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Benedikt XVI nähert sich in diesem Buch auf theologisch-wissenschaftliche, äußerst intellektuelle Weise der bereits im Titel aufgeworfenen Problematik. Sein Nachteil liegt darin, dass es weniger emotional berührend und "die Seele ergreifend" ist als die neueren Werke, sondern rein rational den Verstand anspricht und zu Schlussfolgerungen gelangt, die sich als ebenso einfach, wie einleuchtend und logisch zwingend ergeben. Daher ist es für den Leser mit vorgefasster Meinung unbequem, da dieser nur die Wahl hat, sich der zwingenden Logik zu beugen oder das Werk als Ganzes - freilich ohne nähere Reflexion - abzulehnen. Die glasklare Stringenz von Benedikt läßt sich kaum widerlegen.
Ein Buch, das sich also weniger als spirituelles Werk auszeichnet als als logischer Traktat.
Zuzugeben ist, dass das Werk dadurch nicht unbedingt leicht zu lesen ist, nachdenken erfordert und irgendwie eine Leere beim Leser zurück läßt. Er erkennt dadurch aber, dass Spiritualität wo anders statt findet als in den logisch denkenden Gehirnzentren, dass der Mensch seinen rationalen Verstand überschätzt und das Mensch-Sein in anderen Regionen stattfindet, die andere Bücher von Benedikt XVI wesentlich direkter ansprechen.
Im Mittelpunkt des Gespräches steht die Befürchtung Benedikts XVI., das Europa seine Seele zu verlieren droht. Seine Kernforderung: Europa muss eine Synthese aus Vernunft und Glauben herstellen, um geistig fortbestehen zu können, ein Unterlassen der kritischen Annahme des christlichen Glaubens wäre katastrophal, das 20. Jahrhundert hat gezeigt, wohin atheistische bzw. "gottlose" Regime wie der Nationalsozialismus bzw. der Kommunismus geführt haben. Eine weitere Dimension des Bösen, die er auch in seiner Predigt vor Beginn des Konklaves angesprochen hatte, ist die "Diktatur des Relativismus" und damit einhergehend eine entfesselte Globalisierung.
Auf eine gewisse Weise stellt dieses Buch das Vermächtnis des Kardinals Ratzinger dar, als Papst Benedikt XVI. wird er nun seinen Erkenntnissen und Analysen Taten folgen lassen müssen. Seihen wir also gespannt.
Aber von der Realisierung derselben bin ich derart enttäuscht, dass ich mich wirklich frage, was die Berechtigung... Lesen Sie weiter...
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