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Wernher von Braun: Ein deutsches Genie zwischen Untergangswahn und Raketenträumen [Gebundene Ausgabe]

Stefan Brauburger
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. Mai 2009
Faust, Mephisto oder Zauberlehrling – Wernher von Braun, der bekannteste Raketenbauer des 20. Jahrhunderts, hatte viele Gesichter. In Hitlers Vernichtungskrieg konstruierte der begnadete Techniker »Vergeltungswaffen« –  1969 brachte seine legendäre »Saturn-V«-Rakete den ersten Menschen auf den Mond. Auch in Liebesdingen war er sich selbst der Nächste, so fiel seine französische Geliebte seiner Karriere zum Opfer. Stefan Brauburger zeigt Licht und Schatten im Leben des genialen Konstrukteurs, der jenseits aller Heroisierung und Kritik vor allem eines war: ein Verführter und Verführer auf dem ersehnten Weg ins Weltall. War er eher treibende Kraft oder Getriebener? Setzte er sich skrupellos über Moral hinweg oder war er Produkt einer Zeit, die keine Moral kannte? Wernher von Braun ist vor allem als Vater der Mondlandung bekannt – doch er hatte auch eine andere Seite. Beim Bau und dem Einsatz der von ihm konstruierten »Vergeltungswaffe« V2 starben während des Zweiten Weltkriegs Tausende von Menschen. Später rechtfertigte er sich damit, er habe eigentlich immer den Mond im Blick gehabt, die Rakete sei nur »am falschen Ort gelandet«. Doch auch nach dem Krieg baute Wernher von Braun zunächst Waffen: Atomraketen für die USA. Seine Technik war ebenso Triebkraft für das All wie für die Rüstungsspirale des Kalten Krieges. Während er zum Spurt auf den Mond ansetzte, führte die Kubakrise 1962 die Welt an den nuklearen Abgrund – ein weiterer Beleg für die Doppelgesichtigkeit seiner Errungenschaften. Erst sehr spät richtete sich der kritische Blick der Biografen und Historiker auf Wernher von Braun als Waffenbauer und Mitverantwortlichen am Tod von Tausenden Zwangsarbeitern währen der NS-Zeit. Wie Stefan Brauburger in seinem Buch zeigt, spiegelt die Karriere des »Raketenmanns« geradezu beispielhaft die problematische Wechselwirkung von Wissen und Macht, von Technik und Moral, Kosten und Nutzen des Fortschritts.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Pendo (1. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866122284
  • ISBN-13: 978-3866122284
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 497.022 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Stefan Brauburger, geb. 1962, ist stellvertretender Leiter der ZDF-Redaktion »Zeitgeschichte« und seit 1990 Autor und Redakteur für zeitgeschichtliche Dokumentarreihen und Magazine. Neben seiner TV-Tätigkeit ist Brauburger als Lehrbeauftragter für Internationale Politik und Journalistik tätig. Er hat zahlreiche Zeitschriftenbeiträge zu politischen und historischen Themen verfasst, ist Koautor vieler erfolgreicher Guido-Knopp-Titel und Autor des Buches "Die Nervenprobe. Schauplatz Kuba. Als die Welt am Abgrund stand (2002)".

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Kundenrezensionen

2.7 von 5 Sternen
2.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut ab- und zusammengeschrieben 15. Juli 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Pünktlich zum 40. Jubiläum der Mondlandung ist Stefan Brauburgers Biographie über den wohl bekanntesten und mittlerweile wohl auch umstrittensten Raumfahrtingenieur des 20. Jahrhunderts erschienen. Es versteht sich als Begleitbuch zu einer ZDF-Dokumentation über den Raketenpionier. Der Autor ist Journalist und Mitarbeiter in Guido Knopps ZDF-Redaktion "Zeitgeschichte". Das Buch folgt brav dem Duktus des Fernsehhistorikers und liefert eine gefällige Melange aus Feierabendhistorik, moralinsaurer Zeigefingerpädagogik und Political Correctness.
Brauburger erhebt den Anspruch, über die bereits existierenden Von-Braun-Biographien hinaus "weiterführende Analysen und die Einordnung in umfassendere historisch-politische Zusammenhänge" zu liefern. Leider wird er diesem Anspruch nicht gerecht. Brauburger kopiert nicht nur die inhaltliche Struktur von Michael Neufeld wegweisender Von-Braun-Biographie "Wernher von Braun. Visionär des Weltraum. Ingenieur des Krieges." (Siedler-Verlag, München 2009), sondern auch viele Passagen nahezu wörtlich - leider ohne die Quellen zu nennen. Hat man zuvor Neufelds Buch gelesen, so fallen einem zahlreiche Ähnlichkeiten auf, nicht nur beim Titelbild. Ein Beispiel mag hier genügen. Wo es zum Beispiel bei Neufeld (S. 496) heißt: "Die ,Redstone' hatte nur ein Prozent des Initialschubs von ,Saturn V' gehabt, einem Fahrzeug, das größer war als die Freiheitsstatue und mehr wog als ein Zerstörer der Navy." da liest man bei Brauburger (S. 251): "Die Redstone-Rakete verfügte gerade mal über ein Prozent der Schubkraft einer Saturn V beim Start - ein Flugkörper, größer als die Freiheitsstatue und schwerer als ein Zerstörer der Marine."
