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Werke in dreizehn Bänden: Die weiße Garde. Roman: Bd. 1
 
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Werke in dreizehn Bänden: Die weiße Garde. Roman: Bd. 1 [Gebundene Ausgabe]

Michail Bulgakow
2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 424 Seiten
  • Verlag: Verlag Volk und Welt (31. Dezember 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3353009256
  • ISBN-13: 978-3353009258
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 953.803 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Michail Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren und starb am 10. März 1940 in Moskau. Nach einem Medizinstudium arbeitete er zunächst als Landarzt, zog aber dann nach Moskau, um sich ganz der Literatur zu widmen. Er gilt als einer der größten russischen Satiriker und hatte zeitlebens unter der stalinistischen Zensur zu leiden. Seine zahlreichen Dramen durften nicht aufgeführt werden, seine bedeutendsten Prosawerke konnten erst nach seinem Tod veröffentlicht werden.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Meisterhafter Roman -- stümperhafte Edition, 28. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Werke in dreizehn Bänden: Die weiße Garde. Roman: Bd. 1 (Gebundene Ausgabe)
Irgendwie ist es zum Heulen: Da hält man einen Wahnsinns-Roman in Händen, dem man alle Sterne dieser Welt verleihen möchte -- aber da sich's um einen Teilband der Werkausgabe handelt, hat man doch gewisse philologische und editorische Ansprüche, und die werden leider nicht erfüllt.

Zunächst zum Roman selber:
"Die weiße Garde" nimmt in gewisser Weise eine Sonderstellung in Bulgakows Gesamtwerk ein: Man liest hier keine Groteske, keine irrwitzige Satire auf den real existierenden Sozialismus, blickt nicht in die schwindelerregenden Abgründe der menschlichen Seele, sondern man liest einen historischen Roman -- aber keinen gewöhnlichen historischen Roman. Bulgakow kann auch hier nicht verleugnen, dass er ein Meister des Phantastischen ist.
Die Handlung der "Weißen Garde" ist auf jenen kurzen Zeitraum des Jahres im Winter 1918/19 begrenzt, in dem sich das Schicksal kiews und der Ukraine entscheiden sollte: Der Roman beginnt mit dem Abzug Skoropadskis, des Hetmans von deutschen Gnaden, am 12. Dezember 1918; es folgt das Regiment Petljuras. Dessen Soldateska, die ukrainische Rada, wird schließlich Anfang Februar 1919 von der Roten Armee aus Kiew verjagt (dies nur die historischen Eckpunkte). Außerdem mischen immer wieder deutsche und polnische Militärverbände mit, und obendrein ist Kiew ein Zentrum der "Weißen": Adlige, Bankiers, Lebedamen, ehrenhafte und weniger ehrenhafte "Bürger" harren hier aus und fürchten die "Roten" -- ein wahrer Hexenkessel an Temperamenten und Weltanschauungen brodelt vor sich hin. Eine Lage also, wie sie unübersichtlicher kaum sein könnte.
Ins Zentrum der Ereignisse versetzt Bulgakow die zarentreuen Geschwister Turbin, die zunächst in geradezu grotesker Verkennung der Situation den Geist von Borodino aufrechterhalten wollen und die erst allmählich, jeder für sich und jeder auf seine Art, die Lage neu beurteilen. Und auch sonst betont Bulgakow den Unterschied zum sieg- und glorreichen Jahr 1812: Diesmal gibt es kein einiges Russland, sondern ein Russland, in dem sich stündlich die Machtverhältnisse ändern können, in dem Überläufer zum Regelfall werden, in der unerfahrene junge Kadetten verheizt werden, in dem eine Partei die andere niedermetzelt, auch wenn man tags zuvor noch verbündet war. Keine Zeit für Helden diesmal.
Wie bereits erwähnt, ist "Die weiße Garde" kein historischer Roman im üblichen Sinne, und schon gar nicht ein Historienschinken. Die Geschichte der Turbins und mit ihnen die Geschichte Kiews wird aus allen möglichen Perspektiven präsentiert. Bulgakow versteht es meisterhaft, den verschiedenen Figuren Leben einzuhauchen, keine einzige wird als Sprachrohr einer typisierten Ideologie missbraucht. Stattdessen taucht man ein in die Erlebnisse und Weltanschauungen der Träumer, der resignierten Denker, der heillosen Idealisten, der Fanatiker und Zyniker... Jede Figur ist unverwechselbar und prägt sich dem Gedächtnis des Lesers ein. Dass diese Feststellung auch für die deutsche Übersetzung gilt, ist das Verdienst der Übersetzerin Larissa Robiné.
"Die weiße Garde" hat mit dem "Meister und Margarita" nicht viel gemeinsam -- aber eine Gemeinsamkeit gibt es bestimmt: Beide Romane gehören zum Besten, was jemals in den betreffenden Genres geschrieben worden ist.

