Mieczyslaw (Moishei) Weinberg / Vainberg (1919-1996) wurde in Warschau geboren. Bereits als Kind musizierte er dort, später studierte er Klavier am Warschauer Konservatorium. Seit 1939 lebte er in der Sowjetunion. In Minsk besuchte Weinberg die Kompositionsklasse von Vasilij Zolotarjow (1872-1964), einem der Schüler von Rimskij-Korsakow ; Mahler und Prokofjew wichtige Vorbilder für sein Schaffen waren. Schostakowitsch hatte inzwischen die Partitur seiner ersten Symphonie gesehen und war von dem Werk beeindruckt. Er lud Weinberg nach Moskau ein, wo dieser als freischaffender Komponist von 1943 bis zu seinem Tode lebte.
Seine Musiksprache war sehr vielseitig, und im bunten Spectrum seiner Palette finden wir sowohl Volkmusikelemente (von polnischer oder russischer, sondern auch von jüdischer und moldauischer Folklore) als auch Zwölftontechnik und "Minimalism."
Verwandtschaftlich gesehen ist Weinbergs "Der goldene Schlüssel" ein Enkel von Strawinskys "Petruschka". Es muß aber gestanden werden, daß "Buratino" noch einem Elternteil hatte. Eigentlich war "Der goldene Schlüssel" eine sowjetische Fassung des italienische "Pinocchio", weswegen man einige Ähnlichkeiten finden kann.
Episoden verdienen besondere Aufmerksamkeit, zum Beispiel zwei entzückende Märsche. Die schnellen Sätze sind fließend und rapide, und die "Rauferei" ist nahezu ein "Walkürenritt" à la Weinberg. Kein Ritt, kein Marsch kann aber mit Weinberg wundervollen "Adagios" verglichen werden. Sie dienen als lyrische Zentralpunkte, gefühlsmäßige und geistige Zusammenfassungen.
Das Ende der Geschichte von Buratinos Abenteuer ist in jeder Hinsicht glücklich. Der Tyrann Karabas-Barabas und die beiden Schurken Fuchs Alisa und Katze Basilio wurden schwer bestraft. Das Puppentheater wird verstaatlicht. Der Revolutionär Buratino findet einen goldenen Schlüssel für die Tür zum Land des Glücks, und sofort nach Öffnen dieser Tür emigriert jedermann, auch Papa Carlo und Ratte Schuschera, in dieses Land...