Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Nachdem Regisseur und Autor Patrick Lussier (Ex-Cutter von Horrorlegende Wes SCREAM Craven) und sein Co-Autor Joel Soisson (der sein Regiedebüt bei den zwei neuen GOD'S ARMY-Filmen gab) mit DRACULA 2000 (hierzulande als WES CRAVEN PRÄSENTIERT DRACULA im Kino gelaufen und auf DVD veröffentlicht) einen sicher nicht rekordverdächtigen aber passabel laufenden Beitrag zum Dracula-Mythos geliefert hatten, durften die beiden Kreativen auch die beiden Fortsetzungen realisieren.
Da man für die beiden neuen Filme, die zur direkten Veröffentlichung auf DVD und Video vorgesehen wurden, nur noch ein vergleichsweise winziges Budget zur Verfügung hatte (man spricht von einem Zehntel des Kinofilmbudgets) wanderte die Produktion nach Rumänien ab, was den Vorteil bot, dass die "Kulissen" (Straßen, Häuser usw.) schon von Haus aus mehr Atmosphäre versprühten als man künstlich hätte schaffen können, was dem Film äußerst gut tut. Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist dem Film sein Mini-Budget sichtlich zugute gekommen, da Lussier und Soisson sich hier wirklich auf das Essentielle konzentrieren mussten und sich nicht, wie beim gelinde gesagt zwiespältigen Kinofilm, in technischen Spielereien verlieren konnten.
Zur Story:
2 Tage nachdem Dracula an einem Kreuz hängend in der aufgehenden Sonne von New Orleans verbrannte (s. das Finale des Kinofilms, den man nicht gesehen haben muss um diesen Film genießen zu können) landet die verbrannte "Leiche" auf dem Seziertisch von Elisabeth (hübsch: Diane Neal) und Luke (nett: Jason London). Kaum ist klar, dass das kein gewöhnliches Brandopfer ist, meldet sich ein mysteriöser Anrufer, der 30 Millionen $ für die Leiche bezahlen will.
Elisabeth und der in sie verliebte Luke schnappen sich kurzerhand die Leiche und verschwinden- gerade rechtzeitig bevor ein unheimlicher Priester namens Uffizi (cool: Jason Scott Lee) erscheint, der ebenfalls nach dem Brandopfer sucht.
Mit Hilfe einiger Mitstudenten und unter Anleitung von Elisabeth' Freund, dem behinderten Professor Lowell (Craig Sheffer), versucht die Gruppe nun in einem entlegenen Haus hinter das Geheimnis des ewigen (vampirischen) Lebens zu kommen, das im Blut des Vampirs vermutet wird.
Doch (natürlich) haben die Studenten sowohl die Wirkung des Vampirblutes als auch die Macht des nach einem gewollten Blutbad (bitte wortwörtlich verstehen) schnell regenerierenden Vampirs (Stephen Billington) unterschätzt. Dabei droht ihnen jedoch nicht nur von ihm Gefahr, denn auch Pater Uffizi ist auf dem Weg...
Gleich vorweg; ASCENSION mag billiger sein aber diese Fortsetzung übertrumpft den ihr zugrunde liegenden Kinofilm bequem. Der ganze Film ist atmosphärisch dichter, die Geschichte geht ohne Längen schnell voran, bietet Action, Spannung, einige originelle Ideen, bezieht auch kaum bekannte Bestandteile des Vampirmythos mit ein (Stichwort Körner zählen) und lässt auch die einzige gute Idee des Kinofilms (dass Dracula nur einer von vielen Namen ist, die alle auf Judas zurückzuführen sind) nicht außer acht.
Witzigerweise wird Dracula nicht ein einziges Mal so genannt. Newcomer Stephen Billington hat in dieser Rolle zwar wenig zu tun (schließlich dauert es sehr lange bis der gefangene Vampir überhaupt regeneriert) ist aber in der Rolle wesentlich glaubhafter als sein Vorgänger Gerard Butler (TIMELINE), der den Grafen im Kinofilm verkörperte. Zwar orientiert sich Billington optisch eher an dem aus BUFFY bekannten Vampir Spike, doch in punkto Ausstrahlung hat er Butler einiges voraus.
Auch der restliche Cast ist zwar zum großen Teil weniger bekannt, macht seine Sache aber sehr gut. Jason Scott Lee (DRAGON-DIE BRUCE LEE STORY) als kämpferischer Pater Uffizi ist einfach cool auch wenn man noch recht wenig über die Figur erfährt. Diane Neal, John Light und der aus PARTY OF FIVE bekannte Jason London sind ebenfalls stets überzeugend und Craig Sheffer beweist als behinderter Professor nach seinem großartigen Auftritt in dem sehr gelungenen HELLRAISER: INFERNO einmal mehr zu was er fähig sein kann.
Einen kleinen Cameo hat auch DER WEISSE HAI-Star Roy Scheider.
Zur DVD:
Bild und Ton sind, vor allem gemessen am Produktionsstandart, ganz fantastisch geworden und glänzen mit DD 5.1 und einem sauberen 2,35:1-Bild. Die Extras sind mit 30 Min. zwar ebenso knapp bemessen wie der nur 82-minütige Film, dafür aber nett anzuschauen. Sind die geschnittenen Szenen noch sehr kurz und zu Recht nicht im Film, kann man sich in den umfangreicheren Casting-Auditions das Vorsprechen einiger DarstellerInnen ansehen und dann selbst entscheiden ob man als Verantwortlicher ebenfalls engagiert hätte. Darüber hinaus gibt es noch eine Trailershow mit kommenden und bereits erhältlichen Gruselern.
Herzstück des Bonusmaterials ist aber der tolle Audio-Kommentar von Lussier, Soisson und Gary J. Tunnicliffe, der wie schon beim ersten Film und z. Bsp. allen HELLRAISER-Filmen ab dem 3. Teil für Masken und Make-Up-Effekte verantwortlich war. Leider, und das ist der einzige Wehrmutstropfen, bricht der Audiokommentar in der Mitte des Films einfach ab (zumindest bei dem mir vorliegenden DVD-Exemplar). Zwar kenne ich nicht die originale RC 1-DVD, doch ist das sicherlich dort nicht der Fall sondern einfach ein Übertragungsfehler oder ähnliches.
Abgesehen von diesem einen (dafür aber wirklich ärgerlichen Punkt) liegt hier aber eine sehr ordentliche DVD eines gut gelungenen Low-Budget-Vampirfilms vor. Dieser erfindet zwar sicher nicht das Blutsaugen neu, bietet aber einen vor allem für Fans dieses Genres unterhaltsamen und originellen Film, der die Bühne für Teil 3 (DRACULA III: LEGACY) bereitet, welcher hoffentlich die erwarteten Auflösungen bietet und hoffentlich in nicht zu ferner Zukunft auf DVD erscheint. Das Ende von ASCENSION spannt nämlich schon ganz schön auf die Folter...
|
|
|