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Werktätiger sucht üppige Partnerin. Die Szene der 70er Jahre in ihren Kleinanzeigen
 
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Werktätiger sucht üppige Partnerin. Die Szene der 70er Jahre in ihren Kleinanzeigen [Taschenbuch]

Franz-Maria Sonner , Gerhard Seyfried
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Kunstmann; Auflage: 1., Aufl. (4. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888973937
  • ISBN-13: 978-3888973932
  • Größe und/oder Gewicht: 16,2 x 14,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 650.299 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anders leben, jetzt, nicht irgendwann! Der große Aufbruch in den 70er Jahren lässt sich nirgends besser nachlesen als in den Kleinanzeigen von damals: ungespritzte Äpfel, Therapiegruppen, Grüße, Kritik, Gibson Les Paul, Kontakte - hier stellt sich die Szene selbst dar, und zwar auf kleinstem Raum. Diese Kleinanzeigen erzählen großartige Geschichten aus dem ganz normalen Leben und haben eine umwerfende Komik. Damals war natürlich alles ernst gemeint: "Mich würde interessieren, was aus der Hodenwärmer-Clique geworden ist. Wahrscheinlich ist bei der Aktion ja gar nichts rausgekommen. Und warum? Weil Männer immer so theoretisch, abstrakt und wissenschaftlich usw. denken (wollen)." Ja, was ist bloß aus der Hodenwärmer-Clique geworden? Was aus der Männergruppe, die "Frauen zum nachts Nacktbaden" gesucht hat? Fragen, die leider offen bleiben müssen. Aber wunderbar kommentiert werden durch Gerhard Seyfrieds Zeichnungen.

Über den Autor

Franz-Maria Sonner, geb. 1953, lebt in München. Er schreibt Hörspiele und Erzählungen.Gerhard Seyfried, geboren 1948 in München, ist gelernter Industriekaufmann und Gebrauchsgrafiker. Er studierte zudem Malerei und Grafik. Seyfried arbeitete als selbständiger Grafiker, Karikaturist, Schriftsteller und Drehbuchautor. Gerhard Seyfried lebt nach Aufenthalten in Namibia und der Schweiz in Berlin.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Männergruppe sucht Frauengruppe zum nachts Nacktbaden, 3. Juni 2005
Von 
Reinhard Busse "reinhardlbusse" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Werktätiger sucht üppige Partnerin. Die Szene der 70er Jahre in ihren Kleinanzeigen (Taschenbuch)
*Suche Mädchen, das mir - zum Zeichnen - Aktmodell steht. Außerdem sucht meine kleine läufige Katze einen schönen potenten Kater.*
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Fazit I: Ein wirklich nettes, kleines, äußerst humorvolles Büchlein über die 70er-Jahre-Szene: Dargestellt in ihren Kleinanzeigen.
~~~~~~~~~~
**Freunde, mein weiches P ist putt! Wer repariert meine Schreipmaschine?**
~~~~~~~~~~
Hintergrundwissen: Alle Texte in diesem Band sind dem "Blatt - Stadtzeitung für München" entnommen. Das "Blatt" ist von 1973 bis 1984 jeweils vierzehntägig erschienen und war von Anfang an die Plattform der undogmatischen Szene. Im Gegensatz zu den gruppen- und parteigebundenen Zeitschriften fanden alle, die sich dem Spektrum der gesellschaftlichen Gegenbewegung zuordneten, dort ein Forum.
In den siebziger Jahren hatte sich der Ansatzpunkt der linken Bewegung ins Lebenspraktische hinein verlagert: Anders leben, jetzt, nicht irgendwann. Wie wir heute wissen, ist die eigentliche Leistung der 68er-Bewegung nicht eine Umschichtung der Macht gewesen, sondern diese kulturelle Veränderung und Umdeutung bis in das Private hinein.
~~~~~~~~~~
***Ob sie uns lieben oder hassen, einmal müssen sie uns doch entlassen. Fritz, halte die Ohren steif.***
[Wahrscheinlich ist Fritz Teufel gemeint; Spaßrevoluzzer, Mitbegründer der Kommune I und der Bewegung 2. Juni, später Fahrradkurier]
~~~~~~~~~~
Fazit II: Eine wesentliche Erfahrung beim Lesen ist die Komik der Anzeigen. Diese Komik hat damit zu tun, daß wir heute 20, 30 Jahre vom damaligen Lebensstil entfernt sind und eine historische Verfremdung eingesetzt hat.
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****Also ich möcht mal ne Orgie mitmachen, wenn jemand eine macht, dann den Jens anrufen.****
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Fazit III: Der große Aufbruch in kleinen Anzeigen: Klartext aus den siebziger Jahren.
Besonders erwähnenswert und erfreulich: Die zahlreichen Zeichnungen von Gerhard Seyfried!
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*****Männergruppe sucht, um neue Erfahrungen zu machen, Frauen zum nachts nacktbaden.*****
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Ein wirklich nettes Geschenk für alle, die die 70er-Jahre bewußt und intensiv erlebt haben -
Gott, was sind wir alt geworden? :-)
Es grüßt - Reinhard Busse
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Szene entlarvt sich selbst..., 29. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Werktätiger sucht üppige Partnerin. Die Szene der 70er Jahre in ihren Kleinanzeigen (Taschenbuch)
... in ihren Kleinanzeigen... :-))))

