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Wesire und Konsuln, Roman,
 
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Wesire und Konsuln, Roman, [Unbekannter Einband]

Ivo: Andric
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: München, Hanser 1961, (1961)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B004582J8E
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.688.274 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Meiner Meinung nach der schönste Roman von Ivo Andric. Es geht um Menschen, und darum, wie Menschen mit anderen Menschen umgehen. Und das in politisch heiklen Zeiten, wo ethnische und religiöse Spannungen in Bosnien das multikulturelle Zusammenleben sehr erschweren. Dass es dabei nicht ums heutige Bosnien geht, sondern um ein historisch entrücktes zu Beginn des 19.Jahrhunderts, ist heute eine subtile Ironie, beweist aber, wie gut Andric sein Bosnien schon verstanden hat, bevor die politischen Ereignisse uns plötzlich auf dieses Land blicken liessen. Es geht aber nicht um Politik - es geht um Menschen: Jene, die Politik machen, sie machen müssen oder sie erleiden. Die Charaktere werden meisterhaft dargestellt. Andric beobachtet sie in allen feinsten Regungen, Gesten, Gewohnheiten und Schrullen. Seine Sprachkunst ist unerschöpflich
und nur ein hervorragender Übersetzer, wie in dieser Ausgabe, kann dem Roman seinen ganzen Reichtum erhalten. Wesire und Konsuln ist kein leichtes Buch, man muss sich sozusagen einlesen und sich in diesen Mikrokosmos der Travniker Gesellschaft einleben. Dann aber ist das Lesevergnügen nicht mehr zu bremsen. Meine Empfehlung ist, zuvor den bekannteren Roman "Die Brücke über die Drina" zu lesen. "Wesire und Konsuln" wird dann, wenn man Ivo Andric einmal schätzen gelernt hat, alle Erwartungen übertreffen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bosnien einst und jetzt 11. Dezember 2005
Von Ossiwan
Format:Taschenbuch
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts dringen die Wirren der napoleonischen Kriege auch bis in das kleine Städtchen Travnik in Bosnien. Der Franzose Daville wird als Konsul ausgesandt um in diesem, für Frankreich strategisch wichtigen Land unter osmanischer Herrschaft, Kontakte zu knüpfen und Berichte zu erstatten. Der große Gegner Frankreichs, Österreich, denkt aber genauso und sendet ebenso einen Konsul nach Travnik, der die Interessen Österreichs vertritt und dem französischen das Leben schwer machen soll. Und dann ist da noch der osmanische Wesir unter den Vorgaben Stambuls und ein russischer Konsul, der laufend erwartet wird. In Travnik bleibt anscheinend nichts so, wie es zuvor einmal war, doch das, was sich wirklich ändert sind nur die Gesinnungen der Fremden, ihr Wirken und Handeln in dieser für sie so fremden Gegend.
Was Andriæ auszeichnet sind seine Personenbeschreibungen, detailliert bis ins letzte und aus jeder Figur versteht er eine eigene Geschichte zu machen. Er fügt dem ganzen je nach Notwendigkeit neue Figuren ein und lässt alte Verschwinden und beschreibt dabei doch nur die ganze Zeit seine Hauptfigur, die Stadt Travnik. Andriæ, selbst aus Travnik gebürtig, zeichnet ein Sitten- und Gesellschaftsbild seiner Heimatstadt und bedient sich dabei der Fremden, die es dorthin verschlagen hat und die sich bis zu ihrem Abschied nicht zurechtfinden können. Andriæ greift den Geschehnissen in Bosnien, die in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts die Welt schockierten, voraus und macht dem Leser bewusst, warum man dort so lebt und warum es zu Ereignissen kommt, die für Fremde unverständlich sind und immer bleiben werden.
Doch nicht nur die Franzosen und Österreicher, die temporär stationiert sind, verzweifeln an dieser Fremde, auch die osmanischen Invasoren, die Franziskanermönche, die sephardischen Juden und manchmal auch die Bevölkerung an sich selbst. Dem Bosnier Andriæ ist sein eigenes Land ein Rätsel und auch er selbst kann es nur literarisch versuchen zu erklären, macht dies aber auf so charmante und geistvolle Art und Weise, dass man nach dieser Lektüre mehr Zugang hat als nach allen Zeitungs- und Kriegsberichten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Denkmal für Bosnien 19. Januar 2004
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der Nobelpreisträger Ivo Andric hat mit diesem Werk ein Denkmal für seine bosnische Heimat gesetzt. Wichtigste Person dieses Romans ist der französische Konsul in Travnik, doch eigentlich geht es um das bosnische Volk. Andric nutzt die Beschreibung der Tätigkeit des Konsuls Daville, um eine Vielzahl an Charakteren in verschiedenen Situationen zu zeichnen. Dabei gelingt es ihm, den Facettenreichtum der Region herauszustreichen, ohne ein pathetisches oder schöngefärbtes Bild Bosniens zu zeichnen, im Gegenteil: Andric beschreibt eine rückständige Region, die unter der lähmenden Herrschaft der Osmanen, die ihren Höhepunkt zu Beginn des 19. Jahrhunderts lange hinter sich hatten, leidet. Und dennoch läßt Andric immer wieder durchscheinen, daß die Herrschaft der Türken endlich ist und sich Bosnien den Europäern nähern wird. Und so ist dieses oberflächlich gesehen negative Bild nichts anderes als eine Liebeserklärung an sein Volk und Ausdruck großer Hoffnung, die, dies ist nun zumindest meine Hoffnung, mit Hilfe der EU, endlich Wirklichkeit werden könnte.
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