Er ist jungverstorben, mit geradeinmal 24, dennoch schuf Georg Heym die wohl bemerkenswertende Lyrik des frühen 20. Jahrhunderts.
Georg Heym zeigt uns dabei viele Gesichter mal zornig und in Aufbruchsstimmung so wie man ihn aus Gedichten wie dem "Gott der Stadt" kennt doch manchmal auch verträumt und romanitsch. so steht er am Beginn des Expressionismus mit einem Bein noch im Symbolismus eines Baudelaires.
Doch nun zum Buch, es hat 432 Seiten wie von Reclam gewohnt Schnörkellos und Robust. Das ist Litheratur zum Erleben und Georg Heym muss Man erleben, dieses Buch verzeiht es an der frischen Luft oder in Heyms besungender Großstadt zu sein. Nichts gegen einen schönen Schmuckband (wie die Umbra Vitae Edition mit dem Holzstichen Kirchners
Umbra Vitae: Nachgelassene Gedichte. Mit 47 Originalholzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner) Ich bin sehr wohl so biblophil solch einen Schatz zu würdigen, jedoch verzeihen solche Pretziosen dem geneigten Besitzer, der vieleicht eben so ein rastloses Leben führt wie seine Idole, keinerlei unsachgemäßen Umgang. ALso nehmen sie den Heym mit hinaus damit der nicht zu eimen verstaubten Säulenheiligen wird wie die die er stets verabscheute.
Nun zum Inhalt, es sind zuerst die Gedichte die man vieleicht noch aus dem Schulunterricht kennt angerereichert mit Schöpfungen die man auf diesem Wege nicht zu Gesicht bekommen hat, und gefolgt von seiner Prosa und Dramenentwürfen die ebenso einen Blick verdienen wie seine Lyrik, so weit so genial, diese Buch setzte sogar noch einen drauf eine litherarische Annäherung im Anhang ist ja noch fast alltäglich (aber nicht in diesem Umfang) soch geaueren Einblick in Denken und Arbeit des Dichters erlaubt eine sog. "Textgenetische Darstellung" die seine Arbeitsschritte zeitgt (unbedigt ansehenswert) und Auszüge aus seinem Tagebuch dieser gequälten Seele, machen diese Buch zu einer Ausgabe mit der man ernsthaft Arbeiten Kann.
Fazit, Kenner (sofern nicht mit einer Werksausgabe gesegnet) greifen zu. Diese Ausgabe ist die umfangreichste zurzeit auf dem Breiten Markt, und wie gesagt zum Erleben und zum Leben in allen Lebenslagen wunderbahr geeignet, wer ihn noch nicht kennt und mal über den Tellerrand eines Rainer Maria Rilke oder Stefan George blicken möchten oder einfach mehr von diesem aussergewöhnlichen Dichter lesen möchten dem sag ich: keine Angst vor Heym und runde 10¤ sind bezahlbar und für dieses Werk nun wirklich nicht zu viel verlangt.