Kurzbeschreibung
Anna Seghers zum 20. Todestag am 1. Juni 2003 Neu bewertet und kommentiert: Einer der umstrittensten Sehgers-Romane Als dieser Roman 1959 erschien, wurde er im Westen heftig kritisiert und im Osten hoch gelobt. Den einen galt er als Staatsdichtung, den anderen als gelungener Bericht über die Aufbaujahre der DDR. Diese Ausgabe macht einen neuen Blick auf den Roman möglich. Befreit man ihn aus dem Kontext des Kalten Krieges, treten Motive in den Vordergrund, die aus der gesamtdeutschen Trümmerliteratur bekannt sind: Bilder von einem Land, das durch Nationalsozialismus und Krieg schwer beschädigt wurde, von Menschen, die mit dem Mut der Verzweiflung nach einer neuen Lebensperspektive suchen. Um drei ehemalige Spanienkämpfer, die sich seit ihrer Verwundung aus den Augen verloren haben, verzweigt Anna Seghers ein breit angelegtes Handlungsgeflecht mit unterschiedlichen Schauplätzen. Alle ihre Figuren sind von der Tragödie der geteilten Welt in der Nachkriegszeit erfaßt, die in jedes private Schicksal dringt, Entscheidungen fordert und auch die Liebe nicht ausläßt. Was Anna Seghers in diesen menschlichen Dimensionen nuanciert beschreibt und anmahnt, ist bisher weitgehend unberücksichtigt geblieben. Der Kommentar gibt erstmals aufschlußreiche Einblicke in den Entstehungsprozeß des Romans. Inhaltlich und stilistisch immer wieder überarbeitete Manuskriptvarianten zeugen davon, daß Anna Seghers über Jahre hinweg mit großer Anstrengung an diesem Roman arbeitete. DIE NEUE EDITION DER WERKE VON A. Seghers wird herausgegeben von Helen Fehervary und Bernhard Spies unter Beteiligung von international renommierten Forschern. Angelegt auf 24 Bände, umfaßt die Leseausgabe die literarischen und theoretischen Schriften der Autorin, ergänzt durch eine Auswahl der Briefe. Jeder Band enthält einen Anhang mit Erläuterungen und einem Kommentar, basierend auf dem neuesten Stand der Forschung. Alle Bände in Leinen gebunden, mit Fadenheftung und Leseband.
Über den Autor
Anna Seghers, geb.1900 als Netty Reiling 1900 in Mainz. Den Namen Anna Seghers führt sie als Schriftstellerin ab 1928. 1920-24 Studium in Heidelberg und Köln: Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie. Erste Veröffentlichung 1924: Die Toten auf der Insel Djal . 1925 Heirat mit dem Ungarn Laszlo Radvanyi. Umzug nach Berlin. Kleist-Preis. Eintritt in die KPD. 1929 Beitritt zum Bund proletarisch- revolutionärer Schriftsteller. 1933 Flucht über die Schweiz nach Paris, 1940 in den unbesetzten Teil Frankreichs. 1941 Flucht der Familie auf einem Dampfer von Marseille nach Mexiko. Dort Präsidentin des Heinrich-Heine-Klubs. Mitarbeit an der Zeitschrift Freies Deutschland . 1943 schwerer Verkehrsunfall. 1947 Rückkehr nach Berlin. Georg-Büchner-Preis. 1950 Mitglied des Weltfriedensrates. Von 1952-78 Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR. Ehrenbürgerin von Berlin und Mainz. 1978 Ehrenpräsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. 1983 in Berlin gestorben.