller Zeiten und wurde verdient mit 10 Oscars für den besten Film, beste weibliche und männliche Nebenrolle, beste Regie, beste Kameraführung, beste Ausstattung, bester Ton, beste Musik, bester Schnitt und beste Kostüme ausgezeichnet.
Die tragische Romeo und Julia Geschichte wurde von Robbins und Bernstein modernisiert und sollte zunächst als East Side Story von der tragischen Liebe eines katholischen Jungen zu einem jüdischen Mädchen handeln. Aber 6 Jahre später wurde diese Idee zugunsten der aufkeimenden Ausländerproblematik in Manhatten verworfen: es entstand die West Side Story mit dem Amerikaner Tony, der die Staßengang "Jets" anführt und sich Hals über Kopf in die Puertorikanerin Maria verliebt, deren Bruder und Anführer der "Sharks" Bernardo unfreiwillig bei einem Kampf tötet und von dessen Freundin Anita aus Rache belogen wird, Maria wäre von ihrem Verlobten Chino umgebracht worden als er von der Liebe der beiden erfuhr. Unglücklich rennt Tony durch die Strassen, um sich ebenfalls von Chino erschießen zu lassen. Aber als er Maria erblickt, hat auch Chino ihn gefunden und Tony stirbt in den Armen seiner Geliebten...
Obwohl der Stoff seit seiner Broadway-Premiere 1957 bereits über 40 Jahre alt ist, ist das Thema aktueller denn je. Der Film fängt die Emotionen der Liebe zweier ungleicher Menschen, die durch Intoleranz und Gewalt ihrer Mitmenschen überschattet wird, in perfekten und starken Bildern, die zuweilen auch etwas kitschig wirken, ein, die in der DVD-Fassung farbenfroh in der Restauration des Original-Filmmaterials erstrahlen. Besser als in jeder Theateraufführung, die ich bisher gesehen habe, kann man die "Jets" in ihren erd- oder pastellfarbenen Kostümen immer von den kräftigen rot bis violett Tönen der "Sharks" unterscheiden, was besonders in den grandios choreographierten Tanzsequenzen - den besten der Filmgeschichte - hilfreich ist..
Natalie Wood überzeugt in der Rolle der Maria, auch wenn ihre Gesangsstimme von Marni Nixon, die schon für Audrey Hepburn in "My Fair Lady" sang, nachsynchronisiert wurde. Der Ton wurde zumindest in der englischen Originalfassung kraftvoll in Dolby Digital 5.1 abgemischt - ein Leckerbissen ist u.a. der Song "Maria", bei dem der Name abwechselnd aus verschiedenen Lautsprechern ertönt. Alle anderen Sprachfassungen sind auf der DVD nur in Mono zu hören und daher kaum akzeptabel (leider sind keine deutschen Untertitel vorhanden).
Wie groß der Unterschied der anamorphen Bild- und digitalen Tonqualität zum Original aus 1961 ist, zeigt der unbearbeitete US-Trailer!
Fazit: Ein grandioser Klassiker in guter digitaler Aufbereitung (im englischen Original), der in keiner ernstzunehmenden Sammlung fehlen darf.