Ich bin ein Fan von Gert Anhalts Reportagen über Asien und insbesondere Japan. Er zeichnet sich durch seine humorvolle Erzählweise aus, mit denen er seine Aufnahmen kommentiert (z.B. die kultige Reportage über die Schnee-Affen, die sich im Winter ein Thermalbad gönnen *gg*).
Daher habe ich auch zu seinen Romanen / Krimis gefunden. Bin übrigens eher ein Fachbuch-Leser, aber sein Krimi "Tote mögen kein Sushi" hat Appetit auf mehr gemacht. Es folgten die beiden anderen Fälle Hamada Kens und dann das Buch "Krallen des Tigers".
Zu diesem Roman muss man sagen, dass der Handlungsort sehr oft wechselt. Immer dann wenn ein neues Kapitel beginnt, ändert sich auch der Ort. Man springt von Washington nach Hongkong, dann nach Tokyo und dann nach Nordkorea. Das bringt eine gewisse Würze rein. Denn im Prinzip ist das Buch eine Ansammlung von mehreren parallellaufenden Geschichten bzw. Handlungssträngen, die sich kreuzen, wieder auseinandergehen und am Schluss ineinander aufgehen. Also im Prinzip ganz gut gemacht, auch wenns teilweise verwirrend ist. Die Story ist gut und spannend, muss man aber nicht so ernst nehmen. Es geht um Abbau von Meeres(boden)schätzen, Politik, Macht, viel Geld und auch Gehirnwäsche. Viele Passagen sind humorvoll geschrieben, manche beschreiben mentale und physische Brutalität, viele andere transportieren die Gedanken und Gefühle der Akteure. Sehr loben muss ich, dass die Spannung zum Ende hin immer mehr zunimmt, das ist dem Autor sehr gut gelungen.
Insgesamt ein super Roman und mit knapp 500 Seiten gut bemessen.