Bemüht wirkt Brauburgers Versuch, Neufelds Bild vom "faustischen Pakt" durch Steigerung eine eigene Note zu geben und von Braun nicht nur als Faust, sondern gleichzeitig auch als Mephisto und Zauberlehrling darzustellen.
Die Sprache ist flüssig, störend sind allerdings flapsige Ausrutscher, wenn es etwa heißt: "Braun hatte für die Akten und den Inhalt des Panzerschranks sein Leben und das anderer riskiert - so war er eben."
Bedauerlich ist, daß Nebensächlichkeiten, wie etwa von Brauns Liebschaft mit einer gewissen Dorothee Brill breiter Raum eingeräumt wird. Auf die Rolle des ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke, der nicht nur oberster Bauleiter in Peenemünde war, sondern auch von 1943 bis 45 die Verantwortung für den Einsatz von KZ-Häftlingen dort hatte, wie der Historiker Jens-Christian Wagner in seiner umfangreichen Dokumentation über das KZ Mittelbau-Dora gezeigt hat, wird dagegen überhaupt nicht eingegangen (vielleicht, weil Neufeld es auch nicht tut?).
Positiv zu bemerken ist, daß der Autor auch ein Photo von der fatalen Wirkung eines V2-Treffers in einem Wohngebiet zeigt und erklärt, warum z. B. Antwerpen besonders unter dem V2-Beschuß zu leiden hatte und welche Folgen dies für die Stadt hatte. Gelungen ist auch der Vergleich von Heisenberg mit von Braun, deren Unterschiede der Autor überzeugend herausgearbeitet hat.
Leider enthält das Buch neben sprachlichen Ungenauigkeiten (das amerikanische Nachrichtenmagazin heißt "Time" und nicht "Times", und ein Merkurdurchgang ist keine Sonnenfinsternis) auch zahlreiche Fehler. So nahm der Rundfunk erst Mitte der 20er Jahre seinen Sendebetrieb auf (S. 23), die erste funktionsfähige Flüssigtreibstoffrakete wurde von Robert Goddard Ende der 20er Jahre in den USA gestartet (S. 49), um 1940 wurde weder in Frankreich an Atombomben gearbeitet noch forschte man zu dieser Zeit in England an Raketen (S. 123), Uran wurde im amerikanischen Manhattan-Projekt mit Hilfe von Gasdiffusion und elektromagnetischer Isotopentrennung und nicht mit Hilfe von Zentrifugen angereichert (S. 125), der erste erfolgreiche A4-Test fand am 3. Oktober 1942 und nicht 1943 statt (S. 298), es wurden etwa 3200 (und nicht 12000) V2 im militärischen Einsatz verschossen (S. 298) und von Braun ergab sich den amerikanischen Truppen am 2. Mai 1945 und nicht am 12. Mai (S. 136).
Zusammenfassend läßt sich sagen: Ein Buch, das ein durchaus detailreiches Bild des deutsch-amerikanisches Wissenschaftlers entwirft, sich allerdings eher an einen Leser- und Zuschauerkreis richtet, dem es nicht so sehr um historische Exaktheit als vielmehr um leicht verdaulich aufbereitete historische Kost geht. Wer sich nicht die Mühe machen möchte, zu einer eigenen Meinung zu kommen und sich gern die Sendungen aus der Feder Guido Knopps über "Hitlers Helfer", "Hitlers Künstler" bis zu "Hitlers Hunden" anschaut, dem wird auch dieses gut ab- und zusammengeschriebene Buch gefallen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Absätzeweise aus Neufeld's Biographie abschrieben 29. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe
und außer Fehlern nichts hinzugefügt - mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Außer ein Verweis auf die Herkunft aus der Guido-Knopp-Redaktion - Man sieht, dass Qualität dort nicht unbedingt ihre Heimat hat.
Wen von Braun interessiert, der liest besser das Original.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Einstieg 31. Juli 2009
Von Röder
Format:Gebundene Ausgabe
Begleitend zum viel beachteten ZDF-Dokumentarfilm "Der Raketenmann" verfasste einer der Autoren der Sendung, Stefan Brauburger, die Biographie "Wernher von Braun - ein deutsches Genie zwischen Untergangswahn und Raketenträumen".
