Wohl eines der ganz berühmten Bücher der Welt - „Das Kapital" von Karl Marx. Die „Kritik der politischen Ökonomie" - so der der Untertitel des Werkes - legt dar, daß es sich bei Gesellschaften mit kapitalistischer Produktionsweise um Klassengesellschaften handelt, in denen sich das Privateigentum durch die Indienstnahme von Lohnarbeit vermehrt, so daß der Reichtum in Form von Kapital akkumuliert wird und seine Produzenten dauerhaft von ihm ausgeschlossen werden; beteiligt am Reichtum sind die Produzenten nur insoweit, wie die Erhaltung ihrer Arbeitskraft ihre Entlohnung notwendig macht. Zweitens richtet sich die Kritik gegen die politische Herrschaft, die ihre Gewalt ganz in den Dienst des Kapitals stellt, die Abhängigkeit der arbeitenden Klasse vom Privateigentum durch Recht und Ordnung absichert. Marx legt dar, daß diese Verhältnisse von Menschen gemachte sind. Nichtsdestotrotz wirken sie hinter dem Rücken der Gesellschaftsmitglieder, so erscheinen sie ihnen als den Dingen innewohnende Sachnotwendigkeiten, ihr Charakter als Verhältnisse von Personen ist verschleiert. Die Bestimmungen, die Marx in seinem späten Hauptwerk entwickelt, treffen auf die heutigen Verhältnisse zu. Deshalb sind auch die kritisierten Ideologien nahezu allgegenwärtig: menschliches Handeln richtet sich heute wie vor 132 Jahren nach Sachzwängen, die den Charakter von Naturgesetzen angenommen haben, obwohl sie doch beschreibbaren und änderbaren menschlichen Verhältnissen geschuldet sind. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)