Zwar habe ich diese Jahre nur noch am Rande mitbekommen, kenne aber genau solche Anzeigen aus unserem damaligen Stadtmagazin. Insofern war's ein nostalgisch-witziges Déja-Vu.

Und immer wieder interessant ist es, wie manche Menschen damals nach dem Sinn des Lebens gesucht haben, "anders" sein wollten als das spießige Establishment - und doch mehr ein Teil von ihm waren, als ihnen selbst bewußt und/oder lieb war.

So ist dem Verfasser der Anzeige, in der ein Anzugtyp dazu angehalten werden soll, ein zweites Flugticket nach New York doch von Spesen absetzen zu können, um den Verfasser umsonst mitzunehmen, zwar die Lebenswelt des Anzugtypen zuwider, doch ihre Vorteile möchte er auch sehr gern nutzen (und das steht exemplarisch für so einige "Griffe ins Establishment", wenn es dem Nutzen dient):

"Also, da gibt's doch so Leute wie Geschäftsleute, die fliegen ab und zu nach New York. Tät mich da nicht mal einer mitnehmen wollen, weil sich ein zweites Ticket von der Steuer absetzen läßt oder auch weil ich Reisebegleitung machen tät?"

Ein sehr schöner Zeitspiegel der freizügigen 70er, geht es doch auch gar nicht selten um Sex und dessen vielfältige Ausübung. Und ganz im Sinne der damaligen Ausdiskutierer- und grenzenlosen Offenheitsmentalität der damaligen Szene schreibt man seine Neurosen und Ängste des öfteren gleich mit in die Kontaktanzeige.

Vieles ist auch einfach nur lustig, wie der Mann, der Leute mit Holz zum Holzhacken sucht, ohne Bezahlung, einfach nur, weil er gern Holz hackt. Oder die Wüstenrennmäuse, die von "netten, wenig pinkelnden und damit nicht stinkelnden" Hausgenossen von Anzeige zu Anzeige zu vermehrungswütigen Monstern mutieren, so daß am Ende die Anschaffung einer Katze angeraten wird. :-)

In nicht wenigen Texten findet man die Schwierigkeiten der Verfasser, das Denken und Leben, die Do's und Dont's der Alternativenszene mit dem des Establishments problemlos unter einen Hut zu kriegen. Wenn man sich über etwas ärgert, ist das schließlich auch schnell mal "spießig" gewesen... Und die alternative Elektrowerkstatt hat auch nichts davon, wenn sie nur Sachen repariert, die offenbar sowieso keiner mehr haben will bzw. deren Besitzer allzu sehr in "kommste heute nicht, kommste morgen"-Mentalität leben:

"Wir bitten alle, deren Geräte schon seit langem fertig sind und die auch benachrichtigt wurden: Holt die Kisten ab, wir müssen sie sonst wegen Platzmangel verkaufen. Tut uns echt leid, Leute, aber so geht's nicht! Alternative Elektrowerkstatt."

Ja, so war es damals in den (Land)Kommunen und WG's, so war die Zeit...

Insgesamt ein schönes, lohnendes und lesenswertes Zeitdokument, nicht zuletzt wegen der Zeichnungen von Gerhard Seyfried (man hätte keinen passenderen Illustrator als ihn finden können!). Und manchmal auch Wehmut weckend...
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