Zunächst ist zu bemerken, dass der Historiker Michael J. Neufeld, dessen umfassendes Standardwerk zum Leben und Wirken Wernher von Brauns vor einigen Monaten auch in deutscher Sprache erschienen ist, auch Fachberater und Mitwirkender des Fernsehfilms war. So ist nachvollziehbar, dass sich auch das Begleitbuch zur Fernsehdokumentation u.a. auf seine Forschungen stützt, was Autor Stefan Brauburger in seiner Danksagung auch ausdrücklich anmerkt. Und dennoch handelt es sich um sehr unterschiedliche Bücher.
Während der in Washington angesiedelte Historiker ein fast 700 Seiten umfassendes und sehr detailliertes Werk vorgelegt hat, verfolgt das deutlich schlankere Buch zur Fernsehsendung das Ziel, vielfältige Forschungsergebnisse vergangener Jahrzehnte zu bündeln und für ein breiteres Publikum darzustellen. Brauburgers Buch stützt sich dabei neben eigenen Recherchen auch auf zahlreiche für den Film geführte Interviews mit Wissenschaftshistorikern, engen Wegbegleitern Wernher von Brauns, Überlebenden der Raketenangriffe und ehemaligen Zwangsarbeitern beim Raketenbau - sowie auf erst in jüngerer Zeit erschlossene Dokumente (die z.T. auch im Film gezeigt wurden).
Durch eine klare und flüssige Sprache, den systematischen Aufbau sowie die Dramaturgie des Textes ist die Publikation eine fesselnde Lektüre. Neben den ereignisgeschichtlichen Darstellungen versetzen mitunter originelle Interpretationen, Analysen und Diskussionen den Leser in die Lage, die Figur Wernher von Braun im Kontext des "schönen und schrecklichen" 20. Jahrhunderts, wie Brauburger schreibt, zu begreifen - als Menschen, der wie kaum ein anderer Höhepunkte und Abgründe seines Zeitalters in einer Person verkörpert.
Der Aufbau des Buches folgt der Chronologie des Werdegangs. Doch wie schon die Anlage der Gliederung zeigt, dienen die historischen Etappen jeweils der Fokussierung auf wesentliche thematische Schwerpunkte, Schlüsselmomente und kontroverse Aspekte. Sehr leserfreundlich und gut aufeinander abgestimmt sind die ausführliche Einführung und der prägnante Schlussteil. Zu Fragen, die am Anfang stehen, findet der Leser am Ende des Buches überaus anregende Erklärungsmuster - ob zu den Entscheidungsmomenten in der Karriere von Brauns, zu Handlungsspielräumen und Zwängen im jeweiligen historischen Umfeld, aber auch zum Verhältnis von Technik und Moral, Wissen und Macht, Verantwortung und Verdrängung, Kosten und Nutzen des Fortschritts.
Schon mehrmals diente das faustische Motiv als Deutungsmuster für prominente Karrieren in der Hitlerzeit. Brauburger legt plausibel dar, dass man von Braun nicht nur als einen Verführten, sondern auch einen Verführer, als "Mephisto", sehen kann - und ebenso als "Zauberlehrling" - wie sich der Raketenpionier in der Rückschau selbst hin und wieder bezeichnete.
Der Autor geht auch dort über Neufelds Darstellungen hinaus, wo er kritisch hervorhebt, dass der Weg der Raketen-Technik von Brauns eben nicht nur zum Mond führte, sondern auch in die Rüstungsspirale des Kalten Krieges. Der Glaube des "Raketenmannes" an die Vernichtungskraft nuklearer Raketen als ultimatives Abschreckungsmittel - möglichst bei einer Übermacht der USA - zeigte spätestens in der Kubakrise 1962, als die Welt für einen Moment am nuklearen Abgrund stand, seine fragwürdige und hoch riskante Seite.
Brauburger beschreibt auch, wie die Wahrnehmung der Vergangenheit von Brauns nie nur eine Frage des verfügbaren Wissens um seine Vita war, sondern auch von den jeweils zeittypischen Mechanismen von Geschichtsverdrängung bzw. - aufarbeitung abhing.
Bei einigen Daten und Zahlen hätte dem Manuskript eine genauere Prüfung gut getan, zudem wünscht man sich an weitaus mehr Stellen den Hinweis auf die genutzten Quellen. Doch handelt es sich insgesamt um eine Form der Geschichtsvermittlung, wie man sie sich öfter wünscht, flüssig formuliert, klar strukturiert, auf den Punkt kommend. So bietet das Buch auch jüngeren Lesern einen guten Einstieg - und kann vielleicht auch als Hinführung dienen zur vertiefenden, umfassenderen und mit wissenschaftlichen Belegen versehenen Information, wie sie Neufeld eindrucksvoll und unvergleichlich bietet. Beiden - sehr unterschiedlichen - Publikationen ist eine große Zahl von Lesern zu wünschen.
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