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Pressenotiz zu : Frankfurter Rundschau, 15.04.2000
In einer sehr ausführlichen Rezension gibt Heinz Ludwig Arnold einen Überblick über Kirschs schriftstellerisches Werk mit all seinen Phasen und Entwicklungen. Auffallend an der vorliegenden Ausgabe findet er vor allem das Fehlen ihrer wichtigsten, noch in der DDR erschienenen Texte. Arnold sieht darin einen Ausdruck immer noch lebendiger Aversionen der Autorin diesem Staat gegenüber. Sein Hauptaugenmerk richtet der Rezensent jedoch auf die bereits im Westen entstandenen Prosatexte "La Pagerie" und "Irrstern", die in Stimmung und Sprache seiner Ansicht nach stark kontrastieren. Bei "Irrstern" macht er eine deutliche Tendenz zum Blick nach innen aus. Weg von Gegenständen, hin zu einer Welt "wie im Traum mit seiner ganz eigenen Grammatik" und zu an Polyphonie erinnernden Überlappungen. Insgesamt zeige sich bei einem Blick auf das Gesamtwerk Sarah Kirschs eine zunehmende Tendenz zum Autobiografischen, die sogar bis zur "Tagebuchform" geht, wobei Arnold - zu seinem Bedauern - ein deutliches Nachlassen ihrer poetischen Kraft und eine ins Triviale tendierende Sprache diagnostiziert.
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Kurzbeschreibung
Sarah Kirsch gilt als die bedeutendste lebende Lyrikerin deutscher Sprache. »Sie ist die Größte«, konstatierte der Kritiker Joachim Kaiser. »Gelassen zumeist, aber nach Kräften unversöhnlich, witzig manchmal, doch auch prosaisch karg, wundergläubig und tapfer verzweifelt abwiegelnd: so vermag Sarah Kirsch zu dichten über letzte wie nächste Dinge.«
Sarah Kirsch hat mit ihrem Werk Epoche gemacht. Ihr Thema, Mensch und Natur in gefährdeter Balance, verfolgt sie jenseits aller lyrischer Moden. Eine Art innere Zusammengehörigkeit ist das besondere Kennzeichen all ihrer Bücher, die, wie sie selbst sagt, »eigentlich immer aus zwei Teilen bestehen: aus einem, der noch zum letzten und einem Teil, der schon zum nächsten gehört«.
In diesem Sinne versteht sich auch diese erste Werkausgabe, die chronologisch gegliedert ist. Sie enthält editorische Anmerkungen zu den Texten, Register und auch einige Aquarelle der Künstlerin.