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Werke: Der Nazi & der Friseur: 2
 
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Werke: Der Nazi & der Friseur: 2 [Gebundene Ausgabe]

Edgar Hilsenrath
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Edgar Hilsenrath ist es gewohnt, wegen seines spöttischen, makabren Umgangs mit jüdischen Schicksalen, verkannt, angegriffen oder auch ignoriert zu werden. Er provoziert und bricht Tabus mit der Mine des unschuldigen Knaben. Pathos, gar Belehrung oder Indoktrination liegen ihm fern. Die Klarheit, die Lakonie und Direktheit seiner Sprache sind für jedermann verständlich, der verstehen will. Das Spektrum seiner Ausdrucksmöglichkeiten reicht von sanfter Zärtlichkeit über burleske Drastik bis zum schwärzesten Humor. Er polarisiert, weckt Emotionen und regt zum Nachdenken an, indem er den Leser in eine heilsame Ambivalenz stürzt: Er evoziert ein Lachen, das in der Kehle stecken bleibt, und gleichzeitig berstend herausbrechen will. Hilsenrath verbindet Grausamkeit und Zärtlichkeit, abstrusen Witz und blutigen Ernst, Liebe und Hass, Horror und Lebensfreude in literarischen Meisterwerken, die von beunruhigender Aktualität sind. Für sein Gesamtwerk wurde der Dichter in diesem Jahr mit dem Lion-Feuchtwanger-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste gekrönt. (Cornelia Staudacher, Die Zeit)

Hilsenrath hat die rabenschwarze, dem Grauen mit Spott und Witz beikommende Karikatur eines Bildungsromans nach der Erfahrung von Auschwitz geschrieben. … Seit einiger Zeit wird in der Berliner Republik wieder viel über Hitler, doch kaum noch über seine willigen Helfer gesprochen. Man entdeckt stattdessen mehr und mehr Opfer unter den Deutschen. »Der Nazi & der Friseur« liest sich wie ein prophetisch-ironischer Kommentar dazu. Edgar Hilsenrath, den die Akademie der Künste nun für sein Lebenswerk mit dem Lion-Feuchtwanger-Preis auszeichnet, ist aktueller denn je. (Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung)

Ein Meisterwerk, das jetzt innerhalb einer mustergültig edierten Werkausgabe endlich wieder greifbar ist. (Focus)

Kurzbeschreibung

Dieser Roman aus Deutschlands schlimmster Vergangenheit hat seine eigene Geschichte. Erst sieben Jahre nach seinem Welterfolg in Amerika, Italien, England und Frankreich erschien der ursprünglich auf deutsch geschriebene Der Nazi & der Friseur auch in der Bundesrepublik. Es wäre interessant zu wissen, was das deutsche Volk zu diesem Buch sagen würde, schrieb Jahre zuvor Times Literary Supplement. Diese lang erwartete Antwort auf das Buch eines Juden mit deutscher Vergangenheit, Sprache und Kultur, das von der Geschichte dieses Landes diktiert und für das es geschrieben wurde, war ein überraschender sensationeller Erfolg.
Doch es ist nicht nur der surreale Horror, der Kritiker und Leser dieser turbulenten Großdeutschland-Parodie betroffen machte. Es war nicht nur diese Geschichte von der Höllenfahrt des gelernten Friseurs und späteren SS-Oberscharführers Max Schulz aus der deutschen Provinzstadt, der - als Massenmörder an Tausenden von Juden nach dem Krieg gesucht - in der Identität seines durch ihn umgekommenen jüdischen Jugendfreundes Itzig Finkelstein Schutz sucht, der mit einem Sack voll Goldzähnen auf dem Schwarzmarkt in Berlin sein Geld macht und schließlich mit seinem Gesicht wie ein Stürmer-Jude unangefochten nach Israel auswandert und dort seinen gesicherten Lebensabend antritt. Der Erfolg gilt auch einem literarischen Meisterwerk, der Entdeckung eines großen Satirikers und seiner Sprache, die wild wuchert und doch oft genug trifft, eine düstere und auch stille Poesie entfaltet, wie Heinrich Böll schrieb.

Klappentext

"Hilsenrath ist ein Erzähler, wie ich seit Thomas Mann und seit dem Günter Grass der Blechtrommel keinen mehr kennengelernt habe."
Arnfried Astel, Südwestrundfunk -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Edgar Hilsenrath, geboren 1926 in Leipzig. 1938 flüchtete er mit der Mutter und dem jüngeren Bruder nach Rumänien. 1941 kam die Familie in ein jüdisches Ghetto in der Ukraine. Hilsenrath überlebte und wanderte 1945 nach Palästina, 1951 in die USA aus. Heute lebt er in Berlin. 1989 erhielt Edgar Hilsenrath den Alfred-Döblin-Preis, 1992 den Heinz-Galinski-Preis, 1994 den Hans-Erich-Nossack-Preis, 1996 den Jacob-Wassermann-Preis, 1999 den Hans-Sahl-Preis und 2004 den Lion-Feuchtwanger-Preis.
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