Soviel also zum Roman -- und nun zum unerfreulichen:
Die Werkausgabe des "Volk und Welt"-Verlages verzichtet hier (bzw., soweit ich das erkennen kann, bei a l l e n Bänden dieser Ausgabe) auf Werkausgaben-Standards wie Anmerkungsapparat, textkritischen Anhang oder Bibliographie... Da können die "Literaturgeschichtlichen Anmerkungen" von Ralf Schröder noch so lesenswert sein (und das sind sie zweifellos) -- ein Gegengewicht zu diesen Mängeln sind sie nicht. Dabei hätte der Verlag nicht einmal allzu große Mühe auf die angemahnten Anhänge verwenden müssen -- bereits die fünfbändige russische Bulgakow-Ausgabe ist mit alledem gut ausgestattet, sodass man deren Anhänge eigentlich nur hätte übersetzen und ein wenig "aufbereiten" müssen. Ein schlimmes Versäumnis, das die hervorragende Arbeit der ÜbersetzerInnen weit unter Wert verkauft. Schade.

Da der Roman selbst, in haargenau derselben guten Übersetzung von Larissa Robiné und mit haargenau demselben Nachwort von R. Schröder, auch als Taschenbuch erhältlich ist, empfehle ich Interessierten die preiswerte Lösung. Schließlich handelt sich's bei "Die weiße Garde" um einen der raffiniertesten historischen Romane der Weltliteratur.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Einer der besten Romane, 16. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Werke in dreizehn Bänden: Die weiße Garde. Roman: Bd. 1 (Gebundene Ausgabe)
der Weltliteratur - in Deutschland leider immer noch nicht richtig erkannt, aber wir sind was die einzigartige Russische Literatur angeht sowieso noch ziemlich ungebildet im Vergleich zu den Franzosen, Spanier, Japaner, Englander und Usaner. Aber da ist ein anderes Thema...
Den Roman habe ich mehrmals auf russisch gelesen, da ich u.a. russische Philologie studiert habe und nur gestaunt, wie dieses Werk sich von der hervoragenden Masse der russischen Anspruchsvollenliteratur abhebt. Eine einzigartige Bildhaftigkeit der Sprache, Humor (nicht minder als in "Meister und Margarita") und Menschnekenntnisse bis auf hauchdünne Transparenz angezogen - Wahnsinn!!! Leider verschwindet dies alles in der mehr als dürftigen, mechanischen Überstzung. So trocken und prüde ist unsere deutsche Sprache nicht und auch nie gewesen, aber dennoch konnte ich das Gefühl nicht los werden, dass ich die ganze Zeit eine nichts aussagende Mumie seziere. Den Bulgakov, der einer der humorvollsten, saftigsten und poetischsten Romanisten der Weltliteratur, der das Schreiben aus den Werken von Gogol und Dosoewskij erlernt hatte, werdet ihr hier nicht hören. Schade eigentlich, obwohl dies mit russischer Literatur ziemlich oft passiert: Gogol, Tolstoj, Dostoewskij, Leskov, Bunin, Gorkij, Platonov...
Ich hoffe nur, dass die Übersetzung von Thomas Reschke aus diesen Fehlern etwas gelernt hat ;~), denn ich habe eine Tochter, die gern liest, aber russisch nicht kann und so ein Werk entgehen zu lassen, wäre echt ein kulturelles Verbrechen.
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